Rosenberger unterliegt Musolf
: Der Liveticker zur Esslinger Landratswahl zum Nachlesen

Der Esslinger Kreistag wählt am Freitagnachmittag einen neuen Landrat. Amtsinhaber Heinz Eininger (68) hört auf. Einer der beiden Kandidaten für seine Nachfolge ist Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger (52). Wir berichten live aus der Filharmonie in Filderstadt-Bernhausen.
Von
Moritz Hagemann
Filderstadt

Die beiden Wahlkabinen stehen in der Filharmonie bereit.

Moritz Hagemann

Folgende Artikel zur Wahl sind nun online

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19.34 Uhr: Das war‘s aus Filderstadt. Weitere Reaktionen auf die Wahl lesen Sie in der morgigen Ausgabe der NECKAR-CHRONIK und am späteren Abend an dieser Stelle. Einen schönen Abend allerseits!

AfD will für Musolf gestimmt haben

19.32 Uhr: Der AfD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Deuschle erklärte gegenüber der NECKAR-CHRONIK, dass die zehn Stimmen seiner Fraktion an Musolf gegangen seien - obwohl Rosenberger in der Rede und der Fragerunde überzeugender gewesen sei. „Manchmal muss man zwischen Herz und Verstand entscheiden“, sagte Deuschle. Hintergrund: Seine Fraktion habe verhindern wollen, dass CDU und Grüne regieren - wie auf Landesebene. Das Wahlverhalten sei auch eine Reaktion darauf, dass der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl, der auch für den Landesverfassungsschutz zuständig ist, ebenfalls der CDU angehöre.

Rosenbergers erste Reaktion

19.27 Uhr: „Erstmal Enttäuschung, ist ja klar“, antwortet Peter Rosenberger wenige Minuten nach der Wahl auf die Frage nach seiner Gefühlslage. Er sei sich sicher, dass die AfD, die von vielen als Zünglein an der Waage gesehen wurde, nicht für ihn gestimmt habe. „Der Vorwurf, der mir versucht wurde zu machen, ist haltlos“, sagte er. Ob er in Horb 2025 unter diesen Voraussetzungen nochmals antreten wird, ließ er offen. Zunächst gehe es in den Urlaub.

Musolf dankt Rosenberger

19.02 Uhr: „Ich habe nicht unbedingt mit einem Ausgang im 1. Wahlgang gerechnet“, sagte Musolf. Er dankte auch seinem Kontrahenten: „Lieber Peter, vielen Dank für den Wahlkampf auf Augenhöhe.“ Es sei ein fairer und guter Umgang gewesen.

Umarmung der beiden Kandidaten

19 Uhr: Nachdem das Ergebnis verkündet wurde, ließ sich Musolf bei einem langen Applaus feiern. Rosenberger gratulierte fair, die beiden umarmten sich. Im Gegensatz zu den Räten von CDU und Grünen, die Rosenberger unterstützt hatten, erhob sich Horbs OB auch, als Musolf die Wahl gegenüber seinem Vorgänger Eininger annahm.

Marcel Musolf ist neuer Landrat

18.59 Uhr: Die Auszählung ist beendet. Alle 93 Wahlberechtigten stimmten ab. Marcel Musolf holte 53 Stimmen, Peter Rosenberger 40. Damit ist Musolf neuer Landrat im Kreis Esslingen.

Alle haben nun erstmals gewählt

18.49 Uhr: Der erste Wahlgang ist nun abgeschlossen, alle 93 Berechtigten haben ihre Stimmen abgegeben. Holt keiner der beiden Kandidaten mindestens 48 Stimmen, wird erneut gewählt. Die Zählkommission tritt nun auf der Bühne zusammen und wertet die Wahl aus.

Banges Warten, wer gewinnt

Die Stimmabgabe läuft schnell

18.40 Uhr: Das Prozedere geht relativ rasch. Etwa die Hälfte hat ihre Stimme bereits abgegeben. Danach werden die Stimmen direkt von einem Wahlgremium ausgezählt.

Jetzt wird gewählt

Sitzung nach AfD-Antrag unterbrochen

17.59 Uhr: „Ich habe von der AfD keine Zusage, dass ich heute von der AfD gewählt werde“, ergänzt Rosenberger auf eine weitere Nachfrage einer Kreisrätin. Er habe keine Absprachen mit der AfD getroffen. AfD-Fraktionsvorsitzender Ulrich Deuschle stellt einen Antrag auf Unterbrechung der Sitzung, da die AfD nun erstmals konkrete Fragen an die Kandidaten gestellt habe und nun eine halbe Stunde Zeit zur Beratung brauche. Landrat Eininger stimmt dem zu, um 18.30 Uhr geht es weiter.

Rosenberger: „Alle Mandatsträger“

17.47 Uhr: Auch Rosenberger wird von Marc Dreher (Linke) gefragt, wie er zur AfD stehe und ob er Gespräche mit der Fraktion geführt habe. Er habe sich in den Medien bereits geäußert, dem sei nichts hinzuzufügen, so Rosenberger. Immer wieder hatte er betont, nicht aktiv auf die AfD für Gespräche zugehen zu wollen. „Für mich sind alle im Gremium Mandatsträger, die eine Stimme haben, so muss ich sie behandeln. Das ist, was die Bürgerinnen und Bürger uns mitgegeben haben“, sagt Rosenberger. Er habe in der Vergangenheit aber auch bewiesen, dass er eine klare Haltung vertrete, wenn es um demokratiefeindliche Positionen ging. Musolf hatte sich zuvor gegenüber der AfD deutlicher abgegrenzt.

„Glück auf Landkreis Esslingen“

17.37 Uhr: Er meine, „ein menschlicher Chef zu sein, der die Mitarbeitenden als Kolleginnen und Kollegen sieht“, sagt Rosenberger. Nun ist der Horber Oberbürgermeister mit seiner Rede fertig. Er hat sie mit den Worten geschlossen: „Glück auf Landkreis Esslingen“. Auch auf ihn warten nun Fragen, es melden sich sieben Personen zu Wort - beinahe dieselben wie schon bei Musolf.

Horb „fast wie ein kleiner Landkreis“

17.34 Uhr: Er wolle die Aufgabe in Esslingen mit Demut angehen und habe auch Respekt vor dieser vielfältigen Aufgabe. „Aber das Rüstzeug hierzu habe ich mir erworben“, sagt Rosenberger, der seine bisherige Verwaltungskarriere schildert. Er nennt Zahlen aus Horb - 17 Ortschaften, rund 150 Ortschaftsräte, ein agiler Gemeinderat. Manch einer sage, so der 52-Jährige, Horb sei „fast wie ein kleiner Landkreis“.

Viel Applaus für Rosenberger

17.28 Uhr: Als Rosenberger seinen Plan für die Wirtschaftsförderung schildert, quittieren seine Unterstützer aus Reihen der CDU und der Grünen das mit Applaus. Aber auch mehrere Räte der SPD, FDP und AfD klatschen. Nun spricht Horbs OB über die Kreisumlage: „Meine feste Überzeugung ist, der Landkreis braucht genau so viele Mittel, um seine definierten Aufgaben zu erfüllen, keinen Cent mehr.“ Das sei alles Geld, was den Kommunen für ihre Aufgabenerfüllung fehle und letztlich gehe es dort um die selben Bürgerinnen und Bürger.

Nun ist Horbs OB an der Reihe

Rosenberger muss noch warten

17.05 Uhr: Nach wie vor werden Musolf Fragen gestellt. Diese sind landkreisspezifisch und zielen auf Themen wie die Wirtschaftsförderung und den ÖPNV ab. „Wir laufen auf eine Stunde zu“, mahnt Landrat Eininger. Nun steht wohl die letzte Frage aus, es ist die vierte aus Reihen der AfD. Ein Antrag eines Kreisrats fordert inzwischen das Ende der Aussprache. Landrat Eininger lässt noch eine weitere Frage zu, dann ist in Kürze Rosenberger dran.

Einige Fragen an Musolf

16.47 Uhr: Aus dem Gremium gibt es einige Frage an den Kandidaten. Die erste stellte AfD-Fraktionsvorsitzender Ulrich Deuschle, wobei er zunächst ein Statement abgab, ehe er fragte, was die drei wichtigsten Ziele für den Landkreis seien. Musolf hatte vorher einen Kontakt mit der AfD abgelehnt und betonte nochmals, dass er „nichts mit der politischen Ausrichtung am rechten Rand gemein habe“. Kreisrat Marc Dreher (Linke) erinnerte daraufhin an die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen im Jahr 2020, als Thomas Kemmerich (FDP) mit AfD-Stimmen gewählt worden war. Ein solches Szenario drohe auch, da die AfD mit ihren zehn Stimmen die Wahl durchaus entscheiden könnte.

Rosenbergers Gegner zitiert Steinmeier

16.30 Uhr: „Wir sollten Vorbild sein!“, appelliert der Bissinger Bürgermeister in Sachen Klimaschutz. Zuvor hatte er auch bereits die herausragende Rolle der Unternehmen im Landkreis betont: „Die regionale Wirtschaft ist der Motor einer erfolgreichen Zukunftsentwicklung unseres Landkreises.“ Zudem zitierte Musolf Bundespräsident Steinmeier: „Mut und Miteinander sind in der Demokratie gute Ratgeber.“ Inbesondere in den Bereichen Inklusion, Unterbringung und Integration von Geflüchteten, Kinderbetreuung, medizinische Versorgung und bei dem „Megathema“ Wohnen sei das gefragt.

Marcel Musolf spricht nun

16.19 Uhr: Nun spricht zunächst Musolf. Er spricht über seine Kandidatur als „Herzensangelegenheit, die mich innerlich antreibt“, tritt selbstbewusst auf. „Ich hab’ sehr früh in meinem Leben bis heute immer Spitzenleistungen geliefert“, sagt er. Er war erfolgreicher Fechter, jüngster Bürgermeister im Land und könnte nun jüngster Landrat werden. Musolf fordert Mut und Innovationen, eine neue Fehlerkultur. Er nennt sein Netzwerk im Kreis Esslingen und das damit verbundende Grundvertrauen in seine Person als große Pluspunkte für ihn. „Ich möchte keine destruktive, ausgrenzende Politik betreiben“, sagt er. Applaus von einigen Räten.

So läuft die Wahl

16.10 Uhr: Beide Kandidaten haben gleich maximal 20 Minuten Redezeit, danach können die Räte Fragen an sie richten. Der jeweils andere Bewerber muss in dieser Zeit den Saal verlassen. 48 der 94 Stimmen müssen bei der anschließenden Wahl für die absolute Mehrheit erreicht werden, unabhängig von der Befangenheit (Musolf sitzt bereits im Kreistag) oder Abwesenheit einzelner Räte. Eininger erklärt, dass es bis zu drei Wahlgänge geben kann. Im dritten Wahlgang würde die relative Mehrheit genügen.

Die Sitzung ist eröffnet

16.02 Uhr: Landrat Eininger hat die Sitzung nun eröffnet. Etwa 70 Besucherinnen und Besucher verfolgen das Geschehen von den Zuschauerplätzen aus.

CDU ist geschlossen vor Ort

15.57 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Sitzung, die meisten der Kreisrätinnen und -räte sind nun da. Rosenberger erkundigte sich gleich, ob von der CDU alle Stimmberechtigten da sind. Antwort: keine Absagen, alle sollten kommen.

Freundlicher Umgang

15.43 Uhr: Rosenberger ist mit seiner Frau erschienen und begrüßte zunächst Musolf und dessen Familie. Beide gehen freundlich miteinander um und standen für die Fotografen auch bereits zum gemeinsamen Bild parat.

Die Spannung steigt: Gleich geht‘s los

15.40 Uhr: Hallo und herzlich willkommen aus der Filharmonie! Peter Rosenberger (52) und sein Kontrahent Marcel Musolf (39) sind beide längst angekommen und besprechen letzte Details mit ihren Fraktionen. Hinter dem Horber Oberbürgermeister stehen die CDU und die Grünen, hinter dem Bissinger Bürgermeister die Freien Wähler und die SPD. Alle wichtigen Informationen vorab haben wir in diesem Artikel zusammengestellt.