Bürgermeisterwahl Dettingen: Kandidat Norman Sommer: Zuhören und nah am Bürger sein

Erst die Faktenlage prüfen, dann ein Konzept vorlegen: Norman Sommer setzt im Wahlkampf auf soziale Kompetenzen.
Christina Hölz- Norman Sommer kandidiert als vierter Bewerber für das Dettinger Bürgermeisteramt.
- Der 54-Jährige setzt auf Nähe, Zuhören und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.
- Fachkonzepte will er erst nach Prüfung der Faktenlage vorlegen.
- Geschäftsführer eines IT-Dienstleisters; betont Transparenz und offene Kommunikation.
- Plant barrierearme Beteiligung: analoge und digitale Meinungs- und Verbesserungsboxen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Groß und stattlich ist der Mann. So groß, dass er die meisten seiner Mitmenschen um gut einen Kopf überragt. Auf andere schaut Norman Sommer aber lediglich physisch herab, betont er gleich eingangs. „Das Letzte, was ich will, ist, die Leute von oben herab zu behandeln. Das mache ich als Chef in meiner Firma nicht – und das würde ich auch als Bürgermeister nicht tun“, sagt der 54-Jährige. Würde er gewählt werden, wolle er vor allem nahbar sein – „auf Augenhöhe mit den Bürgern.“
Norman Sommer ist der vierte Bewerber, der Ansprüche auf das Amt des Dettinger Rathauschefs anmeldet. Geboren in Stuttgart, lebt der Kandidat seit 30 Jahren in der Ermsgemeinde. Gekommen ist er der Liebe wegen – verliebt hat er sich inzwischen aber auch in Dettingen. „Ich fühle mich hier wohl und glaube, die Gemeinde hat enorm viel Potenzial.“ Diese Möglichkeiten möchte Sommer nützen und ausbauen, wie er betont. Als Geschäftsführer eines IT-Dienstleiters in Reutlingen wisse er, wie man einen Betrieb führt. Das sei auch in der Verwaltung gefragt. „Und Budgets verwalten kann ich auch.“
Fragt man den Kandidaten nach seinen Ideen für Dettingen, bekennt er offen: „Noch kann ich zu inhaltlichen Themen nicht viel sagen. „Ich will faktenbasiert an die Dinge herangehen – und die Daten liegen mir nicht vor.“
Ein Grund, weswegen Norman Sommer im Wahlkampf weniger auf kommunalpolitische Themen denn auf soziale Kompetenzen setzt. Als Bürgermeister würde er gezielt „das Gemeinschaftsgefühl stärken“, da er in der Gesellschaft einen zunehmenden Rückzug ins Private und ein fehlendes Miteinander beobachtet. Er lege Wert darauf, sich an den „Bedürfnissen der Dettinger zu orientieren“, anstatt ihnen zu sagen, was notwendig sei. „Ich möchte zuhören, damit wir gemeinsam Lösungen finden.“
Norman Sommer ist passives Mitglied der Grünen. Im Kontext der Kommunalpolitik und der Arbeit als Bürgermeister hält er jedoch die Nähe zu den Bürgern und das Miteinander für wichtiger als parteipolitische Ausrichtungen. Als Bürgermeister wolle er für alle Dettinger dasein, auch für alle Glaubensgruppen. „Ich bin Atheist und Humanist und stehe für ein neutrales Gemeinwesen.“
Sich selbst beschreibt er als äußerst kreativ – eine Eigenschaft, die er seit gut einem Jahr ehrenamtlich im Dettinger Bürgerforum einbringt – und keinesfalls konservativ. Der Wahl-Dettinger ist seit 2020 mit seinem Mann verheiratet und hat keine Kinder. Den Posten als Chef des Bürgerforums würde er im Falle seiner Wahl aufgeben, ebenso habe er die Nachfolge in seiner Firma bereits geregelt.
Mit neuen Wegen im Job kennt sich Norman Sommer aus. Gelernt hat der Bewerber zunächst den Beruf des Bürokaufmanns, später sattelte er eine Ausbildung zum technischen Redakteur obenauf. Heute führt er in seinem Unternehmen knapp 20 Mitarbeiter. Transparenz und offene Kommunikation seien ihm als Chef besonders wichtig; bereits jetzt nutze er soziale Netzwerke als Infokanal und auch, um seine Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Das wolle er als Bürgermeister fortsetzen. Er plant, barrierearme Kontaktmöglichkeiten zu schaffen, will etwa analoge wie digitale Meinungs- und Verbesserungsboxen einrichten. Bewusst sei ihm, dass nicht alle Anregungen umgesetzt werden können, dennoch will er „Verständnis für die Anliegen der Menschen zeigen“. „Nach 24 Jahren mit einem Bürgermeister braucht es neue Impulse.“

Bürgermeisterwahl Dettingen:Wer nicht wählen geht, darf sich auch nicht beklagen
Noch drei Tage. Dann wählen die Dettinger erstmals nach 24 Jahren wieder einen neuen Bürgermeister. Sie entscheiden (auch) über die Zukunft ihrer Gemeinde. Wer also kein Kreuz hinter einen der vier Namen setzt, ist selbst schuld.