Unterschriftenaktion von Grundschuleltern: Schulbusse – überfüllt und jetzt auch noch kostenpflichtig

Wenn der Bus morgens in der Böhringer Ortsmitte hält, müssen sich die Schulkinder oft eng zusammenrücken, damit alle hineinpassen. Eine Mutter beobachtet das fast jeden Tag.
Privat- Ab 2026 müssen Eltern im Kreis Reutlingen für Grundschulbusfahrkarten 34,50 Euro monatlich zahlen.
- Überfüllte Schulbusse sorgen für Beschwerden – zweiter Bus wurde gestrichen, Sicherheitsrisiko bleibt.
- Lange Wartezeiten an Haltestellen nach Schulschluss verschärfen die Situation der Grundschulkinder.
- Eltern starten Petition für kostenfreie und sichere Schulbusse – bereits 2100 Unterschriften gesammelt.
- Ab 7. Januar sollen zusätzliche Busse eingeführt werden, um lange Wartezeiten zu reduzieren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bislang mussten die Eltern von Grundschülern im Kreis Reutlingen nicht für die Busfahrkarte ihrer Kinder zahlen. Der Kreistag beschloss jedoch jüngst, dies ab 2026 zu ändern. Sarah Bauer, Steffi Bauer und Melanie Kübler aus Römerstein erfuhren wie viele andere Eltern durch Schreiben des Reutlinger Landratsamtes und der Deutschen Bahn von dieser Entscheidung: 34,50 Euro im Monat pro Grundschulkind werden ab Januar auf sie zukommen.
„Da regen wir uns seit Wochen drüber auf“, berichten die drei Mütter. Familien, die in Gemeinden ohne eigene Grundschule leben, seien aufgrund der gesetzlichen Schulpflicht zwingend auf den Schulbus angewiesen. Gleichzeitig werde immer wieder deutlich kommuniziert, dass Elterntaxis nicht erwünscht sind.
Steigende Kosten
„Wenn man ein Kind in der Grundschule und eines in einer weiterführenden Schule hat, sind das 914,70 Euro im Jahr“, erklärt Melanie Kübler. „Und es wird ja alles teurer“, ergänzt Steffi Bauer. Da seien das Schulmaterial, die Betreuungskosten und das Mittagessen. Dass man als Eltern das „Deutschlandticket Jugend BW“ für die älteren Schüler zahlen muss, würden sie durchaus verstehen. Die Jugendlichen würden ja dann doch öfter mal mit dem Bus fahren – beispielsweise zu Freunden oder ins Schwimmbad. Doch die Grundschüler, gerade mal zwischen sechs und zehn Jahren alt, fahren nur zur Schule. In ihrem Fall sind das gerade einmal etwa vier Kilometer.
Ein Bus gestrichen
Als am 14. Dezember die neuen Fahrpläne in Kraft traten, kam der nächste Schock. Vor zwei Jahren hatten sich die drei Mütter wegen überfüllter Busse zur ersten Stunde erfolgreich für einen zweiten Bus eingesetzt. Doch nun wurde dieser wieder gestrichen. Es sei eine Katastrophe, der Bus sei viel zu voll. „Wenn das ein Viehtransport wäre, hätte Peta den schon längst gestoppt“, sagt Sarah Bauer. Die zuständigen Behörden hingegen sehen einen Bus als ausreichend an.
Hinzu kamen zuletzt geänderte Zeiten, die dazu führten, dass die Kinder entweder viel zu früh an der Schule ankamen oder es nicht pünktlich schaffen konnten, berichten die Mütter. Wer nach der vierten Stunde aus hat, müsse zudem 25 Minuten, nach der fünften Stunde 35 Minuten und nach der sechsten Stunde sogar 45 Minuten warten, um wieder nach Hause zu kommen.
„Wir fordern sichere und kostenfreie Schulbusse im Kreis Reutlingen“, sagen die drei Mütter aus Böhringen. Um das zu erreichen, wurde am 16. Dezember eine Petition gestartet. Nach nicht einmal einer Woche wurde diese bereits von 2100 Personen online unterzeichnet. Weitere Unterschriften wurden vor Ort gesammelt.
Mittlerweile gibt es zumindest einen Lichtblick: Ab dem 7. Januar sollen zusätzliche Busse eingeführt werden. Laut Landratsamt lag ein Planungsfehler vor. Zumindest die langen Wartezeiten nach Schulschluss dürften damit wegfallen.
Petition für sichere und kostenlose Schulbusse für Grundschulkinder
„Gerade Grundschulkinder brauchen Schutz, Verlässlichkeit und Sicherheit. Überfüllte Busse sind kein akzeptabler Zustand und stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Schulpflicht darf nicht bedeuten, dass Kinder unter unwürdigen Bedingungen befördert werden oder Eltern zusätzlich finanziell belastet werden“, heißt es in der Petition. Gefordert werden: ausreichende Buskapazitäten für Grundschulkinder, ein kindgerechter und praktikabler Fahrplan, eine sichere Beförderung mit Sitzplätzen für Grundschulkinder, eine kostenfreie Schülerbeförderung, wenn keine Grundschule am Wohnort vorhanden ist, sowie keine Verlagerung der Verantwortung auf Eltern, während Elterntaxis unerwünscht sind. Die Petition kann auf der Homepage www.change.org unterzeichnet werden.

