Sulz · Schulen
: Richtiges Verhalten bei Notfällen lernen

Beim ersten „Aktionstag Katastrophenschutz“ am Albeck-Gymnasium erfuhren die Sechstklässler an mehreren Stationen unter anderem, wie man Feldbetten aufbaut oder sich um Verletzte kümmert.
Von
NC
Sulz

An der Station „Tragetechniken“ zeigte Helmut Woitas (links) beim Katastrophenschutztag am Albeck-Gymnasium, wie man Personen aus Gefahrensituationen bergen kann. Isabella aus der 6b ist beim Jugendrotkreuz, wusste daher schon vieles und packte gleich tatkräftig mit an. Privatbild

Nicht gesetzt

Seit dem Schuljahr 2023/24 ist die Vermittlung von Orientierungsfähigkeit und eigenverantwortlichem Handeln in Katastrophenfällen auch zum schulischen Bildungsauftrag geworden. Das Thema Katastrophenschutz fließt punktuell etwa in den Erdkunde-Unterricht mit ein. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler konkret für die möglichen Gefahren in Katastrophenfällen sensibilisiert werden und lernen, wie man sich auf solche Ereignisse vorbereiten kann.

Im Zuge dessen findet am Albeck-Gymnasium fortan ein jährlicher Aktionstag zum Katastrophenschutz für die jeweilige Klassenstufe 6 statt. Dabei sollen allgemeine Informationen zum Bevölkerungsschutz in Baden-Württemberg vermittelt, das Risikobewusstsein von Schülern gefördert, deren Selbstschutz- und Selbsthilfefähigkeiten aktiviert und das ehrenamtliche Engagement gestärkt werden.

Erstmals fand der von Abteilungsleiter Alexander Wößner organisierte Aktionstag kürzlich für alle drei sechsten Klassen mit insgesamt 84 Schülerinnen und Schülern statt. Als Kooperationspartner konnte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gewonnen werden.

Studienrätin Mathilda Kolb bereitete die Sechstklässler mit einer eigens entwickelten kurzen Unterrichtseinheit im Erdkundeunterricht auf den Aktionstag vor und sensibilisierte für die Thematik: Was sind Katastrophen? Wie verhalte ich mich im Katastrophenfall? Welche Informationsmöglichkeiten gibt es? Welche Vorräte sollte man für Notfälle zuhause haben? Was ist bei Hochwasser, Sturm, Unwetter oder Stromausfällen zu beachten? Wozu gibt es Sirenen und was bedeuten die Heultöne? Welche Hilfsorganisationen gibt es?

DRK als Helfer im Ahrtal aktiv

Unter Federführung von Carsten Rinke, Leiter der DRK-Bereitschaft Sulz, berichteten die sechs beteiligten Mitglieder der DRK Ortsgruppen Sulz und Sulz-Nord in der Aula von der Tätigkeit des DRK beim Katastrophenschutz. Zur Sprache kamen dabei auch die Einsätze bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 oder kürzlich in den Hochwassergebieten in Süddeutschland. Die Mädchen und Jungen waren von den Hilfsaktivitäten des DRK in Katastrophengebieten sehr beeindruckt. So erfuhren die Sulzer Gymnasiasten beispielsweise, dass die Hilfsorganisation mit großem ehrenamtlichen Engagement über lange Zeit eine riesige Feldküche betrieb, die täglich 10.000 Mahlzeiten für die Betroffenen und die Helfer bei der Flutkatastrophe im Ahrtal ausgab.

Im Verlauf des Vormittags wurden die Sechstklässler an drei vom DRK betreuten Stationen auch selbst tätig. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie man Verletzte sicher aus Gefahrenbereichen tragen kann, wie man Feldbetten zusammenbaut oder an einer Sammelstelle Verletzte registriert.

An der Station „Notunterkunft“ bauten die Schülerinnen und Schüler Feldbetten auf.

Nach einer kurzen Einweisung durch Vera Binnig übernahmen die Sechstklässler die Registrierung an der „Verletztenmeldestelle“ selbstständig. Das DRK Sulz- Nord hatte dazu einen Einsatzpavillon auf dem Schulhof aufgebaut. Die Einsatzfahrzeuge beeindruckten nicht nur die Sechstklässler, sondern wurden während der großen Pause von allen Schülern neugierig begutachtet.

An der Station „Betreuungs- und Verletztenstelle“ erklärte Edwin Bailer den wissbegierigen Sechstklässlern, an was alles zu denken ist, wenn es zu einer schnellen Evakuierung von vielen Personen kommt. Neben Spielsachen kann die Bereitschaft Sulz- Nord bei Bedarf auch Babynahrung, Windeln und andere Hygieneartikel zur Verfügung stellen.

An der Station „Tragetechniken“ zeigte Helmut Woitas, wie man Personen aus Gefahrensituationen bergen kann. Beim Vorführen erwies es sich als besonders praktisch, dass Isabella aus der 6b vom Jugendrotkreuz schon vieles wusste und daher gleich tatkräftig mit anpackte.

Stromausfall – was tun?

Wie bereitet man sich persönlich auf schwierige Situationen wie

einen längeren Stromausfall vor?
Auch dazu hatten die Mitglieder des DRK Sulz viele hilfreiche Tipps. Mit

einem 48-Stunden-Notfallvorsorge-Paket zeigten die Rotkreuzler, an

was man alles denken sollte, um auf Notfälle gut vorbereitet zu sein. Am besten ist es, wenn eine Katastrophe gar nicht erst eintritt. Sollte so etwas doch einmal geschehen, dann sind die Sechstklässler nun mit wichtigem Wissen ausgestattet, das die Schüler vor Schaden bewahrt.