Bundestagswahl 2025
: Taurus spaltet die Region

Wie die Bundestagskandidatinnen und -kandiaten zur Lieferung von Marschflugkörpern an die Ukraine stehen: Brandgefährlich sagen die einen, für unbedingt notwendig halten sie die anderen.
Von
Peter Kiedaisch
Reutlingen
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Ein Taurus in Aktion. Soll Deutschland diese Marschflugkörper an die Ukraine liefern?

ARCHIV - 13.09.2017, Südkorea, Vor der Westküste: HANDOUT - Auf diesem vom südkoreanischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellten Foto fliegt ein Taurus-Marschflugkörper während einer Übung vor der Westküste des Landes. Foto: Uncredited/south korea defense ministry/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Taurus in Aktion. Soll Deutschland diese Marschflugkörper an die Ukraine liefern?

south korea defense ministry/AP/dpa
  • Bundestagswahl 2025: Kandidaten aus Reutlingen zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine befragt.
  • Jessica Tatti (BSW), Rudolf Grams (AfD) und Anne Zerr (Linke) lehnen die Lieferung ab.
  • Sebastian Weigle (SPD) ist zurückhaltend.
  • Pascal Kober (FDP), Jaron Immer (Grüne) und Michael Donth (CDU) befürworten die Lieferung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wir haben die sieben aussichtsreichsten Bundestagskandidatinnen und -kandidaten im Wahlkreis Reutlingen danach befragt, was sie von der Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine halten. Die Antworten zeigen, dass dieses Thema im Vorfeld der Bundestagswahl stark polarisiert.

Tatti: „Brandgefährlich“

Jessica Tatti (BSW) gehört zu den Kritikern dieser Idee:  „Die Taurus-Pläne von Merz und Habeck sind brandgefährlich für unser Land. Militärexperten wie Ex-General Erich Vad warnen eindringlich: Eine Taurus, die mit Zielkoordinaten der Bundeswehr ausgestattet auf die Krim-Brücke oder den Kreml abgefeuert wird, bringt den Krieg nach Deutschland.“

Grams: „Lehnen wir ab“

AfD-Kandidat Rudolf Grams ist ebenfalls dagegen: „Die Lieferung des Waffensystems Taurus an die Ukraine lehnen wir ab, da dessen Einsatz komplex ist und geschultes Personal erfordert. Eine Lieferung würde bedeuten, dass deutsche Soldaten aktiv in den Krieg eingreifen müssten, was wir unbedingt vermeiden wollen.“

Zerr: „Für Strategiewechsel“

„Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine braucht es einen Strategiewechsel“, sagt Anne Zerr (Die Linke): „Statt immer mehr Waffenlieferungen muss Russland mithilfe von China und Brasilien und gezielten Sanktionen endlich an den Verhandlungstisch gezwungen werden. Die Lieferung von Taurusraketen lehne ich als weitere Eskalation ab.“

Weigle: „Ist nicht kriegsentscheidend“

Zurückhaltender äußert sich Sebastian Weigle (SPD): „Der verbrecherische Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wird nicht durch die Taurus-Frage entschieden. Deutschland ist der zweitgrößte Unterstützer nach den USA. Dazu stehe ich, wie auch zu diplomatischen Initiativen. Wir werden nicht zulassen, dass Landesgrenzen durch Gewalt verschoben werden.“

Kober: „Schnell liefern“

Doch es gibt auch Befürworter. Etwa Pascal Kober (FDP): „Taurus-Marschflugkörper müssen der Ukraine, neben anderen Waffensystemen, schnell geliefert werden. So kann die Ukraine die eigene Bevölkerung schützen, eine starke Verhandlungsposition einnehmen, eine militärische Niederlage verhindern und erfolgreiche Friedensverhandlungen führen.“

Immer: „Ja, auch Taurus“

Ähnlich denkt Grünen-Kandidat Jaron Immer: „Es ist richtig, die Ukraine stärker zu unterstützen, auch mit dem Taurus. Zuletzt hat Putin noch schneller Gebiete erobert und Angriffe verschärft. Eine Lösung mit Sicherheitsgarantien ist nur möglich, wenn die Ukraine sich angemessen schützen und als gleichwertiger Verhandlungspartner sprechen kann.“

Donth: „Ich würde sagen, ja“

Auch Michael Donth (CDU) würde der Ukraine Taurus-Marschflugkörper zur Verfügung stellen: „In enger Abstimmung mit unseren Verbündeten würde ich sagen, ja. Wir brauchen eine strategische Übereinkunft zwischen Europa und den USA. Nur wenn die Ukraine stark ist, wird der russische Angreifer bereit sein, sich auf Verhandlungen einzulassen und keine weiteren Länder überfallen.“