Schopfloch · Wirtschaft: Schopflocher Betriebsrat kündigt Widerstand an

Dieser Tage geht das neue Logistikcenter am Homag-Standort Schopfloch in Betrieb. Geplantes Kundencenter und Betriebsrestaurant sollen trotz Krise gebaut werden.
HomagWie berichtet will der Dürr-Konzern mit Sitz in Bietigheim-Bissingen bei der Homag-Tochter weltweit 600 Stellen abbauen, 350 davon in Deutschland. Laut Homag-Pressesprecher Jens Fahlbusch sind vom geplanten Stellenabbau alle operativen Standorte in Deutschland betroffen. „Quantitative Aussagen zu einzelnen Standorten sind derzeit leider noch nicht möglich“, teilte er der NECKAR-CHRONIK mit. Die Homag-Betriebsräte und die IG Metall deutscher Standorte kündigen nun Alternativen, aber auch Widerstand gegen die Pläne des Arbeitgebers an.
Wie die IG Metall mitteilt, haben die Betriebsräte aller Homag-Standorte in einer Konzernbetriebsratssitzung am Mittwoch darüber berichtet, wie die „Schocknachricht“ von den Beschäftigten aufgenommen wurde. „Drei Jahre haben die Belegschaften Top-Ergebnisse und Gewinne abgeliefert, dafür werden wir jetzt abgestraft!?“, so Drago Jeric, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in Schopfloch.
Dem gegenüber sollen Aussagen des Arbeitgebers stehen, dass die wichtigste Steuerungszahl der EBIT und nicht die Beschäftigtenzahl sei, schreibt die IG Metall Freudenstadt weiter. Dürr hatte von einem normalen zyklischen Abschwung gesprochen. Nach Auffassung der IG Metall könne diesem mit Konjunkturkurzarbeit und tariflichen beschäftigungssichernden Maßnahmen zu begegnen sein. „Personalabbau, ob sozialverträglich oder irgendwie anders, um den Gewinn abzusichern, ist ein einfaches wie kurzsichtiges Mittel des Managements“, sagt Dorothee Diehm, Geschäftsführerin der IG Metall in Freudenstadt. Auf lange Sicht bedeute dies jedoch Know How und Reaktionsverlust. „Diese Vorgehensweise ist in der aktuellen Situation völlig überzogen.“
Für die kommende Woche sind Beschäftigtenversammlungen an allen Homag-Standorten geplant, in denen die örtlichen Geschäftsführungen die Belegschaften über ihre Pläne informieren werden. Betriebsräte und IG Metall werden in eigenen Betriebsversammlungen mitteilen, mit welchen Konzepten auf den bekannten, zyklischen Abschwung aus deren Sicht zu reagieren ist. In den Gesprächen zwischen Geschäftsführung, Konzernbetriebsrat und IGMetall gehe es jetzt darum, Lösungen für Beschäftigungs- und Wissen-Absicherung zu erarbeiten und zu vereinbaren, bei gleichzeitigen Maßnahmen, die der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens Rechnung tragen, so die IG Metall.
„Wir werden mit unserem Konzept in den Dialog mit den Belegschaften und IG Metall Mitgliedern an den Standorten gehen, um Antworten für die Gegenwart und Zukunft zu entwickeln“, sagt Carmen Hettich-Günther, Betriebsratsvorsitzende in Schopfloch. Die Auszubildenden im Werk sollen eine Perspektive haben und persönlichen Wünschen von Beschäftigten müsse Rechnung getragen werden.
Homag investiert weiter in Standort Schopfloch
2022 hat Homag in Schopfloch eine neue Produktionshalle eröffnet, ein neues Logistikcenter geht dieser Tag in Betrieb. Als weitere Investitionen sind ein Kundencenter sowie ein Betriebsrestaurant bis 2025 geplant. Laut Pressesprecher Fahlbusch hält Homag an diesen Investitionen fest. Statt Bau eines neuen Bürogebäudes wird das bisherige modernisiert. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.