Wahlkreis Reutlingen
: Wie stehen die Bundestagswahl-Kandidaten zum Verbrennermotor?

Das sagen CDU, SPD, Grüne, AfD, FDP, Die Linke und BSW zum fossilen Antrieb.
Von
Peter Kiedaisch
Reutlingen
Jetzt in der App anhören
Die EU-Kommission will, dass keine Autos mit einem Verbrennermotor mehr hergestellt werden dürfen. Das hat Widerspruch und Unterstützung erfahren. Auch in der Redaktion gehen die Meinungen weit auseinander.

ARCHIV - 28.10.2022, Nordrhein-Westfalen, Bonn: Ein Pkw mit doppeltem Auspuff steht auf einem Parkplatz. Verkehrsminister Wissing bekommt in seinem Widerstand gegen ein pauschales Zulassungsverbot neuer Verbrenner ab 2035 in der EU Unterstützung vom grün geführten Wirtschaftsministerium. (zu dpa «Grünes Wirtschaftsministerium unterstützt FDP in Verbrenner-Debatte») Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ist der Verbrennermotor noch zeitgemäß?

Oliver Berg/dpa
  • Kandidaten des Wahlkreises Reutlingen zur Zukunft des Verbrennungsmotors befragt.
  • Grüne: Ende von Neuzulassungen ab 2035, Förderung günstiger E-Autos.
  • Linke: Verkehrswende nötig, Ausbau des ÖPNV.
  • CDU: Verbrenner für Sonderfahrzeuge, klimaneutrale Kraftstoffe.
  • FDP: Weiterentwicklung des Verbrenners, Arbeitsplatzsicherung.
  • SPD: Beschränkung auf Schwerlastverkehr, e-fuels.
  • AfD: Technologieoffenheit befürwortet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ist der Verbrennermotor endgültig tot, oder sollte er revitalisiert werden? Diese Frage haben wir den Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Wahlkreis Reutlingen zur Bundestagswahl 2025 gestellt.

Die Antworten im Überblick:

Jaron Immer (Grüne) sagt dazu: „Wir stehen zum Ende von Neuzulassungen mit Verbrennermotor ab 2035. Wirtschaft braucht Planungssicherheit, statt Ziele immer wieder umzuwerfen. Wir müssen E-Autos fördern und günstige E-Autos auch in Deutschland produzieren. Daher wollen wir eine Kauf-  und Leasingprämie für günstige E-Autos.“

Anne Zerr (Die Linke): „Die Klimakrise zu bremsen, geht nicht ohne Verkehrswende. Dafür braucht es aber Alternativen. Der ÖPNV muss ausgebaut werden und endlich zuverlässig fahren. Beschäftigte und Betriebe brauchen Sicherheit – statt ständigem Richtungswechsel braucht es einen klaren Transformationsplan weg vom Verbrenner.“

Michael Donth (CDU): „Die Technik des Verbrennermotors wird benötigt. Für Sonderfahrzeuge, Schiffe, Arbeitsmaschinen, Reisebusse, LKW und auch für die Nutzung in manchen PKW. Das Problem ist nicht der Motor, sondern der Tank. Wir wollen, dass sich die umweltfreundlichste Technologie durchsetzt. Also neben der E-Mobilität auch klimaneutrale Kraftstoffe für Motoren.“

Jessica Tatti (BSW): „In der Autoindustrie sind viele Arbeitsplätze gefährdet. Wir sollten nicht alles auf die Elektro-Karte setzen, sondern auch an verbrauchsarmen Verbrennern forschen. Der CO₂-Rucksack der Autobatterien ist beachtlich. Am besten für die Umwelt wäre eine funktionierende Bahn.“

Pascal Kober (FDP): „Über Jahrzehnte war der Verbrenner der Motor unseres Wirtschaftsstandorts. Der technologische Fortschritt ist noch lange nicht abgeschlossen, und die weltweite Nachfrage wird weiterhin hoch bleiben. Deshalb wäre es unklug, Kompetenzen und Arbeitsplätze in diesem entscheidenden Sektor aufzugeben.“

Sebastian Weigle (SPD): „Der Wirkungsgrad von Verbrennermotoren ist der Elektromobilität weit unterlegen. Daher werden Verbrenner in absehbarer Zeit nur noch in einzelnen Sektoren eine Rolle spielen, im Schwerlastverkehr, der Landwirtschaft, in Schiff- und Luftfahrt. Und dort werden dann alle Kapazitäten für e-fuels benötigt.“

Rudolf Grams (AfD): „Die Motorentechnik ist wie jede Technik weiter skalierbar. Selbst jetzt schon ist ein Diesel effizienter und sauberer als andere Techniken, weitere spannende Entwicklungen sind auf dem Weg. Die AfD befürwortet Technologieoffenheit, denn wir wissen nicht, was morgen noch erfunden wird.“