Herbstliche Musiktage Bad Urach: Von Pop bis Puccini – 2026 wird ein besonderes Festival

Das renommierte Freiburger Barockorchester gastiert bei den Herbstlichen Musiktagen Bad Urach.
Britt Schilling- Herbstliche Musiktage kehren in den Palmensaal zurück – erstmals seit 2013 wieder Spielstätte.
- Festival läuft von Freitag, 2. Oktober, bis Freitag, 9. Oktober, mit Programm von Barock bis Pop.
- Florian Prey leitet seit 20 Jahren, widmet sich Schuberts „Schöner Müllerin“ mit Florian Uhlig.
- Höhepunkte: Freiburger Barockorchester mit Bachs Brandenburgischen Konzerten in St. Amandus.
- Weitere Termine: Odeon Jugendsinfonieorchester, Apollo’s Cabinet, Puccini-Abend, Jamaram, Kinderprogramm.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dramatik à la Puccini an der alten Heimstatt und Franz Schuberts „Schöne Müllerin“ im Bürgerhaus – wenn das keine Rückkehr zu den Wurzeln ist: Die Herbstlichen Musiktage (HMT) Bad Urach ziehen nach 13 Jahren Abstinenz wieder dorthin zurück, wo einmal alles anfing, nämlich in den Palmensaal des Residenzschlosses. Von Freitag, 2. Oktober, bis Freitag, 9. Oktober, macht das Festival eine Zeitreise vom Barock bis zur Gegenwart. Und erstmals seit 2013 dient dabei die spätmittelalterliche, ehemalige Grafenresidenz wieder als Spielstätte.
Nicht nur, weil die lange Zeit des Sanierens im Schloss ein Ende hat, gilt der Herbst 2026 schon jetzt als denkwürdig. Seit 20 Jahren steht Florian Prey als künstlerischer Leiter der Konzerttage in der Verantwortung. Das geht zwar nur als Minijubiläum durch – doch mittlerweile hat der 67-jährige gelernte Bariton seinen Vater, Musiktage-Mitgründer Hermann Prey, an Dienstjahren überflügelt: Der 1998 verstorbene Kammersänger feilte von der Premiere im Jahr 1981 an bis zu seinem Tod am Programm.

Sie schlagenden Bogen von Barock bis hin zu Elton John: Das Ensemble Apollo's Cabinet, das am Samstag, 3. Oktober angesagt in Palmensaal des Bad Uracher Schlosses gastiert.
Robbie EwingVater und Sohn verbindet bekanntlich eine Vorliebe für das Werk Franz Schuberts. In Urach in den vergangenen 45 Musiktage-Jahren vielfach aufgeführt, gilt der Komponist als „Hausgott“ des Festivals – für Florian Prey ein Grund, sich wieder einmal Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ zu widmen. Am Sonntag, 4. Oktober, um 19.30 Uhr, gibt er in der Schlossmühle Bad Urach einen Liederabend, gemeinsam mit dem Ausnahme-Pianisten und Musikherbst-Stammgast Florian Uhlig. Zum 20-Jährigen eine Reminiszenz an seine Anfänge, sagte Florian Prey jetzt bei der Vorstellung des neuen Musikherbst-Programms.
Und da wir gerade beim Ursprung des Festivals sind: Vom Gedanken der Gründerväter, eine Konzertwoche „speziell für das Residenzschloss zu entwerfen“, müssen sich die HMT-Macher nach dem Umbau ein Stück weit verabschieden. Dass die Spielstätte jetzt mit Fluchtreppe und Brandschutz ausgestattet ist, freut zwar auch Bürgermeister Elmar Rebmann, der noch vor der Sommerpause die Eröffnung des Schlosses feiern will. Die Musiktage verlieren aber (wie bereits berichtet) die Dürnitz als Konzert- und Pausensaal. An der Konzert-Logistik im Palmensaal feilen die Verantwortlichen daher noch, erklärt der städtische Kulturreferent Thomas Braun: „Wir müssen sehen, wo wir den Sekt ausschenken.“
Aber zurück zum Programm: Just im Palmensaal steht am Donnerstag, 8. Oktober, 19.30 Uhr, ein literarisches Konzert zum Leben Giacomo Puccinis an. Das Ensemble „Minui“ und der Schauspieler Frederic Böhle widmen sich dem italienischen Opernkomponisten in einer etwas anderen Form: Sie verbinden seine bewegte Biografie mit seiner Musik. Neun Instrumentalisten spielen ausgesuchte Werke Puccinis, während Böhle über amouröse Abenteuer und mehr erzählt.
Unter dem Motto „Klangbögen – Sounds of Connections“ spannt das Festival die Linien zwischen Epochen, Formen und Hörgewohnheiten bewusst weit. So gastiert zum Auftakt am Freitag, 2. Oktober, um 19.30 Uhr erneut das in Kurstadt beliebte Odeon Jugendsinfonieorchester München in der Festhalle. Die Musiker spielen unter anderem Werke von Maurice Ravel. Florian Prey spricht zur Eröffnung. Erneut im Palmensaal folgt am Samstag, 3. Oktober, um 19.30 Uhr ein Konzert des englischen Barock-Ensembles Apollo’s Cabinet. Mit der Sopranistin Lauren Lodge-Campbell setzen die Briten Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel mit Musik von Künstlern wie Elton John, Sting und Peter Gabriel in Beziehung.
Herbstliche Musiktage: Extra-Konzert im Dezember
Der Vorverkauf für die Herbstlichen Musiktage hat begonnen. Karten und weitere Informationen gibt es bei der Stadtverwaltung Bad Urach. Telefon (07125 /156 571), Fax (07125 /156 575). E-Mail: info@herbstliche-musiktage.de. Internet: www.herbstliche-musiktage.de
Über die Oktobertage hinaus weist das Programm zudem auf ein weihnachtliches Extra-Konzert voraus: Am Dienstag, 22. Dezember, um 18 Uhr sind der Windsbacher Knabenchor und das Ensemble Spark in St. Amandus zu erleben.
Über die Klassik-Grenzen hinweg geht’s mehrfach: Florian Prey hat das jüngere Publikum im Blick, wenn er am Freitag, 9. Oktober (19.30 Uhr, Festhalle), die Weltmusik-Band „Jamaram“ auf die Bühne holt. Die acht Männer haben sich einem Mix aus Reggae, Funk und Latin verschrieben und unterlegen das Ganze mit deutschen Texten. Nach dem Gastspiel der Sängerin Wilhelmine vor zwei Jahren ist das Konzert ein weiterer Ausflug in die populären Klangräume.
Zu den Glanzlichtern des diesjährigen Musikherbsts dürfte indessen das Programm am Dienstag, 6. Oktober, zählen: In der Stiftskirche St. Amandus bringt das renommierte Freiburger Barockorchester alle sechs Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. Die Musiker gelten als weltweit führendes Ensemble für historische Interpretation – sie standen seit längerer Zeit auf der Wunschliste der Musiktage-Macher.
Und sonst? Der Sonntag, 4. Oktober, beginnt um 11 Uhr mit einer Kammermusikmatinée im Palmensaal, bei der das Henschel-Quartett Werke von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Freda Swain und Florian Prey (wieder eine Uraufführung) interpretiert. Der musikalisch-kulinarische Abend in der Künkele-Mühle (wieder mit „Tom und Flo“) steht am Montag, 5. Oktober, 19.30 Uhr, an.
Am Mittwoch, 7. Oktober, bietet das Festival um 11 Uhr und um 14 Uhr in der Schlossmühle ein Kinder- und Familien-Kasperl-Theater und öffnet sich damit auch den ganz Kleinen.
Am Abend gibt es ein Chorkonzert in der Festhalle: Zu hören sind Werke von Robert Schumann (unter anderem aus dem Kunstliedzyklus „Dichterliebe“) und Johannes Brahms; es musizieren der Vokalzirkel unter der Leitung von Johannes X. Schachtner, das Klavierduo Neeb und der Bariton Gerrit Illenberger.

