Busverkehr in Heroldstatt: Chaos nach den Sommerferien

Vorübergehende Ersatzhaltestellen in Heroldstatt führten zu Verwirrung bei Fahrgästen und Schulkindern zu Beginn des neuen Schuljahres. (Symbolbild)
Marijan Murat/dpa- Chaos im Busverkehr in Heroldstatt nach spontanen Änderungen der Umleitungsstrecken.
- Gemeinde kritisiert unkoordiniertes Vorgehen des Verkehrsunternehmens RAB scharf.
- Kinder und ältere Menschen von Ersatzhaltestellen weit außerhalb des Ortskerns betroffen.
- Ab 22. September werden zentrale Haltestellen „Neue Ortsmitte“ und „Peter-und-Paul-Kirche“ wieder bedient.
- Änderungen wegen Sicherheitsproblemen mit Gelenkbussen – aktuelle Infos unter www.heroldstatt.de.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die ersten Schultage nach den Sommerferien begannen in Heroldstatt mit unerwartetem Chaos im Busverkehr. Grund waren kurzfristige Änderungen der Umleitungsstrecken, die nach Angaben der Gemeinde nicht abgestimmt waren.
Die Gemeinde Heroldstatt kritisiert das Vorgehen scharf. „Erst einmal müssen wir klarstellen, dass diese neue Weisung durch den RAB vollkommen unabgestimmt ausgeführt wurde. Dies ist nicht tragbar“, erklärt die Verwaltung auf Rückfrage. Die offiziell abgestimmte Umleitungsstrecke, die gemeinsam mit dem örtlichen Straßenverkehrsamt und dem Verkehrsunternehmen vereinbart worden war, sei damit umgangen worden. Von den Änderungen habe die Verwaltung erst am Dienstag, 16. September, über Dritte erfahren. Nach Angaben der Gemeinde führte die neue Umleitungsführung dazu, „dass ein großer Teil unserer Gemeinde vom öffentlichen Nahverkehr wie abgeschnitten ist.“
Die Ersatzhaltestelle an der Ulmer Straße liegt weit außerhalb des Ortskerns von Sontheim. Für Kinder und ältere Menschen bedeutet dies einen deutlich längeren Weg, der das Überqueren stark befahrener Straßen erfordert. „In der ‚Neuen Ortsmitte“ sind neugestaltete, mobilitätsgerechte Bushaltestellen mit Überdachung seit kurzem in Betrieb und sollen nun auch genutzt werden können“, heißt es aus Heroldstatt. Durch die unabgesprochene Änderung durch die RAB seien zudem einige Schulkinder und Fahrgäste nicht befördert worden. Denn während die einen Busfahrer wohl an der Ulmer Straße hielten, nutzen andere die bisherige Umleitung.
Kommunikation in der Praxis
Die Deutsche Bahn verteidigt die kurzfristige Änderung. Testfahrten der Umleitungsstrecke hatten in den Sommerferien gut funktioniert. „Nach Schulbeginn zeigte sich, dass die Strecke mit dem Gelenkbus aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens nicht mehr befahren werden kann“, teilt eine Bahnsprecherin mit. „Geplante Umleitungen finden in enger Abstimmung mit unserem Aufgabenträger, dem Alb-Donau-Kreis, statt. Die Kommunikation mit den Gemeindevertretern erfolgt im Regelfall durch den Alb-Donau-Kreis.“
Das Landratsamt erklärt dazu: „Die Änderung der Umleitungsroute war nicht mit dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis besprochen.“ Die konkrete Festlegung der Umleitungsstrecke und der Ersatzhaltestellen obliege der Gemeinde, dem GVV-Laichinger Alb als örtlich zuständige Straßenverkehrsbehörde und dem Verkehrsunternehmen. „Die Verantwortung des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis greift erst bei großen Veränderungen des Fahrplanaufbaus“.
Nach Angaben des Verkehrsunternehmens waren die ursprünglich vorgesehene Umleitungsstrecke und die Ersatzhaltestellen zuvor mit einem zwölf Meter langen Bus erfolgreich getestet worden, teilt das Landratsamt mit. In der praktischen Umsetzung traten jedoch Probleme auf und mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt, weil während der Schulzeit eingesetzte achtzehn Meter lange Gelenkbusse sich deutlich anders fahren lassen. Aus Sicherheits- und Unfallvermeidungsgründen sei deshalb eine kurzfristige Umstellung erforderlich gewesen. Die Sicherheit der Fahrgäste und des Fahrpersonals stehe hierbei an oberster Stelle.
„Vor dem Hintergrund der Verkehrssicherheit obliegt die konkrete Festlegung der Fahrstrecke sowie der Ersatzhaltestellen dem Verkehrsunternehmen in Abstimmung mit der betroffenen Gemeinde“, schreibt das Landratsamt dazu. „Aus Sicht des Landratsamts ist nachvollziehbar, dass die kurzfristige Anpassung der Umleitung zum Schulbeginn für erhebliche Verunsicherung bei Fahrgästen und Fahrpersonal geführt hat.“
Neue Regelung ab 22. September
Die Gemeinde Heroldstatt setzte sich im Laufe der Woche dafür ein, die Situation für Fahrgäste und Schulkinder zu entschärfen. „Aus unserer Sicht sollte die ursprünglich und offiziell abgestimmte Umleitungsstrecke weiterhin befahren werden. Sollten die Erfahrungen der letzten Wochen zeigen, dass es nicht möglich ist, mit Bussen diese Strecke zu befahren, ist eine gemeinsame Abstimmung mit allen Beteiligten erforderlich und kein eigenständiges Handeln des RABs“, heißt es aus der Verwaltung.
Nun konnte eine Anpassung der Umleitungsstrecke umgesetzt werden, wie die Gemeinde Heroldstatt mitteilt: Ab Montag, dem 22. September, um 6.30 Uhr, wird die Bushaltestelle „Neue Ortsmitte“ im Ennabeurer Weg in beide Richtungen wieder angefahren. Gleichzeitig fällt die Haltestelle auf der Friedhofseite vorübergehend weg.
Die Wendemöglichkeit der Busse erfolgt über die Lindenstraße und die Erlenstraße. Dafür wird ein Halteverbot eingerichtet. Außerdem wird die Haltestelle „Peter-und-Paul-Kirche“ ab Montag wieder regulär bedient. Ein Plan zur aktuellen Busumleitung findet sich auf der Webseite der Gemeinde www.heroldstatt.de unter „Rathaus Aktuell“.
