Die Ermittlungen der Polizei zum Achterbahn-Unglück im Günzburger Legoland gehen zumindest vor Ort ihrem Ende entgegen. Am heutigen Donnerstag sind mutmaßlich zum letzten Mal Gutachter im Freizeitpark, auch weitere Testfahrten stehen an, teilte Polizeipressesprecher Holger Stabik mit. Am 11. August war ein Zug der Achterbahn „Feuerdrache“ auf einen vorausfahrenden Zug aufgefahren. Dadurch wurden 31 Menschen verletzt, einer davon schwer. Dem Vernehmen nach soll die Polizei die Dekra beauftragt haben, weil der Tüv die Achterbahn abgenommen und regelmäßig geprüft hat. So soll jeder Eindruck einer Voreingenommenheit ausgeschlossen werden. Sobald die Gutachter abgezogen sind, „wird die Kriminalpolizei die Staatsanwaltschaft bitten, den Unglücksort wieder freizugeben“, berichtet Stabik. „Dann ist die Achterbahn wieder in der Obhut des Legolands.“  

Technischer Defekt oder menschliches Versagen?

Wie schnell das tatsächlich geht, ist noch offen. „Die Ermittlungen vor Ort sind noch nicht abgeschlossen“, sagte Thorsten Thamm, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Memmingen, am Mittwoch auf Anfrage. Ob das am Donnerstag dann der Fall ist, sei nicht sicher. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob eine fahrlässige Körperverletzung vorliegt. „Wir prüfen, ob ein technischer Defekt vorlag oder ob das Personal etwa falsch gemacht hat.“ Die Ermittlungen richten sich derzeit nicht gegen eine bestimmte Person, sondern es geht zunächst darum, die Ursache zu klären. Und das könne noch dauern.
Allerdings sei denkbar, dass die Achterbahn schon vorher wieder in Betrieb gehen darf. Das Legoland müsse nicht zwingend abwarten, bis das Gutachten der Dekra-Prüfer vorliegt, so Stabik.  Der Park könne auch eigene Gutachter beauftragen, um einen sicheren Betrieb der Achterbahn wieder hinzubekommen. Eine Anfrage unserer Zeitung ließ das Legoland am Mittwoch unbeantwortet.