Prüfsteine zur Horber OB-Wahl (2)
: Das wollen die Kandidaten für Wirtschaft, Handel und Gewerbe tun

Wirtschaft, Handel, Gewerbe: An welchen Stellschrauben wollen Sie drehen? Was ist Ihr Plan gegen Leerstand und für mehr Attraktivität?
Von
NC
Horb am Neckar
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Winfried Asprion (links) und Michael Keßler konkurrieren um das Amt des Oberbürgermeisters in Horb.

Winfried Asprion (links) und Michael Keßler konkurrieren um das Amt des Oberbürgermeisters in Horb.

Moritz Hagemann
  • Horber OB-Kandidaten Keßler und Asprion stellen Konzepte für Senioren und junge Familien vor.
  • Keßler setzt auf Angebote gegen Einsamkeit, bessere Versorgung und dezentrale Kitas.
  • Asprion fordert mehr Sozialwohnungen, Erbpacht-Bauplätze und seniorengerechte Bauweise.
  • Beide sprechen sich gegen die Schließung der Geriatrie im alten Krankenhaus aus.
  • Hilver-App und generationenübergreifende Projekte sollen den Alltag erleichtern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wahlprüfsteine zur Oberbürgermeister-Wahl in Horb: Die SÜDWEST PRESSE hat den beiden Kandidaten sieben Themenbereiche genannt und wollte wissen, wie diese angegangen werden sollen. Michael Keßler und Winfried Asprion antworten jeweils mit maximal 1700 Zeichen. Bis zur Wahl am 13. Juli werden alle Themenblöcke der Reihe nach veröffentlicht.

Frage 2: Wirtschaft, Handel, Gewerbe: An welchen Stellschrauben wollen Sie drehen? Was ist Ihr Plan gegen Leerstand und für mehr Attraktivität?

Michael Keßler (56, CDU)

Seit Wochen besuche ich ganz unterschiedliche Unternehmen, vom Solo-Handwerker bis zum Weltkonzern, vom Baggerbetrieb bis zum Einkaufsmarkt. Sehr spannend!

Als OB würde ich diesen persönlichen Austausch mit dem heimischen Gewerbe gerne weiter vertiefen. Praktisch alle Horber Unternehmen sind mit hohen Lohn- und Energiekosten, mit dem Fachkräftemangel, mit stagnierender Nachfrage (Automobil- und Maschinenbau), mit überbordender Bürokratie konfrontiert. ​

Horbs Standortvorzüge werden stets gepriesen. Die Brücke wird die Verkehrsanbindung weiter verbessern. Der städtische Support bei großen Vorhaben wird gelobt – bei kleineren Genehmigungsverfahren und öffentlichen Ausschreibungen könnte es besser laufen. Ich will anfragende kleinere Betriebe weniger lang warten lassen. Regionale Kreisläufe, Wertschöpfungsketten ausweiten.

Wie gut, dass jetzt 55 Hektar Flächenreserven im Heiligenfeld und im künftigen IKG „Kompass 81“ entstehen! Für Erweiterungen, Umsiedlungen (Georgii-Kobold!), Neugründungen, Neuansiedlungen. Je überzeugender die „weichen“ Faktoren einer Stadt (lebendige Kultur, hoher Freizeit- und Erholungswert, verlässliche Kinderbetreuung, gute Schulen, intakte Gesundheitsversorgung, bezahlbarer Wohnraum…), desto lieber heuern Fachkräfte hier an und ziehen samt Familie her. Auch die Stadt selber beschäftigt Hunderte Menschen und sollte für Beschäftigte denkbar attraktiv sein (flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice), damit sich Beruf und familiäre Pflichten leichter vereinbaren lassen.

Einzelhändler und Gastwirte werden von einem neugestalteten unteren Stadtkern immens profitieren – hier plädiere ich für den großen Wurf, stadtarchitektonisch mutig und entschlossen.

Winfried Asprion (63, parteilos)

Wir brauchen keine teuren Handelsgutachten mehr! Die einzige Chance, die Innenstadt wieder zu beleben, besteht darin, sie attraktiver zu machen. Der Umbau der Flächen rund um den Fruchtkasten und die Sanierung und sinnvolle Nutzung des Gebäudes selber müssen sehr schnell angegangen und umgesetzt werden. Dort müssen sofort die finanziellen Mittel in die Hand genommen werden, um wirklich eine attraktive Aufenthaltsfläche zu schaffen. Diese muss dann auch völlig autofrei sein!

Durch gemeinsame Veranstaltungen aller Ortschaften, wie z.B. ein gemeinsames Stadtfest, sollte ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen und die Kernstadt auch für Menschen aus den Stadtteilen attraktiv machen. Eine neue Marktkonzeption hinsichtlich des Wochenmarktes – vor allem ein Mehr an Angeboten – würde Menschen in die Stadt bringen.

Die Planungen der Verkehrsführung nach dem Brückenbau müssen jetzt beginnen und finalisiert werden, damit unmittelbar mit der Fertigstellung der Brücke die Innenstadt auch tatsächlich entlastet wird. Jedes Zögern ist unverantwortlich!

Die derzeit noch vorrätigen Gewerbeflächen müssen belegt sein, bevor weitere Planungen anstehen. Dabei geht es auch um Reaktivierung von Gewerbeimmobilien und Änderung von Bebauungsplänen. Schnelle Genehmigungsprozesse und fachlich versierte Beratung durch den Wirtschaftsförderer sind Standortvorteile, die wir ausspielen müssen!

Die Gewinnung neuer Firmen und die Pflege der vorhandenen Betriebe ist Chefsache. Nur durch persönlichen Einsatz wird, wie in anderen Städten um uns herum, neues Gewerbe zu gewinnen sein. Dabei geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität, das heißt, es geht um die Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze.