Horb · Spenden für die Ukraine
: Hilfe aus Horb für die Freunde in Boryslaw

Im ukrainischen Boryslaw sind die Menschen weiter auf Spenden angewiesen. Die Horber Spitalstiftung ist in engem Austausch mit Pfarrer Pidlubnyj, der dort das Sozialzentrum leitet.
Von
Hans-Michael Greiß
Horb

Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist eine der Kernaufgaben des Sozialzentrums in Boryslaw. Privatbild

Nicht gesetzt

A m Anfang stand die Bitte um Vergebung. Vor 24 Jahren führte die Suche nach Weltkriegs-Zwangsarbeitern zu zwei Ukrainern, die auf dem Spitalhof und im Hospital zum Heiligen Geist eingesetzt waren. Aus gegenseitigen Besuchen entwickelten sich Freundschaften und eine enge Zusammenarbeit mit dem Leiter des Sozialzentrums im westukrainischen Boryslaw, Pfarrer Petro Pidlubnyj.

Von Anfang an war die Hilfe aus Horb willkommen, Diakon Klaus Konrad und der damalige Stiftungsdirektor Peter Silberzahn sowie ehrenamtlich Engagierte fuhren mehrfach mit vollgepackten Transportern zu den Freunden, die ein Waisenhaus unterhalten, junge Menschen mit Behinderung betreuen und eine Suppenküche für Bedürftige betreiben. Doch niemals hätten sie sich vorstellen können, dass ein Krieg die Not in Boryslaw unermesslich vergrößere.

In seiner neuesten Mail schildert der Pfarrer die Situation: „Am 24. Februar jährt sich die groß angelegte Invasion Russlands in der Ukraine zum zweiten Mal. Dieses traurige Datum zwingt uns, immer wieder daran zu erinnern, wie viel Ärger, Verlust und Zerstörung die Ukrainer in dieser Zeit erleben mussten. Zehntausende tote Zivilisten, darunter mehr als 500 Kinder. Bis heute können wir die Verluste unter der Zivilbevölkerung nicht genau berechnen.“ Schulen, Kindergärten, medizinische Einrichtungen, Privathäuser und Einrichtungen der sozialen Infrastruktur seien zerstört worden. „Und das Schlimmste ist, dass wir trotz der Bemühungen unseres Volkes und der Länder der Europäischen Union nicht mit Sicherheit sagen können, wann diese schrecklichen Ereignisse enden werden, wann wir zu einem friedlichen Leben zurückkehren und unser Land wieder aufbauen können.“

Derzeit seien in Boryslaw 3428 Flüchtlinge beim Sozialamt registriert. 141 Flüchtlingskinder im Alter von sieben bis 17 Jahren besuchen die Schulen. Mit Unterstützung der Caritas Österreich wurde eine Unterkunft für 24 ältere Menschen und Menschen mit Behinderung ab 60 Jahren gebaut, die aus den Regionen Saporizhja, Cherson und Charkiw evakuiert wurden.

Die in Boryslaw lebenden Flüchtlinge seien gezwungen, lange Zeit zu bleiben. „Ihre Städte und Dörfer sind entweder besetzt oder völlig zerstört und benötigen erhebliche Mittel für den Wiederaufbau.“ Das Sozialzentrum setze die Arbeit mit Flüchtlingen in verschiedene Richtungen fort: Arbeit mit älteren Menschen, Familien und Kindern. Nahrungsmittelhilfe, Pflegeprodukte für Familien mit Kindern unter zwei Jahren und für Menschen mit Behinderung bleiben weiterhin am gefragtesten.

„Massenraketenangriffe werden nicht nur auf die Hauptstadt unseres Landes und Regionen in der Nähe der Frontlinie verübt, sondern auch in den sichereren westlichen Regionen der Ukraine“, schreibt Pfarrer Pidlubnyj. Am 7. Februar um 7.33 Uhr habe eine feindliche Rakete eine Infrastruktureinrichtung in der nahegelegenen Stadt Drohobytsch zerstört, die nur 20 Kilometer von Boryslaw entfernt liegt. Die Zerstörung sei erheblich gewesen. „Gott sei Dank wurde niemand verletzt.“

Mit der gleichen Energie wie sein Vorgänger setzt Stiftungsdirektor Thomas Müller das Hilfsprojekt fort. Zum zweiten Jahrestag des russischen Einmarschs in die Ukraine regt er eine Spendenaktion als wirksames Zeichen der Solidarität an. Nachdem sich an der Grenze die Schwierigkeiten häuften, Sachspenden in die Ukraine zu bringen, helfe nun mehr, Geld zu überweisen, um dort Lebensmittel kaufen zu können.

Spenden nehme die Spitalstiftung gegen Bescheinigung an, gerade seien wieder 5000 Euro nach Boryslaw ins Sozialzentrum für Lebensmittel und Hygieneartikel für die Geflüchteten unterwegs. Diakon Konrad vertraut auf die so oft unter Beweis gestellte Nächstenliebe seiner Mitbürger - erst recht bei dieser Solidaritätsaktion.

Spenden kommen direkt im Sozialzentrum an

Die Katholische

Spitalstiftung Horb
bittet um Spenden mit dem Stichwort: „Ukrainehilfe“ auf folgendes Konto: IBAN: DE21 6429 1010 0120 1210 00;

BIC: GENODES1FDS

Das Hilfsprojekt der „Aktion Mensch“ für Kinder aus benachteiligten Familien für Boryslaw ist ausgelaufen, wird jedoch in ähnlicher Weise aus Mitteln der Diözese Rottenburg-Stuttgart weitergeführt. Die Organisation ist von allen Kontrollstellen anerkannt. Nachweis über die Verwendung des Gelds liefert Pfarrer Pidlubnyj zuverlässig und detailliert.