Liebesbetrug in Nersingen
: 65-Jähriger fällt auf Betrugsmasche rein – Immer mehr Opfer in der Region

Ein Mann aus Nersingen ist Opfer eines sogenannten Liebesbetrugs geworden. Er zahlte einer angeblichen Bauingenieurin immer wieder Geld. Damit ist er nicht alleine, wie die Polizei mitteilt.
Von
Julia Horn
Nersingen
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Sogenannte Liebesbetrüger suchen im Internet bewusst nach Online-Bekanntschaften, die sie dann um Geld betrügen können.

Zacharie Scheurer/dpa

Das Gegenüber gaukelt romantisches Interesse vor, will aber eigentlich nur an Geld gelangen: Ein Mann aus Nersingen ist Opfer dieser Masche geworden, auch „Love Scamming“ oder Liebesbetrug genannt. Das teilt die Polizei Neu-Ulm am Freitag mit. Der 65-jährige Geschädigte nahm demnach im März dieses Jahres über eine Internetkontaktbörse Verbindung zu einer vermeintlichen Bauingenieurin auf. Diese befand sich angeblich aufgrund einer Bautätigkeit in Syrien und erzählte dem Geschädigten verschiedene Geschichten: unter anderem, dass Baumaterialien für die Bautätigkeiten beim Zoll festgehalten wurden und diese nur mit einer Kaution ausgelöst werden könnten. Den 65-Jährigen bat sie aufgrund solcher „Notlagen“ um Geld.

Um seiner Bekannten zu helfen, überwies der Geschädigte bei zehn Transaktionen auf ein Bankkonto in Großbritannien insgesamt einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag. Auch ein Smartphone im Wert von 1200 Euro sendete der 65-Jährige an eine Adresse in Spanien. Nachdem die vermeintliche Bauingenieurin ab Mai immer mehr verbalen Druck auf den Geschädigten ausgeübt hatte, da dieser keine weiteren Zahlungen leistete, erkannte dieser den Liebesbetrug und erstattete Anzeige.

Summe von fast einer Million Euro im vergangenen Jahr

Die Polizei teilt mit, dass es immer wieder zu ähnlichen Vorfällen kommt, auch in der Region. Oft täuschten die Betrüger über viele Wochen hinweg ernsthaftes Interesse an ihrer Online-Bekanntschaft vor. Doch irgendwann komme es zu Geldforderungen.

Im letzten Jahr wurden im Polizeipräsidium Schwaben Süd/West 43 erfolgreiche Fälle bekannt. Die Betrüger erzielten dabei eine Summe von fast einer Million Euro. Im Landkreis Neu-Ulm wurden 2022 sieben Fälle mit einer Schadenssumme von etwa 180.000 Euro angezeigt. In diesem Jahr sind es bereits elf Fälle mit einer Schadenssumme von ebenfalls rund 180.000 Euro. Im gesamten Präsidium sei bereits jetzt ein Anstieg um 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, so die Polizei.

Sie rät: keine persönlichen Daten im Internet herausgeben, wenig von sich Preis geben und Sicherheitseinstellungen nutzen. Mehr Tipps gibt es auf der Homepage der Polizei: www.polizei.bayern.de.