Toter in Falkensteiner Höhle: Mann stirbt 1300 Meter tief in der Höhle – Leichnam geborgen

Ein Großaufgebot von rund 100 Rettungskräften war an der Falkensteiner Höhle bei der Bergung des Toten im Einsatz.
Marius Bulling/dpa- Medizinischer Notfall in der Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten am Freitagvormittag.
- Ein Höhlengänger in einer geführten Gruppe geriet über einen Kilometer im Inneren in Not.
- Höhlenrettung, Bergwacht, Feuerwehr, Polizei und Notfallhelfer sind mit Großaufgebot vor Ort.
- Verletzungsgrad und Dauer der Rettung sind unklar – Stabilisierung hat Vorrang.
- Der weite Weg im Höhlensystem erschwert die Rettung und macht sie sehr aufwändig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Freitagvormittag (01.05.2026) kam es gegen 10.30 Uhr in der Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten zu einem medizinischen Notfall bei einem 61-jährigen Höhlengänger. Der Mann war zu diesem Zeitpunkt mit einer geführten Gruppe, bestehend aus drei Guides und weiteren fünf Höhlengängern, bereits mehr als einen Kilometer tief in der Höhle, wie die Pressestelle der Polizeidirektion Reutlingen bestätigte.
Ein Guide sei dann nach dem Vorfall wieder ins Freie geeilt, um dort einen entsprechenden Notruf abzusetzen. Als er gut drei Stunden mit Höhlenrettern samt Notarzt wieder zurück war, konnte der Arzt nur noch den Tod des Mannes feststellen. Reanimationsversuche der entsprechend ausgebildeten Guides in der Zwischenzeit blieben erfolglos.
Andere Höhlengänger und Guides unverletzt
Alarmiert worden waren zunächst die Höhlenrettung, die Bergwacht, Feuerwehr, Polizei und medizinische Notfallhelfer, die mit einem Großaufgebot vor Ort angerückt waren. „Oberste Prämisse hat natürlich, den Höhlengänger vor Ort zu stabilisieren“, hatte der Polizeisprecher zu Beginn der Aktion noch gesagt. Aufgrund des weiten Weges von rund 1300 Metern innerhalb der Höhle gestalte sich die Rettung aber auf jeden Fall sehr schwierig, so zunächst die Hoffnung. Doch aus der Rettung sollte schließlich eine Bergung werden. Die anderen Tourteilnehmer konnten unverletzt mit den Guides selbstständig zurück aus der Höhle gehen, wo Notfallseelsorger sie in Empfang nahmen.
„Kein Unfall“ – Höhlenrettung nach medizinischem Notfall
Vor Ort war auch Grabenstettens Bürgermeister Patrick Docimo in seiner Funktion als Leiter der örtlichen Feuerwehr. „Es handelt sich um eine medizinische Ursache, keinen Unfall. Das hätte auch außerhalb der Höhle so passieren können“, sagte Docimo. Auch die Polizei bestätigt am Nachmittag, dass ein Fremdverschulden auszuschließen ist.
Großer Rettungseinsatz vor sieben Jahren
Die Aktion erinnert stark an einen Vorfall im Juli 2019. Damals waren zwei Höhlengänger von einem Unwetter an der Oberfläche überrascht worden, das zu einem starken Wasseranstieg innerhalb der Höhle geführt hatte. So war den beiden damals der Rückweg versperrt. Aktive der Höhlenrettung Baden-Württemberg waren damals mit Ausrüstung zu den beiden Eingeschlossenen in die Höhle geklettert, wo die Nacht über abgewartet werden musste, bis der sicherste Rettungsweg festgelegt war und der Wasserpegel sich eingestellt hatte.
Im Gegensatz zum aktuellen Fall konnten die beiden Männer damals nach 24 Stunden weitestgehend unverletzt aus der Höhle gebracht werden. Nur rund zwei Monate später kam es erneut zu einem Einsatz wegen drei Vermisster in der Falkensteiner Höhle.

Eine spezielle Trage der Bergwacht liegt bei dem Rettungseinsatz vor dem Eingang der Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb bereit.
Marius Bulling/dpaAufwendige Bergung des Toten
Gegen 17 Uhr war die entsprechende Transportbahre in der Höhle vor Ort, sie musste dann die 1300 Meter ins Freie befördert werden. Die aufwendige Bergung des Leichnams wird sich bis in die Nacht hineinziehen, mutmaßte Docimo.
Wie die Polizei am Samstagmorgen schließlich auf Nachfrage bestätigte, haben Höhlenretter mit dem Leichnam des Verstorbenen gegen 21 Uhr die Oberfläche erreicht. Insgesamt waren über 100 Einsatzkräfte vor Ort eingesetzt.
Straße bei Falkensteiner Höhle komplett gesperrt
Damit die Rettungskräfte samt Fahrzeugen ungehindert in die Nähe der Höhle gelangen konnten, war die L211 zwischen Grabenstetten und Bad Urach für den Verkehr über Stunden komplett gesperrt.

Ein Bild wie vor Jahren schon:. Rettungskräfte sind auf dem Weg an und in die Falkensteiner Höhle.
Thomas KiehlDer Höhlen-Einsatz im Jahr 2019 war damals Anlass, ein Sicherheits- und Einsatzkonzept für die Falkensteiner Höhle zu erarbeiten. Unter anderem wurde ein Funkmast oberhalb des Wanderparkplatzes zur Höhle installiert, um dort in Notfällen überhaupt eine Verbindung aus dem engen Tal heraus zu haben.
Rettungskonzept für Höhle funktioniert
Erst vor wenigen Wochen wurde zudem ein Einsatzkonzept festgelegt, in dem exakt vorgeschrieben ist, welcher Rettungsdienst im Einsatzfall vor Ort für welche Aufgaben zuständig ist. „So traurig dieser Fall, das Rettungskonzept wurde erstmals unter Realbedingungen getestet und es hat funktioniert. Der Einsatz vor Ort ging sehr strukturiert und effizient über die Bühne“, resümierte Docimo.
Höhlengänge in die Falkensteiner Höhle hinein müssen im Vorfeld bei der Gemeinde Grabenstetten angemeldet werden. So soll einerseits sichergestellt werden, dass nicht zu viele Menschen die Höhle besuchen, zum anderen weiß man so, wer sich wann überhaupt in der Höhle befindet.


