Heimatmuseum Weißenhorn
: Viel mehr als eine Postkarten-Idylle

18 Millionen Euro steckt Weißenhorn in das stadtbildprägende Gebäudeensemble mit dem oberen Tor. Dabei geht es um mehr als Schönheit. Die Stadt bekommt ein neues kulturelles Zentrum.
Von
Stefan Czernin
Weißenhorn
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Spatenstich Heimatmuseum Weißenhorn

Sonniges Wetter und gute Laune herrschten beim offiziellen Spatenstich für das neue Weißenhorner Heimatmuseum am Freitag.

Stefan Czernin

Einen prominenteren Ort in Weißenhorn gibt es nicht: Das historische Ensemble aus Heimatmuseum, oberem Tor und altem Rathaus ist das Eingangsportal in die Altstadt. 18 Millionen Euro steckt die Stadt in die Sanierung, wovon 10,5 Millionen als Fördergelder fließen. Dabei richtet die Stadt das Heimatmuseum neu aus. Es wird noch stärker auf Museumspädagogik setzen und zu einem kulturellen Zentrum der Stadt werden. Ein ganz zentrales Vorhaben in der Stadt also, was auch Bürgermeister Wolfgang Fendt beim offiziellen Spatenstich betonte, zu dem eine ganze Menge lokaler Prominenz und Bürger am Freitagvormittag auf den Kirchplatz gekommen waren. Darunter der hiesige Bundestagsabgeordnete Alexander Engelhard, Landtagsabgeordneter Thorsten Freudenberger und der stellvertretende Landrat Erich Winkler.

Ein Museum für alle

Durch das Projekt werde die „Bedeutung der Altstadt bewahrt“ und diese „in eine vielversprechende Zukunft“ geführt, so Fendt. Das Gebäudeensemble stehe „symbolisch für die Geschichte und die kulturelle Identität unserer Stadt“. Fendt wies darauf hin, dass der Stadtrat sich einstimmig für das Multi-Millionen-Projekt ausgesprochen hatte. Er stellte aber klar, dass das historische Ensemble nicht als bloße Postkarten-Idylle dienen soll, sondern mit dem Vorhaben noch mehr kulturelles Leben in die Stadt kommt.

Mitte April hatte Museumsleiter Matthias Kunze gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro die konzeptionelle Gestaltung des neuen Heimatmuseums vorgestellt. Das Museum soll ein „Gastgeber für alle“ werden, für verschiedene Zielgruppen und Bedürfnisse, für Schulklassen genauso wie für Senioren und für Menschen mit Behinderungen, für erfahrene Museumsgänger und Menschen ohne großes historisches Wissen.

Sebastian Dellinger vom Architekturbüro Beer Bembé Dellinger sprach am Freitag der Stadt ein dickes Lob aus. Weißenhorn sei eine „Stadt wie aus dem Bilderbuch“. Als Architekt sei ihm wichtig gewesen, dass das Museum den Schritt zu einem kulturellen Zentrum, zu einem Treffpunkt für Menschen vollzieht. Die Bauarbeiten werden etwa zwei Jahre dauern, erklärte Projektleiter Johannes Hiller am Rande der Veranstaltung.