ADAC gibt Tipps
: Dieser Fehler kann teuer werden – fast alle Automatik-Fahrer machen ihn

Vom Stoßdämpfer bis zur Batterie: Das alles checken die ADAC-Experten in ihrem Prüf-Truck auf dem Bongertwasen durch – und ganz nebenbei geben sie Ratschläge, die den Fahrzeugbesitzern teure Reparaturen ersparen.
Von
Evelyn Rupprecht
Metzingen
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ADAC Prüftruck

In der Prüf-Box des ADAC-Trucks schaut Peter Fuchs ganz genau hin. Die gute Nachricht: An diesem Fahrzeug hat er nichts auszusetzen.

Evelyn Rupprecht
  • ADAC-Prüf-Truck in Metzingen: Kostenloser Fahrzeugcheck mit Mängelbericht.
  • Tipp für Automatik-Fahrer: Handbremse beim Parken nutzen, um Rost an Bremsbacken zu vermeiden.
  • Viele Warnwesten im Test reflektierten schlecht – Empfehlung: gut sichtbare Weste griffbereit platzieren.
  • Winterreifen empfohlen: Bessere Haftung bei Kälte, auch ohne Schnee.
  • ADAC-Check-Angebot kostenlos, auch für Nicht-Mitglieder, jedoch in kleinerem Umfang.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als der schwarze VW aus dem ADAC-Truck rollt und wieder mit allen vier Reifen auf dem leicht vereisten Parkplatz steht, ist dem Fahrzeugbesitzer anzusehen, dass er nicht gerade glücklich ist. Der Prüfbericht, den ihm die Fachleute ausgestellt haben, ist nicht so ausgefallen, wie er es gerne gehabt hätte. Sein Auto braucht vier neue Stoßdämpfer, und um die Bremsen ist es auch nicht zum Besten bestellt. Da muss der Mann schon mal tief durchatmen, bevor er einsteigt und losfährt. „Allein für die Stoßdämpfer wird er über 1000 Euro zahlen müssen“, sagt ADAC-Mitarbeiter Peter Fuchs und schaut dem davonrollenden Kleinwagen hinterher. Immerhin: Das Durchchecken des Autos war kostenlos. Und die Mängel-Analyse ist auch nur eine Empfehlung und verpflichtet nicht zur Reparatur. Selbst wenn sie dringend nötig wäre.

Die Bodenplatte rüttelt, die Reifen rollen

Zwei Tage lang, am 1. und 2. Dezember, ist der ADAC in dieser Woche mit seiner Prüfeinheit auf dem Metzinger Bongertwasen zu Gast. Auto um Auto checken Fuchs und sein Kollege durch. Ein Fahrzeug nach dem nächsten manövrieren sie in den über zehn Meter langen LKW, in dem eine riesige Box mit jeder Menge Hightech ist. Die Reifenprofiltiefen werden hier genauso kontrolliert wie die Bremskraft, die Bremsflüssigkeit, die Stoßdämpfer, die Beleuchtung und die Batterie. Erst werden die Fahrzeuge auf einer Bodenplatte kräftig durchgerüttelt, dann lässt die Maschinerie die Reifen rollieren, und schließlich ist Handarbeit angesagt, wenn die Experten die Motorhaube öffnen.

Zehn Minuten dauert das Prozedere, an dessen Ende die Fahrzeugbesitzer nicht nur einen ausgedruckten Bericht, sondern auch mündliche Erläuterungen bekommen. Den Job macht Peter Fuchs jetzt seit zehn Jahren – und mit der Prüfeinheit in ganz Württemberg unterwegs zu sein, macht ihm richtig Spaß. „Man hat viel mit Menschen zu tun. Jeder Kunde ist anders, jedes Fahrzeug ist anders, und unterwegs sind wir auch viel“, erzählt er und winkt schon den nächsten Autobesitzer heran. Die Arbeit will ihm und seinem Kollegen heute nicht ausgehen. „Die ersten sind schon um 9.30 Uhr dagestanden und haben gewartet. Dabei fangen wir erst um 10 Uhr an“, sagt er und rechnet nach. Im Optimalfall, hofft Fuchs, schaffen wir an den beiden Tagen 100 Autos.

Die Bremsbacken können ohne Bewegung verrosten

Unter den Fahrzeugen, die in der Schlange auf dem Festplatz Bongertwasen stehen, sind, wie so oft bei den Prüf-Terminen, enorm viele mit Automatikgetriebe – und für deren Besitzer hat der Experte einen Tipp parat, der ihnen eine Menge Geld sparen kann. „Wenn man parkt, sollte man nicht nur auf P schalten, sondern auch noch die Handbremse anziehen. Aber das machen fast alle Automatik-Fahrer falsch“, erklärt Fuchs. Aber warum ist das so wichtig, wenn der Wagen auch so nicht wegrollt? „Ganz einfach. Wenn man die Bremsbacken nie bewegt, setzen die sich fest, ja sie können verrosten“, erläutert der Fachmann. Bei der ADAC-Prüfung im Truck hört sich das dann ziemlich unschön an: Es quietscht und knackt.  Ein sicheres Zeichen dafür, dass man die Backen austauschen lassen muss. „Was ziemlich teuer werden kann.“

Ähnliche Ratschläge hat der Allgemeine Deutsche Automobil-Club auch in petto, wenn es um die Warnwesten geht. Offenbar haben viele Exemplare im ADAC-Test schlecht abgeschnitten. Die Mehrheit der untersuchten Westen reflektierte nicht und fiel durch. „Die Streifen haben eine schlechte Leuchtfunktion, manche leuchten sogar gar nicht“, sagt Fuchs. Mit solchen Jacken auf der Straße unterwegs zu sein, kann extrem gefährlich sein. Doch selbst die besten Reflektor-Streifen nützen nichts, wenn man erst aus dem Auto aussteigen muss, um an das gute Stück zu kommen. Vor allem bei einer Panne auf der Autobahn ist das Risiko dann enorm. „Also legen Sie die Warnweste gut erreichbar gleich neben dem Fahrer- oder dem Beifahrersitz ab“, rät der Experte.

Die Sommer-Pneus sind nicht mehr zeitgemäß

Überhaupt empfiehlt er Autobesitzern, ihre Gefährte regelmäßig bei den ADAC-Prüfeinheiten testen zu lassen. „Beim TÜV wird vieles, was wir hier kontrollieren, nicht gemacht, und Kundendienste sind oft nur alle zwei Jahre“. Genau deshalb nutzen auch so viele Menschen die Prüf-Angebote. „Ihnen ist die Sicherheit eben wichtig“, weiß Fuchs, der betont, dass das Angebot auch für Nicht-ADAC-Mitglieder kostenlos ist – allerdings in einem kleineren Umfang.

Das komplette Test-Paket bekommt indes an diesem Vormittag ein Mann, der Club-Mitglied und mit seinem Wagen aus dem Kreis Esslingen angereist ist. „Alles ok“, atmet er nach der Prüfung einmal tief durch. Allerdings hat er noch die Sommerreifen aufgezogen. „Eigentlich hätte er mit denen gar nicht herkommen dürfen, die Reifen sind nicht zeitgemäß“, sagt der Experte. Denn auch wenn kein Schnee liegt, sollte man bei Kälte mit Winter-Pneus fahren, weil sie aus einer anderen Gummi-Mischung bestehen, die bei Temperaturen bis zu sieben Grad eine bessere Haftung haben. Theoretisch weiß das auch der Autofahrer aus dem Kreis Esslingen, dem jedoch der Zeitfaktor einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. „Ich habe in der Werkstatt angerufen und es gab Terminprobleme“, erzählt er. Jetzt darf er in zwei Wochen zum Reifenwechsel – dank ADAC in dem Wissen, dass sein Auto sonst komplett funktionstüchtig ist.