Tiere im Winter: Raupen im Schnee – auf der Suche nach dem Frühling, oder Winterfreude pur?

Die Raupe eines Eulenfalters lässt sich vom Schnee nicht abschrecken.
Karolin Müller- In Hülben kroch morgens eine Eulenfalter-Raupe über einen verschneiten Feldweg.
- Expertentipp: Nicht ins Warme holen – viele Raupen sind winterhart.
- Besser: Draußen unter einen Busch legen und mit Laub bedecken.
- Überwinterung: teils als Raupe, teils als Puppe, wenige Arten als Falter.
- NABU BW: Pflanzenstängel bis ins späte Frühjahr stehen lassen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Während sich die einen über den Schnee freuen, sehnen die anderen den Frühling herbei. Dies gilt für Menschen ebenso wie für Tiere. Wer Haustiere hat, der kann dem sicherlich zustimmen.
Doch wie sieht es bei Insekten aus? Diese Raupe eines Eulenfalters kroch in den frühen Morgenstunden über einen schneebedeckten Feldweg in Hülben? Es wirkte ein wenig, als ob sie auf der Suche nach dem Frühling war, und sie erschien trotz der klirrenden Kälte recht munter.
Nicht ins Warme holen
Der Anblick ist erst einmal sehr ungewöhnlich, weil man Raupen eher an grünen Blättern vermutet, doch „es kommt immer wieder vor, dass Raupen mitten im Winter auftauchen, weil sie in diesem Stadium überwintern und gestört wurden“, erklärt Schmetterlingsexperte Walter Schön. „Meist sind diese Tiere winterhart.“
Dem ersten Instinkt, die Raupe in die warme Stube zu holen, sollte man deshalb nicht nachgeben. Im Gegenteil, die kleinen Tierchen benötigen die Kälte. Ansonsten kommt der Biorhythmus durcheinander. Mitten auf einem Weg und ungeschützt muss man die kleinen Tiere dennoch nicht zurücklassen. Wer helfen möchte, kann die Raupe an einen geschützten Platz – im Freien – setzen. Walter Schön empfiehlt beispielsweise, sie unter einen Busch zu legen und etwas mit Laub zu bedecken.
Wie Schmetterlinge überwintern und Tipps zum Schutz
Eulenfalter-Arten gehören zu den Nachtfaltern. Nicht alle, aber viele von ihnen überwintern als Raupe. Auch einige Tagfalter verbringen den Winter als Raupe, etwa Schachbrett, Bläulinge, Schillerfalter und Kleine Eisvögel sowie Brombeerspinner.
Sehr wenige Schmetterlinge – sechs der 180 in Deutschland lebenden Tagfalterarten – überwintern als Falter. Hierzu zählen unter anderem der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge und der Zitronenfalter. Wer im Keller, auf der Bühne oder in Schuppen und Höhlen einen entdeckt, sollte ihn ungestört dort belassen.
Etwa 20 Prozent der Falter überwintern im Puppenstadium. Gut geschützt in einer Chitinhülle warten sie auf den Frühling. Dabei hängen sie oft an Pflanzen, überwintern in Kokons oder sind im Boden vergraben. Die Puppe des Schwalbenschwanzes beispielsweise hängt buchstäblich am seidenen Faden an einem Pflanzenstängel. Der Naturschutzbund Baden-Württemberg empfiehlt deshalb, im Herbst und im Frühling nicht sofort alles abzuschneiden: „Damit der Falter den Winter unbeschadet übersteht, sollten Pflanzenstängel im Garten und auf Wiesen bis ins späte Frühjahr stehen bleiben. Wer sie schon früher abschneiden will, sollte sie zusammengebunden in einer Gartenecke stehend aufbewahren.“

