Gewalt in Neu-Ulm
: Vater tritt Badegast bewusstlos und lässt 9-jährigen Sohn zurück

Ein Mann reagierte am Samstag äußert brutal auf einen Badegast, der in einem Neu-Ulmer Schwimmbad mit seinem Sohn zusammengestoßen war.
Von
Leonie Maschke
Neu-Ulm
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Schwimmen können, kann Leben retten.

ARCHIV - 14.06.2023, Berlin: Ein Rettungsring hängt in einem Freibad am Rand des Beckens. In bayerischen Freibädern hat es im vergangenen Jahr deutlich weniger Straftaten gegeben als vor der Corona-Pandemie. (zu dpa: «Deutlich weniger Straftaten in Freibädern als vor Corona») Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Badegast stieß beim Schwimmen mit einem Bub zusammen. Der Vater des Jungen reagierte mit Gewalt.

Soeren Stache/dpa

Am Samstagnachmittag kam es in einem Schwimmbad in Neu-Ulm zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Badegästen, die für einen im Krankenhaus endete.

Gegen 17 Uhr stieß ein Schwimmer, der seine Bahnen zog, mit einem 9-Jährigen zusammen, der sich am Beckenrand aufhielt. Der Vater des Jungen wurde auf die Situation aufmerksam, kam hinzu und trat dem Schwimmer unvermittelt gegen den Kopf. Und zwar so heftig, dass der Schwimmer kurzzeitig das Bewusstsein verlor – andere Badegäste mussten den verletzten Schwimmer aus dem Wasser retten. Der attackierte Badegast wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Vater flüchtet ohne Sohn nach Attacke gegen Badegast

Der Vater flüchtete und ließ seinen Sohn im Schwimmbad bei Familienangehörigen zurück. Trotz einer umgehend eingeleiteten Fahndung konnte der Täter nicht mehr festgenommen werden. Allerdings suchte dieser nur wenige Stunden später die Polizeiinspektion Neu-Ulm auf und stellte sich dort.

Die Polizei hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Zeugen der Tat werden gebeten, sich unter der Telefonnummer (0731) 80 130 bei der Polizeiinspektion Neu-Ulm zu melden.

Mehr Gewalt in Freibädern in BW

Die Zahl der Straftaten in baden-württembergischen Freibädern war bereits 2022 um 166 Prozent auf knapp 1200 gemeldete Vergehen gestiegen, musste die Polizeipräsenz erhöht werden. Auseinandersetzungen in Berliner Freibädern hatten für Aufsehen gesorgt und so forderten mehrere Politiker ein konsequentes Durchgreifen der Polizei.