Frühlingsspaziergänge
: Sieben Routen, um den Frühling auf der Alb zu entdecken

Der Frühling lockt in die Natur. Fünf Stimmen aus der Region verraten ihre liebsten Spazierwege auf der Alb – und was es dort zu entdecken gibt.
Von
Katja Länge
Region
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Schon im Februar stechen die ersten Märzenbecher aus dem Waldboden. Wer in der Natur unterwegs ist entdeckt sie unter anderem in der Trailfinger Schlucht (links unten). Dort sprießen sie großflächig in weiß-grünen Teppichen.

Schon im Februar stechen die ersten Märzenbecher aus dem Waldboden. Wer auf der Alb unterwegs ist, entdeckt sie unter anderem in der Trailfinger Schlucht (links unten). Auf dem Seeburgsteig lassen sich die Schluchtwälder vom Aussichtspunkt „Hoher Fels“ überblicken.

Privat; Collage: befunky
  • Fünf Stimmen empfehlen Frühlings-Spazierwege auf der Schwäbischen Alb.
  • Trailfinger Schlucht und Wolfstal: Felder von Märzenbechern zu sehen.
  • Reinhard Krehl: Seidelbast blüht lila; Gedichte am Hungerberg erlebbar.
  • Ingrid Zellner: Route „hochgehsprudelt“ am Sternberg; Küchenschellen blühen.
  • Münsingen: „hochgehhütet“ Beutenlay, Hungerberg-Feierabendrunde; „hochgehlautert“ ruhig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwischen den kahlen Baumwipfeln kommen erste Knospen und Blüten zum Vorschein. Und zwischendrin zappelt, fleucht und zwitschert es. Mit den ersten warmen Frühlingstagen erwacht die Natur aus der Winterruhe. Auch die Menschen zieht es da für einen Spaziergang ins Freie. Fünf Stimmen aus der Region verraten, wo sie auf der Schwäbischen Alb am liebsten ihre Runde drehen.

Für den Münsinger Künstler Reinhard Krehl ist der Spaziergang nicht nur eine Tätigkeit, um zur Ruhe zu kommen. Der „Spaziergangswissenschaftler“ kehrt von seinen Runden mit Ideen, Gedichten und kleinen Schätzen aus der Natur zurück. Im Frühling hält er sich gerne im Gebiet um den Friedwald auf: „Bisher ist es noch nicht so bunt im Wald, aber da blüht schon der Seidelbast mit seinen Lila-Blüten“, ein besonderer Anblick, findet Krehl. Gut gefallen ihm auch die Märzenbecher mit ihren grünen Punkten auf der hängenden Blüte – als „eine lustige, freundliche Pflanze“ charakterisiert er sie. In der Trailfinger Schlucht bei Seeburg findet man ganze Felder des Frühblühers, verrät der Künstler.

Lila blüht es im Gestrüpp

Neben den Märzenbecherfeldern dort, kennt Reinhold Treß von der Ortsgruppe Rietheim des Schwäbischen Albvereins noch eine Stelle im Lautertal. „Von der Laufenmühle in Lauterach Richtung Erbstetten, finden sich im Wolfstal viele Märzenbecher“, sagt der leidenschaftliche Wanderer. Im Naturschutzgebiet Höhnriß-Neuben hat der Rietheimer auch schon Küchenschellen in Blüte gesichtet. Mit dem Albverein geht es für ihn am Wochenende auf eine Frühlingswanderung nach Amstetten bei Geislingen, zur Burgruine Helfenstein, mit Abschluss in der Ziegelhütte.

Die Landschaften der Schwäbischen Alb finden bei der Gomadinger Krimibuchautorin Ingrid Zellner Einzug in ihre Werke. „Ich hab’ eine wunderschöne Route direkt vor der Haustür: den Sternberg mit dem Wanderweg ‚hochgehsprudelt‘“, erzählt Zellner. Am Brünnele, dem Namensgeber der Route, verweilt sie gerne, auch lässt sie auf dem Sternbergturm mit Weitblick auf die Alb „die Seele baumeln“. Klein und lila blühen derzeit die Küchenschellen auf der Wacholderheide – „in meinem aktuellen Roman kommt sogar eine Beschreibung davon vor“, so Zellner, die sich gerne von der Natur inspirieren lässt. „Wenn ich gerade an einem Manuskript arbeite, kommen mir unterwegs die meisten Ideen“, berichtet die Autorin. Erst wenn das abgeschlossen ist, könne sie wieder durch die Natur schlendern, ohne nachzudenken.

Spontane Feierabendrunden

Eben jenen, die bei einem spontanen Spaziergang dem stressigen Alltag entfliehen wollen, gibt Hans-Peter Engelhart den optimalen Insidertipp. Als Leiter des Touristik-Info Münsingen fällt es ihm jedoch schwer, sich auf eine Route festzulegen: „Wir haben so viele tolle Premiumwanderwege in der Region.“ Darunter die Tour „hochgehhütet“ auf den Münsinger Hausberg Beutenlay: „Die vier Kilometer lange Strecke eignet sich durch ihre Stadtnähe gut für eine Feierabendrunde. Das Besondere ist, dass man auf breiten Rasenwegen läuft“, berichtet er.

Auch der Hungerberg biete sich besonders für eine spontane Feierabendrunde an. „Wenn man beispielsweise beim Rewe einkaufen ist und sich kurz vom Alltag erholen möchte, läuft man einfach am Freibad vorbei und ist schon da“, so Engelhart, der genießt, dass der Hungerberg ohne große Mühen erreichbar ist und ein Eintauchen in die Natur ermöglicht. Entspannung bringt auch das Zwitscherkonzert der vielen Vögel, die er auf der rund vier Kilometer langen Strecke beobachtet. Außerdem verweist er auf den literarischen Rundgang am Hungerberg, bei dem Spaziergänger Gedichte von Reinhard Krehl erleben können.

Engstingens Bürgermeister Mario Storz erinnert sich an eine schöne Frühlingstour auf dem Premiumwanderweg „hochgehlautert“, der auf etwa elf Kilometern entlang der Lauter vorbei an zahlreichen Burgruinen führt. „Damals war die Landstraße gesperrt. Da war es schön ruhig ohne die Motorengeräusche“, so Storz. Doch mit seinem Sohn geht es nun eher in die Städte der Region: „Da wo's wuselt, will er hin, wo's was zu gucken gibt.“