Bästenhardt-Schule in Mössingen
: Stadt spricht sich für Teilneubau aus

Es war eine der großen unbeantworteten Fragen: Wie geht es mit der PCB-belasteten Schule weiter? Jetzt macht die Verwaltung einen eindeutigen Vorschlag.
Von
Benjamin Breitmaier
Mössingen
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Lassen sich die PCB-belasteten Räume des Grundschultrakt der Bästenhardt-Schule sanieren? Oder muss ein Neubau her? Diese Frage wird sich erst in den kommenden Monaten beantworten lassen.

Lassen sich die PCB-belasteten Räume des Grundschultrakts der Bästenhardt-Schule sanieren? Oder muss ein Neubau her? Für die Mössinger Stadtverwaltung ist die Antwort eindeutig.

Benjamin Breitmaier
  • PCB-belastete Bästenhardt-Schule in Mössingen wird teilweise neu gebaut, statt saniert.
  • Stadtverwaltung plant europaweite Ausschreibung mit Realisierungswettbewerb.
  • Neuer Campus mit flexiblen Räumen für Bildung, Jugendmusikschule und außerschulische Angebote.
  • Sanierung scheitert an hohen Kosten, Schadstoffgrenzwerten und baulichen Mängeln.
  • Fertigstellung bis Mitte 2028 geplant; Turnhalle benötigt punktuelle Maßnahmen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie viele Emotionen im Thema Bildungsinfrastruktur stecken, zeigte jüngst der Beschluss des Starzacher Gemeinderats. Nach Jahren der Vorbereitung versenkte der Gemeinderat Ende September die Pläne für einen Grundschul-Erweiterungsbau in einer tiefen Schublade. In Mössingen muss sich das Gremium nun ebenfalls mit der Entscheidung Pro oder Contra Neubau befassen.

In seiner Sitzung am Montag, 3. November, wird der Mössinger Gemeinderat eine Entscheidung von Tragweite fassen: Wie geht es weiter mit der Bästenhardt-Schule? Teilneubau oder Sanierung.

Es war ein unruhiges Jahr für die Schule. Nachdem die PCB-Belastung einiger Räume im sogenannten „Gelben Trakt“ der Bästenhardt-Schule im Juni bekannt wurde, stand lange die Frage im Raum, was mit der Schule geschehen soll. Ursprünglich wollte die Stadt eine Kinderbetreuungseinrichtung an der Stelle realisieren. Doch die Untersuchungen förderten eine Belastung mit Schadstoffen zutage, die sämtliche Pläne über den Haufen warf.

Mehr als Rechnen und Schreiben

Mit den Unterlagen für die kommende Sitzung des Mössinger Gemeinderats ist jetzt klar, welche Zukunftsvariante die Mössinger Stadtverwaltung bevorzugt: „Teilneubau für die Bästenhardtschule mit VGV-Verfahren und vorgeschaltetem Realisierungswettbewerb“, heißt es in der Vorlage zur Sitzung.

Es soll also eine europaweite Ausschreibung geben, bei dem zunächst mehrere Büros Entwürfe einreichen können, aus denen das beste Konzept ausgewählt wird.

Dabei wird das gesamte Raumkonzept überdacht. Was kann wo angeboten werden? Welchen Bedarf gibt es in der Zukunft? Hauptgebäude und die Außenstelle werden einbezogen. Aus der Bästenhardt-Schule heraus soll quasi ein neuer Campus für die Ausbildung von jungen Menschen entstehen.

In der Drucksache betont die Stadt, dass Grundschulen längst mehr sind als Orte des Lernens von Lesen, Schreiben und Rechnen. Sie seien Lebensräume: für Ganztagsangebote, Schulsozialarbeit, Heilpädagogik, Musik- und Sportangebote. „Dafür braucht es flexible Räume, die sich an wechselnde Schülerzahlen und pädagogische Konzepte anpassen können.“

Räume für externe Partner

Oberbürgermeister Michael Bulander verfolgt dabei einen „Mehrere Fliegen mit einer Klappe“-Ansatz. „So können Flächen geschaffen werden, die sowohl der Schule als auch außerschulischen Akteuren zugutekommen und als Puffer dienen, sollte die Schulentwicklung langfristig zu einem höheren Raumbedarf führen“, heißt es weiter. Seit Jahren nutzt zum Beispiel die Jugendmusikschule Steinlach Räume in der Bästenhardt-Schule.

So ist es wenig verwunderlich, dass die Stadt der Idee einer Sanierung des bestehenden „Gelben Trakts“ der Schule wenig Liebe entgegenbringt. Nur mit der Variante Teilneubau sei eine „nachhaltige, wirtschaftliche und pädagogisch sinnvolle Lösung möglich“.

Selbst bei einer umfassenden Sanierung sei „eine dauerhafte Unterschreitung des Grenzwertes von 80 Nanogramm pro Kubikmeter (ng/m3) in der Praxis so gut wie nicht zu erreichen“. Dazu komme ein „unvorteilhafter Grundriss“, ein undichtes Dach, fehlende Barrierefreiheit, keine Anbindung ans Hauptgebäude – die Liste der Nachteile einer Sanierungs-Lösung ist lang.

Dabei würde die Sanierung der Gebäude ähnliche Kosten verursachen, ohne die positiven Effekte und die Sicherheit der Einhaltung der Grenzwerte von Schadstoffen wie PCB. Damit das Thema „Schadstoffe“ endgültig vom Tisch ist, bleibe quasi nur der Abriss.

Einen zeitlichen Horizont zeichnet die Verwaltung ebenfalls. So würden ab der Beauftragung eines Wettbewerbbetreuers etwa 34 Monate bis zur Inbetriebnahme vergehen. Somit könnte eine Fertigstellung bis Mitte 2028 realisiert werden.

Die Turnhalle

Wie aus der Vorlage zum Tagesordnungspunkt hervorgeht, werden bei beiden Varianten noch Arbeiten an der nahestehenden Turnhalle fällig. Dort wurden bei der vorsorglichen Überprüfung PCB-Werte zwischen Vorsorge- und Gefahrenwert gemessen: Herrenumkleide: 629 ng/m³, Damenumkleide: 261 ng/m³, Turnhalle: 252,5 ng/m³. Akuten Handlungsbedarf sieht die Stadtverwaltung nicht: „Da jedoch die Aufenthaltszeiten in den Räumen sehr gering sind, erfolgen mittelfristig keine größeren oder umfangreiche Sanierungsmaßnahmen.“ Verstärkte Reinigungs- und Lüftungsmaßnahmen sowie eine punktuelle Behandlung einzelner Stellen dürften laut Stadt ausreichend sein, den Vorsorgewert zu unterschreiten.

Info In einer früheren Version des Artikels wurde berichtet, die Stadt Mössingen ziehe in Erwägung, an der Bästenhardt-Schule einen eigenen Standort für die Jugendmusikschule Steinlach zu schaffen. Diese Darstellung ist falsch. Richtig ist: In der Sitzungsvorlage ist lediglich davon die Rede, bei einem möglichen Teilneubau auch Räume für externe Partner wie die Jugendmusikschule mitzudenken. Die Stelle wurde geändert. (27. Oktober, 17.21 Uhr)