Wahlarena in Münsingen
: Politiker auf dem heißen Stuhl

Am Dienstag hat das Gymnasium Münsingen zur großen Wahlarena in die Alenberghalle eingeladen. Sechs Bundestagskandidaten standen hier Rede und Antwort.
Von
swp
Münsingen
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Das Podium der Wahlarena war mit Michael Donth (CDU), Pascal Kober (FDP), Jaron Immer (Die Grünen), Sebastian Weigle (SPD), Richard Pitterle (BSW) und Anne Zerr (Die Linke) mit hochkarätigen Gästen besetzt.

Das Podium der Wahlarena war mit Michael Donth (CDU), Pascal Kober (FDP), Jaron Immer (Die Grünen), Sebastian Weigle (SPD), Richard Pitterle (BSW) und Anne Zerr (Die Linke) mit hochkarätigen Gästen besetzt.

Privat
Das Gymnasium Münsingen organisierte eine Wahlarena mit Bundestagskandidaten. Sechs Kandidaten, darunter Michael Donth (CDU) und Pascal Kober (FDP), stellten sich den Fragen der Schüler. Das Demokratielabor der Schule hatte die Veranstaltung geplant. Die Schüler konnten sich aktiv beteiligen und Fragen stellen. Am Ende gewann die CDU die Abstimmung. Die Veranstaltung wurde als sehr informativ bewertet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Instagram, Tiktok und Co. gehören mittlerweile fest zum Alltag. Als seriöse Informationsquellen für anstehende Wahlen sind die darüber verbreiteten 15 Sekunden langen Clips jedoch wenig geeignet, so die These von Verbindungslehrer Michael Eisele. Demokratie lebe vom Austausch der Argumente zwischen „echten“ Menschen, am besten von Angesicht zu Angesicht und mit Zeit zum Nachfragen. „Was können wir an der Schule also machen, damit wir vor der Bundestagswahl möglichst gut über die Parteien informiert sind?“, fragte Eisele die politisch interessierten Schüler vom Demokratielabor.

Projekt Demokratielabor

Dieses hat seine Wurzeln in den Projekttagen vom vergangenen Sommer. Dort hatten einige Schüler eine Podiumsdiskussion zum Thema Nachhaltigkeit organisiert und ihre Leidenschaft für Politik entdeckt. Zusammen mit Michael Eisele gründeten sie das Demokratielabor, in dem politisch Interessierte selbst aktiv werden können. Neben der Planung von Projekten geht es darum, die demokratische Kultur an der Schule insgesamt zu fördern und auszubauen. Hierfür müssen Institutionen geschaffen werden, wie zum Beispiel ein Schülerparlament, damit Demokratie gelebt werden kann.

Auf der Suche nach einem geeigneten Format, um die Schülerschaft im Zuge der Bundestagswahl zu informieren, einigte man sich im Demokratielabor schließlich auf eine interaktive Wahlarena mit Bundestagskandidaten auf dem Podium.

AfD-Kandidat blieb fern

Am Dienstag fand die Veranstaltung dann in der Alenberghalle statt. Das Podium war mit Michael Donth (CDU), Pascal Kober (FDP) Jaron Immer (Die Grünen), Sebastian Weigle (SPD), Richard Pitterle (BSW) und Anne Zerr (Die Linke) hochkarätig besetzt. Fern sei lediglich der Kandidat der AfD geblieben, trotz Einladung seitens des Gymnasiums, informierte die Schule. Durch die Veranstaltung führten Anjulie Zörkler und Schülersprecher Levin Falk, die die Politiker mit ihren pointierten Anmoderationen immer wieder aus der Reserve lockten.

Im Publikum saßen die Jahrgangsstufe I und II sowie die Klassen 9 und 10 des Gymnasiums. Ihre Rolle blieb nicht, wie bei Polit-Talks sonst üblich, aufs Zuhören beschränkt. Die Schüler hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen sowie mit roten und grünen Karten Zustimmung oder Ablehnung während der laufenden Diskussion zu signalisieren.

Bildung, Wirtschaft, Migration

Zunächst wurden die Gäste von den Moderatoren zu den Themen Bildung und Wirtschaft befragt. Anschließend gab es Fragerunden sowie eine offene Diskussionsrunde zum Thema Migration. Auf dem heißen Stuhl wurde den Politikern dann von den Moderatoren einzeln auf den Zahn gefühlt. Hier war der Mentimeter, ein digitales Abstimmungstool, zum ersten Mal im Einsatz und das Publikum konnte Schulnoten vergeben. In der Abschlussrunde leistete jeder Politiker noch einmal in einem 60-sekündigen Statement Überzeugungsarbeit, bevor es zur finalen Abstimmung kam. Das Rennen machte die CDU, gefolgt von der FDP und den Grünen.

"Richtig informativ"

Die Schüler waren konzentriert bei der Sache, ließen sich mitreißen und waren zuweilen sichtlich bewegt. Der Live-Effekt sowie die Möglichkeiten zur Beteiligung zogen das Publikum in den Bann. „Während die Algorithmen des Internets die Gefahr bergen, dieselbe Meinung zu wiederholen, haben wir hier die unterschiedlichen Perspektiven auf einen Sachverhalt gesehen“, so das Resümee einer Schülerin, „die Wahlarena war richtig informativ.“

Aber nicht nur die Schülerschaft, sondern auch die Gäste sowie der Verbindungslehrer blickten zufrieden auf die Veranstaltung zurück. „In sehr hohem Maße haben natürlich die Schüler vom Demokratielabor profitiert“, so Eisele. „Nicht nur, dass sie die Organisation der Großveranstaltung selbst gestemmt haben, sondern auch die Vorbereitung der Moderationen war eine intensive Zeit für die Gruppe, die sich umfassende Kenntnisse in Bezug auf den aktuellen politischen Diskurs erarbeitet hat. Bei der Performance sind die Moderatoren außerdem über sich hinausgewachsen und haben auf dem Podium wichtige Erfahrungen sammeln können.“

Demokratie im Bildungsplan

Schulleiterin Kathrin Lehbrink war begeistert. Dass sich Schüler eine begründete Meinung bilden und diskutieren können, sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Mit dem neuen G9-Gymnasium sei Demokratiebildung sogar ein zentrales Innovationselement des Bildungsplans, so Lehbrink. „Die Wahlarena war eine sehr wertvolle Erfahrung für uns alle.“

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