Elring-Klinger in Dettingen: Umsatz sinkt, Autozulieferer stößt Standorte ab

Der Elring-Hauptsitz in Dettingen: Ein großer Teil der weltweit 9000 Beschäftigten arbeitet dort.
Thomas Kiehl- Elring-Klinger schließt Werk in Sachsen, das Unternehmen trennt sich von Verlustgeschäften.
- CEO Thomas Jessulat will Resilienz durch Standort- und Produktgruppen-Strategie.
- Werk in Thale geschlossen, Standort in Fremont vor dem Aus, und Abschirmungswerke verkauft.
- Neuer Konsortialkreditvertrag über 450 Mio. EUR abgeschlossen.
- Umsatz in E-Mobilität soll bis 2027 steigen, neuer Auftrag für BMW.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Stellenabbau, Werkschließungen und Abwanderungsgedanken sogar bei renommierten deutschen Firmen: Die Autozulieferer in Südwesten leiden unter der Branchenkrise. Der Wandel hin zur Elektromobilität hält auch den Dettinger Zulieferer Elring-Klinger in Atem, obwohl das Unternehmen die Transformation bereits vor Jahrzehnten in die Wege geleitet hat. Zuletzt hat der Konzern Verluste ausgewiesen, die sich allerdings noch in Grenzen halten: Der Umsatz sackte vorläufigen Zahlen zufolge um 2,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ab. Das teilte Elring-Klinger in seiner jüngsten Bilanz mit.
Konzern will das Ergebnis wieder verbessern
Bereits zum Ende der Jahres 2024 hatte Thomas Jessulat, CEO der Elring-Klinger AG, angekündigt, das Unternehmen für die Transformation und weitere Unsicherheiten resilient aufzustellen zu wollen. „Im Rahmen unserer Strategie überprüfen wir, welche Produktgruppen unserer Geschäftsbereiche wie erfolgreich sind, und leiten daraus für alle Werke weltweit eine globale Standortstrategie ab“, äußerten sich die Konzern-Verantwortlichen gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Nun reagiert der Global Player aus Dettingen gleich mit einem ganzen Handlungskatalog. Das Unternehmen will sich jetzt von verlustreichen Aktivitäten trennen und so das Ergebnis von 2026 an wieder verbessern.
Konkret heißt das: Elring-Klinger wird zum einen das Systemgeschäft bei elektrischen Antriebseinheiten einstellen und sich künftig auf das „profitable Komponentengeschäft“ konzentrieren. Das hat der Konzern ebenfalls bekannt gegeben. Der Vorstand um Thomas Jessulat prüfe in diesem Zusammenhang Optionen für die Beteiligung an dem Engineering-Unternehmen Hofer in Nürtingen.
Was das Verschlanken angeht, stehen weitere Sparten zur Disposition. Endgültig still gelegt hat der Autozulieferer vor wenigen Tagen etwa sein Werk in Thale im Harz. Die Schließung des Standorts hatte Elring angekündigt, denn in Sachsen fehlt es nach Firmenangaben an Aufträgen. Der letzte große Kontrakt ist im Februar ausgelaufen. Für die 33 Mitarbeiter der Tochter seien sozialverträgliche Lösungen gefunden worden.
Standort in Sachsen wird geschlossen
Vor dem Aus steht auch der Elring-Produktionsstandort in Fremont im US-Bundesstaat Kalifornien. Und mit Wirkung zum 31. Dezember 2024 veräußerte der Zulieferer bereits zwei Abschirmungswerke in der Schweiz und den USA.
In diesem „schwierigen Umfeld“ (Thomas Jessulat) wollte der Vorstand vorzeitig „die mittel- bis langfristige Finanzierung des Konzerns sichern.“ Das börsennotierte Unternehmen hat einen neuen Konsortialkreditvertrag abgeschlossen. Der soll, der neben der allgemeinen Unternehmensfinanzierung, auch der Refinanzierung des ursprünglichen Konsortialkredits und bestehender bilateraler Kreditlinien dienen. Die Geldaufnahme umfasst ein Volumen von insgesamt 450 Millionen EUR über eine Laufzeit von fünf Jahren und beinhaltet eine Erhöhungsoption über weitere 100 Millionen Euro.
Elring-Chef Jessulat: „Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein, um den vorgezeichneten Weg unserer Transformationsstrategie SHAPE30 weiterzugehen und angesichts der globalen Unwägbarkeiten jederzeit über den notwendigen Handlungsspielraum zu verfügen.“
E-Mobility: Gewinnschwelle soll 2027 erreicht werden – Auftrag für BMW
Wegen eines hohen Auftragsbestandes rechnet Elring-Klinger damit, dass der Umsatz in Sachen E-Mobilitätsanwendungen weiter steigen wird. Der Breakeven des Geschäftsbereichs E-Mobility ist für 2027 vorgesehen. Im Geschäftsjahr 2024 hat sich der Umsatz des Geschäftsbereichs auf 103 Mio. EUR (2023: 48,3 Mio. EUR) mehr als verdoppelt, teilt der Konzern mit. Im laufenden Jahr wird zusätzlich zu dem bestehenden Großserienauftrag für einen globalen Batteriehersteller auch ein volumenstarker Auftrag über Zellkontaktiersysteme für die Neue Klasse der BMW Group anlaufen.


