Unterstützung aus Horb für Caritaszentrum in der Ukraine: Mehr Leid, weniger Hilfsbereitschaft

Frisches Obst und Hilfe bei der Registrierung erhalten die Flüchtlinge von ehrenamtlichen Helferinnen.
Caritaszentrum Boryslaw- Horb unterstützt Caritaszentrum in Boryslaw, Ukraine, zum dritten Jahrestag des Kriegs.
- 4000 Flüchtlinge in Boryslaw, Caritas bietet Hilfe bei Wohnung und Versorgung.
- Pfarrer Pidlubnyi dankt für Solidarität; wöchentliche Beerdigungen junger Verteidiger.
- Spitalstiftung sendet 5000 Euro pro Quartal, ruft zu Spenden auf.
- Konto für Spenden: Katholische Spitalstiftung Horb "Ukrainehilfe", IBAN DE21 6429 1010 0120 1210 00.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Anfang stand vor 25 Jahren die Scham über Zwangsarbeit ukrainischer Gefangener im „Spitalhof“, aus der jedoch sofort eine herzliche Beziehung entstand, die sich bis heute über Generationen verfestigt hat. Zum Pressegespräch schwelgten Paul Welte und Heinrich Tischinger, Männer der ersten Stunde, in Erinnerungen an achsenbrechende Schlaglochstraßen und zu Tränen rührende Zustände im damaligen Waisenhaus Boryslaw.
Beherzte schwäbische Handwerker hätten Wände eingerissen, Rohre verlegt und in Rekordtempo mit örtlichen Kräften ein schmuckes Haus errichtet. Unter dem energiegeladenen Pfarrer Petro Pidlubnyi habe sich ein leistungsfähiges Sozialzentrum in neuer Dimension mit einer Suppenküche entwickelt. 30 Waisenkinder könnten täglich betreut werden, behinderte junge Erwachsene fänden im Zentrum ihr Heim. Müllers Vorgänger Peter Silberzahn halte nun ehrenamtlich den intensiven Kontakt aufrecht, der sich dank einer sprachkundigen Vira Holyk und Online-Übersetzungsprogrammen wesentlich vereinfacht habe.
Pfarrer dankt für die Solidarität
In dieser Woche dankte Pfarrer Pidlubnyi in einer Mail für die Solidarität, die sich in finanzieller Unterstützung, Mitgefühl und Gebeten äußere. Seit drei Jahren setze der Krieg einen herben Einschnitt auch in das Leben der über 1000 Kilometer von der Kriegsfront entfernten westukrainischen Stadt, die vor der Invasion 40.000 Einwohner zählte. 4000 Flüchtlinge, meist ältere Menschen und Großfamilien, seien in den drei Jahren dort gestrandet. Mit Problemen wie Wohnungsnot und Versorgung sei auch die Caritas konfrontiert.
Bedrückend schilderte Pidlubnyi seine Aufgabe, jede Woche einem oder zwei verstorbene Verteidiger der Freiheit, meist junge Leute unter 40 Jahren, begraben zu müssen, auch wenn am westlichen Ende der Ukraine nicht so oft die Sirenen heulten. Sie warteten gespannt auf Informationen über den Beginn von Verhandlungen zur Beendigung des Krieges. „Wir hoffen, dass der Herr unsere Gebete bald erhört und wir noch die gute Nachricht erhalten, dass der Krieg zu Ende geht und wir wieder zu einem friedlichen Leben zurückkehren können.“ Eine Kapitulation unter russisches Diktat bedeute aber, dass die ukrainische Sprache und Religion der griechisch-katholischen Kirche wie zur Sowjetzeit unter Strafe gestellt würden.
Von seiner aktuellen Arbeit berichtet der ukrainische Pfarrer: Am Mittwoch, 5. Februar, erhielt sein Team eine Tonne verschiedener Früchte und stellte mithilfe von 12 Freiwilligen 411 Pakete zusammen. Während der Auslieferung erfuhren sie von den Bedürfnissen der Flüchtlinge. Ihnen stehe zwar eine staatliche Sozialhilfe von monatlich 2000 Hrywna (47 US-Dollar) zu, aber die treffe nicht regelmäßig ein.
Die Menschen seien gezwungen, an den notwendigsten Dingen zu sparen: an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Kleidung und Spielsachen. Die humanitäre Hilfe vor Ort sei erheblich zurückgegangen, es werde schwieriger, sich dafür zu registrieren. Das Caritaszentrum leiste verstärkt Hilfe, die Anträge der Flüchtlinge aufzunehmen. Damit gewinne man Einblick in die individuellen Bedürfnisse jeder Person.

Mit gespendeten Lebensmitteln kann Pfarrer Pidlubnyis Team in größter Not helfen.
Caritaszentrum BoryslawPeter Silberzahn bedauert, die so liebevoll gepflegten gegenseitigen Besuche mit intensivem Austausch seien dem Krieg zum Opfer gefallen. Eine bereits geplante Feier zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft habe ausfallen müssen. Dank logistischer Unterstützung der Firma Volz sei in der Vergangenheit dank überwältigender Spendenbereitschaft der Horber Bevölkerung die Spitalstiftung in der Lage gewesen, 10 Hilfstransporte im Wert von 85.000 Euro mit vollgestopften Kleintransporter zu den Freunden zu bringen.
Zunehmende Schwierigkeiten und Formalitäten hätten die Hilfe auf finanzielle Überweisungen umgeleitet. Artikel des täglichen Bedarfs seien in der Westukraine zu kaufen, wenn auch zu erhöhten Preisen. Noch könne die Spitalstiftung in jedem Quartal 5000 Euro senden, doch die Bereitschaft lasse merklich nach, beklagte Müller. Er wünscht sich, noch mehr Not zu lindern, und ruft am Jahrestag des Kriegsbeginns zu einer Spendenaktion auf. Die täglichen Meldungen dürften nicht zu Abstumpfung führen, den Krieg als Normalität zu empfinden.
Spendenaufruf
Zum dritten Jahrestag des Krieges wünscht Verwaltungsdirektor Thomas Müller, ein spürbares Zeichen der Solidarität und christlicher Nächstenliebe in die Partnerschaft einzubringen.
Er bittet daher um Spenden auf das Konto: Katholische Spitalstiftung Horb „Ukrainehilfe“ IBAN DE21 6429 1010 0120 1210 00 bei der Volksbank im Kreis Freudenstadt.
