Grenzbegradigung
: Ein Stückchen mehr Weißenhorn

Weißenhorn wächst um 149 Quadratmeter. Immerhin die Größe einer Vier-Zimmer-Wohnung. Wie verkraftet das benachbarte Roggenburg den Schwund?
Von
Stefan Czernin
Weißenhorn und Roggenburg
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Moment Weißenhorn Neuffenschloss

Expansionskurs aus Tradition: Das Fuggerschloss in Weißenhorn wurde 1513/14 unter Jakob Fugger errichtet und beherbergt heute die Stadtverwaltung.

Stefan Czernin
  • Weißenhorn wächst um 149 Quadratmeter durch Grenzbegradigung mit Roggenburg.
  • Weißenhorns Wohlstand hat historische Wurzeln durch Jakob Fugger.
  • Roggenburg stimmt dem Flächentausch zu, Verlust ist verkraftbar.
  • Weißenhorn renoviert historische Gebäude und Attraktionen.
  • Bürgermeister Wolfgang Fendt führt Wachstumstradition fort.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Stadt Weißenhorn prosperiert. Gerade wird das historische Museumsensemble aufwendig renoviert, die Altstadt ist wunderbar herausgeputzt, die Fuggerhalle ist ein Hingucker und das Freibad, das im Sommer Besucher aus der ganzen Region anzieht, ist tipptopp in Schuss. Geld ist also da in Weißenhorn.

Der Wohlstand der Stadt hat eine lange Geschichte. Im Jahr 1507 kaufte Jakob Fugger, der nicht ohne Grund den Beinamen „der Reiche“ trug, die Stadt Weißenhorn und die Grafschaft Kirchberg von Kaiser Maximilian I. ab. Weißenhorn wurde so zur Fuggerstadt, da Jakob Fugger dort die Verwaltung seiner neuen Besitztümer organisierte. Im Laufe der Zeit erwarben der Kaufmann und seine Familie weitere Ländereien, darunter Teile der Grafschaft Babenhausen. Später kamen im Zuge der Gebietsreform in den 1970er Jahren weitere, bis dahin eigenständige Gemeinden hinzu: Oberreichenbach, Biberachzell, Bubenhausen, Emershofen, Oberhausen, Wallenhausen, Attenhofen, Grafertshofen und Hegelhofen.

Verlust schmerzt nicht übertrieben stark

Der Weißenhorner Stadtrat und Bürgermeister Wolfgang Fendt führen diese Tradition fort. Der jüngste Coup: Die Weißenhorner bekommen von der Gemeinde Roggenburg 149 Quadratmeter zugeschlagen, immerhin etwa die Größe einer Vier-Zimmer-Wohnung. Und zwar im Zuge einer Grenzbegradigung, die das Landratsamt auf den Tisch gebracht hatte. „Es sind ja nur 149 Quadratmeter“, hatte Bürgermeister Fendt in seinem typischen Understatement im Rat erklärt.

Und das Beste daran: Den Roggenburgern tut der Verlust nicht übertrieben weh, sie haben dem Tausch zugestimmt. Der sei zwar „etwas zu unseren Ungunsten“ ausgefallen, sagt Stefan Hiller, Geschäftsleiter der Gemeinde Roggenburg. Aber weil das keine Auswirkungen habe, sei das zu verkraften. „Und vielleicht bekommen wir mal an anderer Stelle wieder etwas dazu.“