Adventszeit in Bad Urach
: Brandgefährliche Deko – So kommt man sicher durch die Weihnachtszeit

Echte Kerzen, Lichterglanz, Adventskränze und Weihnachtsbäume sorgen derzeit für vorweihnachtliche Stimmung. Urachs Feuerwehrkommandant Wolfgang Dörner erklärt, wo sich Gefahren verbergen und wie man sich schützen kann.
Von
Karolin Müller
Bad Urach
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Das fackelnde Licht echter Kerzen auf einem Adventskranz gehört für viele Menschen zur Vorweihnachtszeit dazu. Damit nichts passiert, sollte man aber einige Regeln beachten.

Das fackelnde Licht echter Kerzen auf einem Adventskranz gehört für viele Menschen zur Vorweihnachtszeit dazu. Damit nichts passiert, sollte man aber einige Regeln beachten.

Karolin Müller
  • Echte Kerzen, Adventskränze und Weihnachtsbäume sind beliebt, bergen aber Brandgefahr.
  • Feuerwehr rät: Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen, sicherer Umgang mit offenen Kaminen beachten.
  • Elektrische Lichter nur mit geprüften Zertifikaten verwenden, Steckdosen nicht überlasten.
  • Rauchmelder retten Leben – regelmäßige Wartung und Batterietests sind unerlässlich.
  • Bei Bränden: Selbstschutz priorisieren, Fenster schließen, Feuerwehr rufen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Adventskränze, Weihnachtsbäume, Duftlampen, Aromakerzen, Lichterketten und Kaminfeuer gehören für viele Menschen zur Advents- und Weihnachtszeit wie Blumen zum Frühling – sie schaffen diese besondere Wohlfühlatmosphäre, nach der man sich in der kalten Jahreszeit sehnt. Doch sie erfordern auch einen verantwortungsbewussten Umgang. Andernfalls können all diese winterlichen Harmonie- und Wärmespender brandgefährlich werden.

„Die Gefahr bei Adventskränzen besteht immer darin, dass sie unbeaufsichtigt sind“, erklärt Wolfgang Dörner, hauptamtlicher Feuerwehrkommandant der Stadt Bad Urach. Gleiches gelte für Weihnachtsbäume, die noch mit echten Kerzen geschmückt werden – was früher gang und gäbe war, ist zwar seltener geworden, aber viele machen es den Kindheitserinnerungen zuliebe immer noch gerne. Und dann ist Vorsicht geboten: „Man muss im Raum bleiben und darauf achten, dass die Kerzen nicht in der Nähe von Ästen brennen“, so Dörner.

Generell sollten Kerzen nur angezündet werden, wenn man sich im jeweiligen Zimmer aufhält. Wer gerne mal auf dem Sofa einschläft, sollte das berücksichtigen und in den Abendstunden eher auf den flackernden Lichtschimmer verzichten beziehungsweise die Flamme rechtzeitig ausmachen.

Gleiches gilt für einen offenen Kamin oder Kachelofen, insbesondere dann, wenn dieser sonst das ganze Jahr über nicht genutzt wird. „Man sollte hierbei auf jeden Fall auf die Herstellerangaben achten und geeignetes Brennmaterial benutzen“, sagt Dörner. Nicht selten sind die Kamine zur Weihnachtszeit ebenfalls geschmückt, und das könne gefährlich werden.

Nadelholz fängt schnell Feuer

Zur Sicherheit empfiehlt der Feuerwehrkommandant: „Ruhig mal einen Eimer Wasser in der Nähe stehen haben.“ So könne man im Notfall in der Entstehungsphase schnell eingreifen. Speziell Tannenbäume und das für Adventskränze verwendete Nadelholz fangen sehr leicht und schnell Feuer. „Das liegt vor allem an dem vielen Harz und den ätherischen Ölen“, erklärt Dörner. „Das kann man nicht mit einem Obstbaum vergleichen.“

Neben dem Harz und den Ölen, die wie Brandbeschleuniger wirken, ist vor allem die Trockenheit für die schnelle Entzündbarkeit verantwortlich. Zudem füllen Nadeln, wenn sie austrocknen, ihre Zellen mit Luft. Kommt dann Hitze hinzu, bildet diese zusammen mit den Ölen ein explosives Gasgemisch. Innerhalb von Sekunden können Baum oder Kranz lichterloh brennen. „Die Folgebrände sind dann das Problem“, sagt Dörner. Denn die Flammen können schnell auf Möbel und andere Gegenstände übergreifen.

Risiken bei elektrischer Beleuchtung

Wer jetzt aber denkt, er sei mit elektronischen Lichtern automatisch auf der sicheren Seite, der irrt. Wolfgang Dörner empfiehlt, sich hierbei nicht für die günstigsten Varianten zu entscheiden, sondern auf Qualität zu achten. Ein wichtiges Merkmal sei, dass die Beleuchtung eine Zertifizierung hat und mit dem Prüfzeichen eines unabhängigen Prüfinstituts, beispielsweise dem VDE-GS-Zeichen, gekennzeichnet ist.

Auch wenn eine Voll-Beleuchtung im Haus oder Garten mit strahlenden Sternen und blinkenden Figuren noch so schön ist: „Man muss natürlich aufpassen, dass man nicht zu viel an einer Steckdose anschließt“, so Dörner. „Vor allem, wenn man von Elektrik keine Ahnung hat.“ Das habe die Uracher Feuerwehr auch am Weihnachtsmarkt wieder erlebt – zum Glück ohne Schäden. „Eine Steckdose ist irgendwann ausgelastet, und dann wird es ziemlich schnell warm.“ Durch die Überhitzung steigt die Brandgefahr. Wer sich unsicher ist, sollte lieber einen Elektriker um Rat fragen.

In Sachen Elektronik gibt der Verein Netzwerk Zuhause ebenfalls Tipps: Elektrogeräte nach Gebrauch sofort ausschalten, keine Geräte mit hoher Anschlussleistung über Mehrfachstecker betreiben, Mehrfachsteckdosen nicht hintereinander stecken, defekte Leitungen und Geräte sofort außer Betrieb nehmen und Akkus möglichst nur bei Anwesenheit laden – all das gilt natürlich nicht nur zur Weihnachtszeit.

Hochtoxische Rauchgase

Und wenn der Ernstfall eintritt? „Dann“, so bittet Wolfgang Dörner, „sollte man sich selbst nicht in Gefahr bringen.“ In der Entstehungsphase helfe noch der Eimer Wasser, aber wenn es richtig brennt, gilt: Fenster und Türen schließen, das Haus verlassen und die Feuerwehr rufen. „Wir erleben es öfter mal, dass versucht wird, das Feuer selbst zu löschen. Das ist gefährlich“, so der Feuerwehrkommandant. „Rauchgase sind nicht sichtbar und riechen auch nicht, aber sie sind hochtoxisch.“ Drei bis vier Atemzüge könnten ausreichen, dass man das Bewusstsein verliert.

Wer den Brand rechtzeitig selbst gelöscht bekommt, sollte darauf achten, dass wirklich alles aus ist. „Der Holztisch unter dem Adventskranz kann durchaus etwas abbekommen haben“, weiß Dörner. Das müsse man nicht unbedingt bemerken, und das Feuer könne erst wesentlich später wieder entfacht werden. „Ruhig anrufen, auch wenn es nicht mehr brennt. Wir kommen und kontrollieren das.“

Rauchmelder können Leben retten

Zu den wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen zählen die Rauchmelder. Die sind zwar seit einigen Jahren Pflicht, aber trotzdem nicht in jedem Haus vorhanden. „Wir sind alle nur Menschen und können mal etwas vergessen“, sagt Dörner. Da reicht ein kleines Kerzchen, bevor man ins Bett geht, oder das Essen auf dem Herd, während man auf dem Sofa einschläft. Dann von einem Rauchmelder geweckt zu werden, kann lebensrettend sein. „Wir hatten schon einige Fälle, in denen ein solcher Melder Menschenleben gerettet hat“, berichtet der Uracher Kommandant. Aufgehängt werden sollten sie in allen Aufenthaltsräumen wie Wohn-, Ess- und Schlafzimmer, in der Küche und in den Fluchtwegen. Wichtig: „Nicht vergessen, regelmäßig die Batterien der Rauchmelder zu überprüfen.“