Freibäder in BW
: Mehr Polizeipräsenz in Freibädern – Zahl der Straftaten im Land steigt um 166 Prozent

Nach Auseinandersetzungen in Berliner Freibädern fordern mehrere Politiker ein konsequentes Durchgreifen der Polizei. In Baden-Württemberg ist die Zahl der Straftaten in Bädern um 166 Prozent gestiegen.
Von
Laura Mensch
Ulm
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Die Zahl der Straftaten in Freibädern steigt – auch in Baden-Württemberg. Für Diskussion sorgen die jüngsten Vorfälle in Berlin.

Friso Gentsch/dpa

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich in der laufenden Debatte über Gewalt in Freibädern für Polizeipräsenz in den Einrichtungen ausgesprochen. Der Rechtsstaat müsse gerade in öffentlichen Schwimmbädern, wo viele Kinder und Jugendliche seien, hart gegen Gewalt vorgehen, sagte Faeser am Mittwoch in Berlin. „Das heißt auch: Polizeipräsenz. Ich will das ganz deutlich sagen“, betonte Faeser nach den jüngsten Auseinandersetzungen in Berliner Freibädern.

Zahl der Straftaten in Freibädern in Baden-Württemberg steigt

Die Zahl der Sexualdelikte, der Schlägereien und Diebstähle in den Freibädern im Südwesten ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen. Die Polizei erfasste 2022 insgesamt 1174 Straftaten in Freibädern - und damit 166 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Entwicklung müsse jedoch vor dem Hintergrund des in den Pandemiejahren 2020 und 2021 eingeschränkten Freibadbetriebs bewertet werden, hieß es aus dem Ministerium. Im Vergleich zum Vor-Pandemie-Jahr 2019 sei die Anzahl der Straftaten in Freibädern um 14,9 Prozent gesunken. Allerdings: Die Anzahl der „Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“, also etwa Körperverletzungen, liegt 25,8 Prozent über dem Wert aus dem Jahr 2019.

Auch CDU-Chef Merz fordert Durchgreifen gegen Gewalt

CDU-Chef Friedrich Merz ein konsequentes Durchgreifen der Polizei verlangt. „Hier wird an einer höheren Polizeipräsenz in den Freibädern nichts vorbeiführen“, sagte Merz, der auch Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag ist, am Mittwoch nach Beratungen der Spitzengremien seiner Partei in Berlin auf eine entsprechende Journalistenfrage. „Das muss auch so vollzogen werden, dass diese Jugendlichen auf absehbare Zeit die Freibäder nicht gleich wieder betreten dürfen“, ergänzte er. Es seien genügend rechtsstaatliche Mittel vorhanden, um dies auch durchzusetzen.

Berliner Freibad musste mehrfach geschlossen werden

Das Columbiabad im Berliner Bezirk Neukölln war am Sonntagabend zum wiederholten Mal wegen Auseinandersetzungen frühzeitig geschlossen und geräumt worden. Die CDU nehme mit großem Befremden zur Kenntnis, was in sehr vielen Freibildern in Deutschland in diesem Jahr erneut passiere, sagte Merz. „Das sind offensichtlich größere Gruppen von enthemmten Jugendlichen, bei weitem nicht nur mit Migrationshintergrund, aber auch mit Migrationshintergrund.“ Für alle gleichermaßen könne nur gelten: „Hier muss die Polizei eingreifen und hier müssen auch Platzverweise und Betretungsverbote ausgesprochen werden. Und das muss auch kontrolliert werden.“