Hugo Boss in Metzingen
: Erstes Quartal mit erwartet schlechten Zahlen

Der Modekonzern Hugo Boss hat im ersten Quartal die Folgen seines Strategiewechsels zu spüren bekommen und deutlich weniger verdient. Zwar gingen Umsatz und Gewinn zurück, doch das Unternehmen sieht sich nach eigenen Angaben auf Kurs.
Von
swp
Metzingen
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Der Modekonzern Hugo Boss plant fürs nächste Jahr weniger Gewinn.

Der Modekonzern Hugo Boss ist wie erwartet verhalten ins Jahr gestartet.

Thomas Kiehl
  • Hugo Boss startet verhalten ins Jahr: Umsatz und Gewinn gehen im ersten Quartal zurück.
  • Umsatz fällt auf 905 Mio. Euro, EBIT sinkt auf 35 Mio. Euro – EBIT-Marge bei 3,9 Prozent.
  • Strategie „Claim 5 Touchdown“ belastet kurzfristig: Ladenschließungen und weniger Sortiment.
  • Marke Hugo bricht um 21 Prozent ein, Boss verliert 3 Prozent; Asien/Pazifik wächst um 1 Prozent.
  • Bruttomarge steigt auf 62,5 Prozent, freier Cashflow verbessert sich; Jahresprognose bleibt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Metzingen größter Arbeitgeber, der Modekonzern Hugo Boss, hat einen wie erwartet schlechten Start ins laufende Geschäftsjahr gehabt. Das hat das Unternehmen am Dienstag während einer Videokonferenz vor der Presse bekanntgegeben.

Im ersten Quartal habe der Moderiese unter seinem laufenden Strategiewechsel gelitten und einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Wie Finanzvorstand Yves Müller ausführte, seien die eingeleiteten Maßnahmen wie Ladenschließungen und eine Verschlankung des Sortiments zwar vorübergehend mit Belastungen für Umsatz und Ergebnis verbunden gewesen – genau so habe man diese Entwicklung aber auch erwartet. Der Verlauf der ersten Monate sei deshalb aus Unternehmenssicht zufriedenstellend.

Erlös geht um 21 Prozent zurück

Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf 905 Millionen Euro nach 999 Millionen Euro im ersten Quartal 2025. Hugo Boss führt das primär auf die gezielte Neuausrichtung im Rahmen der Strategie „Claim 5 Touchdown“ zurück. Dabei soll das Markenprofil geschärft und der Vertrieb stärker auf besonders profitable Kanäle konzentriert werden. Besonders deutlich zeigten sich die Folgen bei der jüngeren Zweitmarke Hugo, deren Erlöse um 21 Prozent zurückgingen. Die Kernmarke Boss verlor dagegen nur 3 Prozent.

Regional entwickelte sich das Geschäft ebenfalls unterschiedlich. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika ging der Umsatz um 8 Prozent zurück, in Amerika um 5 Prozent. In der Region Asien/Pazifik konnte der Konzern dagegen wieder leicht wachsen und meldete ein Plus von 1 Prozent. Auch nach Vertriebskanälen setzte sich die Neuausrichtung fort: Der Einzelhandel verzeichnete ein Minus von 3 Prozent, im Großhandel lag der Rückgang bei 10 Prozent.

Trotz des Umsatzrückgangs verbesserte sich die Bruttomarge deutlich um 110 Basispunkte auf 62,5 Prozent. Das Unternehmen begründete dies mit Effizienzgewinnen in der Beschaffung. Auch die operativen Aufwendungen sanken um 4 Prozent, vor allem wegen geringerer Vertriebs- und Marketingkosten. Dennoch fiel das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 35 Millionen Euro nach 61 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die EBIT-Marge lag damit bei 3,9 Prozent. Das Ergebnis je Aktie sank auf 0,24 Euro nach 0,51 Euro.

Positiv entwickelte sich dagegen der freie Cashflow vor Leasingverhältnissen. Er stieg auf 33 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Minus von 66 Millionen Euro verbucht worden war. Unterstützt wurde dies unter anderem durch den Abbau der Lagerbestände, die im Jahresvergleich um 13 Prozent zurückgingen.

Für das Gesamtjahr 2026 hält Hugo Boss an seiner Prognose fest. Der Konzern erwartet währungsbereinigt einen Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Bereich. Beim EBIT rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Wert zwischen 300 und 350 Millionen Euro. Der Hintergrund bleibt ein schwieriges Umfeld: Neben einer insgesamt volatilen Konjunktur verweist Hugo Boss auch auf geopolitische Unsicherheiten, zuletzt verschärft durch die Lage im Nahen Osten.

Mit der laufenden Refokussierung will der Modekonzern nach eigenen Angaben die Marken Boss und Hugo langfristig stärken und die Basis für nachhaltiges, profitables Wachstum legen. Der Schwerpunkt liege nun auf einer höheren Qualität im Geschäft, sagte Müller. Die bisherigen Entwicklungen wertet das Unternehmen als Schritt in die richtige Richtung – auch wenn die Zahlen kurzfristig noch unter Druck stehen.

Hugo-Boss-Vorstandsvorsitzender Daniel Grieder betont in einer Pressemitteilung, in den Wert und die Relevanz der Marken investiert zu haben: „Die Boss-Fashion-Show in Mailand und der Launch unserer Frühjahr/Sommer-Kollektionen sind bei den Konsumenten auf hohe Resonanz gestoßen.“