Großbrand in Metzingen
: Fünfköpfige Familie verliert Zuhause und Existenzgrundlage

Gleich zwei Spendenaktionen sind für die Eltern und ihre drei Kinder, von denen eines noch ein Säugling ist, angelaufen. Derzeit dürfen Ermittler und Gutachter den einstigen Traditionsgasthof „Zum Rad“ nicht betreten.
Von
Evelyn Rupprecht
Metzingen
Jetzt in der App anhören
Brand Weinstube Zum Rad Pfleghofstraße

Die Weinstube „Zum Rad“ ist am Sonntag komplett abgebrannt und wird derzeit abgerissen.

Evelyn Rupprecht
  • Großbrand in Metzingen: Familie verliert Zuhause und Restaurant.
  • Zwei Spendenaktionen für die Familie gestartet, bereits tausende Euro gesammelt.
  • Ermittler dürfen einstigen Traditionsgasthof "Zum Rad" wegen Einsturzgefahr nicht betreten.
  • Ein Kind der Familie ist Autist, jüngstes Kind ist ein Säugling, Familie steht vor großen Herausforderungen.
  • Ziel der GoFundMe-Kampagne: 15.000 Euro, bisher 7973 Euro gesammelt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der verheerende Brand vom Sonntag ist vor allem für die fünfköpfige Familie, die in der Pfleghofstraße 4 ihre Wohnung und ihr Restaurant hatte, eine Katstrophe. Binnen kürzester Zeit haben sie ihr Obdach und ihre Existenzgrundlage verloren. Jetzt laufen zwei Spendenaktionen, aber auch die Ermittlungen der Polizei. Während sich die Sammelkassen bereits füllen, kommen die Beamten mit ihren Nachforschungen zur Brandursache nur stockend voran. Was allerdings gute Gründe hat.

Zeugen werden befragt, der Gutachter ist beauftragt

Die Absperrungen, die rund ums ehemalige Gasthaus „Zum Rad“ aufgestellt wurden, sind zwar inzwischen so hingeschoben worden, dass die umliegenden Straßen wieder passierbar sind, ganz abgebaut werden sie aber vorerst nicht. Das Gebäude ist stark einsturzgefährdet. „Die Statiker meinen, dass man das Haus derzeit auf keinen Fall betreten kann“, berichtet Christian Wörner von der Pressestelle der Polizei Reutlingen. Der Abriss hat zwar am Montag begonnen, wird aber wohl noch ein paar Tage dauern. Dann erst können die Experten die Brandstätte betreten. „Wobei wir bereits einen Gutachter beauftragt haben“, sagt Wörner, der betont, dass das Gutachten erfahrungsgemäß seine Zeit braucht. Monate können ins Land ziehen, „und dann gehen die Ergebnisse erstmal zur Staatsanwaltschaft.“ Sehr wohl schon tätig geworden sind indes die Polizisten, die die Zeugen befragen. Und zu denen gehört natürlich auch die Familie, die am Sonntag ihr Obdach verloren hat und sich gerade noch aus dem Haus retten konnte. Für sie wird jetzt Geld gesammelt.

Eine Kässle und ein GoFundMe-Aufruf

Holger Steidinger, der sein Geschäft gleich gegenüber des einstigen „Michio“ hat, hat bereits am Montag ein Spendenkässle für die Familie aufgestellt. Mehrere tausend Euro sind schon in dem Weidenkorb gelandet. Einen ähnlich guten Start hatte auch die Spendenaktion, die Anja Wesselmann ins Leben gerufen hat. „Wir wenden uns mit einem dringenden Herzensanliegen an euch: Eine junge, warmherzige Familie, die wir durch unsere heilpädagogische Praxis begleiten, hat durch einen verheerenden Brand alles verloren. Ihr geliebtes Zuhause und das Restaurant, das sie mit viel Leidenschaft geführt haben, wurden zerstört“, erklärt die Metzingerin, die ihre Praxis in Reutlingen hat.

„Ein Kind der Familie ist Autist und braucht ganz besonders Stabilität“

„Die Familie – zwei liebevolle Eltern und ihre drei kleinen Kinder – steht vor einer riesigen Herausforderung. Ein Kind der Familie ist Autist und braucht ganz besonders Stabilität und Geborgenheit. Ihr jüngstes Kind ist noch ein Säugling, der ebenfalls dringend Schutz und Sicherheit braucht. Und auch das dritte Kind wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder in einem warmen Zuhause zur Ruhe kommen zu können“, erläutert die Heilpädagogin die Umstände.

Das Haus, so Wesselmann, sei für die Familie weit mehr als ein Dach über dem Kopf: „Es war ihr Zufluchtsort, voller Wärme, Liebe und Geborgenheit. Das Restaurant war nicht nur ihre Existenzgrundlage, sondern auch ein Herzensprojekt, in das sie all ihre Energie und Leidenschaft investiert hatten.“ Nun würden die Betreiber des Sushi-Lokals vor dem Nichts stehen. „Aber sie geben nicht auf.“ Die Heilpädagogin und ihre Mitstreiter möchten der fünfköpfigen Familie helfen, diese schwierige Situation zu bewältigen. „Wir wenden uns an unser Netzwerk, an Freunde, Verwandte und Bekannte, um diese wunderbare Familie zu unterstützen. Jede Spende, ob klein oder groß, hilft ihnen, wieder Hoffnung zu schöpfen und ein neues Zuhause aufzubauen“, heißt es in dem GoFundMe-Aufruf.

15.000 Euro sind das Ziel

15.000 Euro sollen mit diesem Aufruf nun zusammenkommen – „und der Familie in dieser schweren Zeit und so kurz vor Weihnachten zumindest ein sicheres neues Zuhause ermöglichen.“ 4000 Euro sind bereits bis Mitte der Woche eingegangen. Was Wesselmann und ihr Team so sehr gefreut hat, „dass wir erstmal mit Sekt auf das Ergebnis angestoßen haben.“ Sie steht im ständigen Kontakt zu der asiatischen Familie, die vorübergehend in einem Hotel untergebracht worden ist, nun aber in eine andere Unterkunft umziehen kann.

Auch die Gebäudebesitzerin, die Seibold GmbH, möchte die Familie unterstützen, die am Sonntag ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlage verloren hat. Dort gibt man sich allerdings auf Anfragen eher zurückhaltend. Nur so viel: Jetzt, so kurz nach dem Großbrand, gibt es noch keine Pläne, was mit dem Areal im Herzen der Stadt geschehen soll.

Hier der Link zur Spendenaktion von Anja Wesselmann: https://www.gofundme.com/f/hilfe-fur-eine-familie-nach-verheerenden-brand. Bis Donnerstagnachmittag haben 202 Spender dort bereits 7973 eingezahlt, damit die Familie sich eine neue Existenz aufbauen kann.