Politik: Gast in Horb: Volker Kauders Lehren von Helmut Kohl und Kamala Harris

Die Gäste und der Gastgeber (von links): Hans-Joachim Fuchtel, Volker Kauder und Andreas Bronner.
Senioren-Union/Hötzel- Volker Kauder (75) sprach bei der Senioren-Union in Horb über Weltlage, Wirtschaft und Sicherheit.
- Kauder betonte die Wichtigkeit von China und Indien als Handelspartner neben den USA.
- Er riet Handwerkern, ihren Berufsstand positiver darzustellen und Lösungen für Energiepreise zu finden.
- Kauder forderte mehr Verteidigungsausgaben und Unterstützung für sozial Schwache.
- Er verteidigte Israels Recht auf Selbstverteidigung im Nahost-Konflikt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
"Er war noch kein einziges Mal zu Gast in Horb.“ Deshalb sei es für Andreas Bronner und die Mitglieder der Senioren-Union ein Highlight gewesen, Volker Kauder als Gastredner im Steiglehof in Horb erleben zu können. Darüber berichtet Marianne Hötzel in einer Mitteilung für die Senioren-Union. Kauder - 31 Jahre im Bundestag, 13 davon als Fraktionsvorsitzender - kam nicht allein. Auch Hans-Joachim Fuchtel, zwischen 1987 und 2021 stets als direkter gewählter Kandidat aus dem hiesigen Wahlkreis im Bundestag, begleitete ihn.
Kauder blickte auf die Weltlage: „Indien und China sind neue Spieler. Wir müssen uns darauf einstellen, nicht nur Verbündete mit USA zu sein.“ Zwar sei die USA der wichtigste Markt für Deutschland, „wir brauchen aber auch China und Indien“. Dabei heiße das Geschäftsmodell: In Deutschland produzieren, in die Welt verkaufen. Auch bei der Menschenrechtslage müsse mit China und Indien auf Augenhöhe gesprochen werden. Man sollte jedoch nicht zu viel über politische Gegenspieler reden, sondern mehr über sich selbst - eine Lehre, die aus dem Wahlergebnis von Kamala Harris zu ziehen sei.
Kauders Rat an die Handwerker
Den mittelständischen Handwerkern gab der 75-Jährige den Rat, ihren Berufsstand in der Öffentlichkeit positiver darzustellen. Kauder: ,,Ein entscheidendes Thema für unser Land ist die wirtschaftliche Situation: Kurzarbeit, Schließungen, was vor allem mittelständischen Betrieben große Sorge bereitet, Verlagerungen von Betrieben ins Ausland - das alles ruft ganz dringend nach Lösungen.“ Möglichkeiten müssten gesucht werden, die Energiepreise auf ein akzeptables Niveau zu bringen (“In der Mentalität der Menschen muss sich etwas bewegen. Wir müssen auf erneuerbare Energie setzen“) und Probleme mit der Elektromobilität zu lösen. Ein weiteres Sorgenkind sei die nur zögernd in Gang kommende Digitalisierung dar.
Viele Menschen beschäftige zudem das Bürgergeld. ,,Wir müssen dafür sorgen, Menschen in Not oder sozial schwächere Menschen zu unterstützen“, sagte Kauder. „Wer arbeiten kann, muss dies tun. Wer nicht arbeiten will, für den wird das Bürgergeld reduziert. Mehr Menschen müssen in Arbeit gebracht werden. So schafft man ein höheres Gerechtigkeitsgefühl.“
Die Sicherheitspolitik stelle ein weiteres Gebiet dar: ,,Einem möglichen Angreifer muss gezeigt werden, dass sich ein Angriff nicht auszahlt.“ Unter Helmut Kohl habe Kauder gelernt, „dass der beste Weg die Abschreckung ist“. So müsse mehr Geld in die Verteidigung investiert werden. Kauder: „Wir müssen die Verteidigung und Sicherheitslage selbst in die Hand nehmen.“ Was die Nahost-Situation betrifft, halte er es für richtig, dass sich Israel verteidigt: „Es gibt das Recht auf Notwehr. Inakzeptabel ist es jedoch, wenn Palästinenser das Töten feiern.“