Weihnachts-Spendenaktion 2024: Katzen in Not – Streuner brauchen Hilfe

Wenn freilaufende Katzen nicht kastriert sind, paaren sie sich mit Streunern. Der Nachwuchs lebt oft auf der Straße. Dort ist er von Krankheit und Hunger bedroht.
Soeren Stache/dpa- Tierschützer in Metzingen fordern eine Katzenschutzverordnung zum Schutz vor Krankheiten und Hunger.
- Deutsche Tierschutzbund meldet Zunahme ausgesetzter Tiere; hohe Kosten und Zeitmangel als Gründe.
- Eningen hat bereits eine solche Verordnung erlassen; alle freilaufenden Katzen müssen kastriert werden.
- Kastration und Chippen erleichtern das Finden von Besitzern; Tierheim Reutlingen unterstützt die Aktion.
- Spenden an „Die gute Tat“ unterstützen Tierschutzprojekte und die Kinderklinik Tübingen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Schon vor einem Jahr hat der Deutsche Tierschutzbund Alarm geschlagen. Viele Bundesbürger, die sich während der Coronapandemie einen tierischen Mitbewohner angeschafft hatten, wollen diese jetzt wieder loswerden. Plötzlich fehlt die Zeit und mitunter auch das Geld für Hund, Katze, Hamster oder Wellensittich. Teuer für die Besitzer sind dabei nicht allein Futter und Zubehör, auch die Kosten für den Tierarzt schlagen zu Buche. Zumal vor zwei Jahren eine neue Gebührenordnung für Veterinäre in Kraft getreten ist, die Untersuchungen und Behandlungen, wie etwa die Kastration, verteuert hat.
Manche Halter setzen deshalb ihre Tiere einfach aus. Die Metzingerin Ingeborg Barkholtz, die in der Stadt eine Tierheilpraxis betreibt, kennt solche Fälle und hat sich deshalb vor Kurzem per E-Mail an die Gemeinderatsfraktionen in ihrer Stadt gewandt. Sie bittet die Kommunalpolitiker darum, eine Katzenschutzverordnung zu beschließen. Ihr Appell verhallte nicht ungehört. Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE mitteilt, soll das Thema in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen auf der Tagesordnung stehen. Das Gremium kann dann über das Für und Wider dieses Vorschlags beraten.
Ingeborg Barkholtz hofft, dass der Gemeinderat dem Beispiel der Nachbarkommune Eningen folgt, die vor gut zwei Wochen eine solche Verordnung beschlossen hat, im Wunsch, freilebende Katzen vor „erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden“ zu bewahren. Kastriert werden müssen in Eningen künftig alle Stubentiger, die frei im Ort herumstromern dürfen, also auch Tiere, die einen Besitzer und ein gutes Zuhause haben.
Das ist nach Meinung von Ingeborg Barkholtz der richtige Ansatz, um Tiere vor Krankheiten und Hunger zu schützen. Denn unkastrierte Freigänger paaren sich regelmäßig mit Streunern. Auf diese Weise werde unter anderem Katzenschnupfen an den Nachwuchs weitergegeben, weiß Barkholtz. Eigentlich kann diese Krankheit gut kuriert werden, außerdem besteht die Möglichkeit, die Tiere dagegen zu impfen. Bleibt die Infektion hingegen unbehandelt, können Katzen etwa erblinden oder sogar an den Folgen sterben. „In meiner Praxis habe ich schon viel Tierleid gesehen“, berichtet Ingeborg Barkholtz, die sicher ist, dass eine Katzenschutzverordnung vieles zum Besseren wenden würde.
Tiere finden wieder nach Hause
Falls Metzingen eine solche Verordnung einführt, werden Katzen nicht nur kastriert, sondern von einem Tierarzt auch tätowiert oder gechipt. Außerdem wären die Tiere über entsprechende Portale beim Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes oder über den Verein Tasso registriert. Besitzer von Fundkatzen ließen sich deshalb schnell und unproblematisch ausfindig machen. „Wenn man die Seiten auf Facebook durchforstet, findet man viele Katzen, die gesucht werden“, schreibt Barkholtz in ihrer E-Mail an die Gemeinderatsfraktionen. Die Tiere könnten ihren Familien aber oft nicht zugeordnet werden, weil sie nicht gechippt oder gar nicht erst registriert seien.
Auch das Tierheim in Reutlingen unterstütze die Einführung einer Katzenschutzverordnung, argumentiert Barkholtz. Seit Jahrzehnten kastrieren die Mitarbeitenden herrenlose oder verwilderte Katzen. „Montags ist Katzenkastrationstag im Tierheim“, schreibt der Träger des Heims, der Tierschutzverein Reutlingen und Umgebung, auf seiner Homepage. Der Kastrationstermin biete zudem Gelegenheit, die Tiere zu untersuchen und beispielsweise Abszesse zu behandeln oder kranke Zähne zu ziehen.
Kein Katzenschnupfen mehr
Im Anschluss werden die Streuner wieder am Tierheim abgeholt und zurück in ihren gewohnten Lebensraum gebracht. Dort kennen sie sich aus, wissen, wo sie sich verstecken können und wo sie Futter bekommen. „Nur Babys gibt es dann keine mehr. Keine verklebten Augen, Rotznasen, keinen Katzenschnupfen, keinen Hunger, keine ersäuften, überfahrenen oder erschlagenen Kinder“, schreibt das Tierheim auf seiner Homepage. Die Kosten für Kastration und Behandlung trägt der Tierschutzverein: „Es sind eure Spenden, Mitgliedsbeiträge und Erbschaften, die diese Arbeit möglich machen.“ Eine Arbeit, so betont der Verein, die Katzenleid verhindere.
Wer eine herrenlose Katze findet, darf sie übrigens nicht einfach behalten, betont Ingeborg Barkholtz. Entweder sollte sie dem Tierheim gemeldet oder zu einem Veterinär gebracht werden. Damit sei zum einen sichergestellt, dass das Tier auf Krankheiten untersucht wird. Zum anderen kann nach einer Tätowierung gesucht und ein Chip ausgelesen werden. Das eröffnet die Chance, die Familie des Stubentigers zu finden, die ihn womöglich schmerzlich vermisst. Die Kosten für Untersuchung und Behandlung muss der Finder nicht tragen.

Unsere Zeitung sammelt Spenden für Kinderklinik Tübingen, für den Tierschutzverein Münsingen und das Tierheim Reutlingen..
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