Nachfolger von Tore-Derek Pfeifer
: Deutliches Ergebnis – er ist Glattens neuer Bürgermeister

Drei Kandidaten standen bei der Bürgermeisterwahl in Glatten am Sonntag zur Wahl – einer von ihnen hat mit Abstand die meisten Stimmen geholt.
Von
Niklas Ortmann
Glatten
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Friedrich Weigold, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, gratuliert Wahlsieger Valentin Teufel.

Friedrich Weigold, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, gratuliert Wahlsieger Valentin Teufel.

Niklas Ortmann
  • Valentin Teufel wird neuer Bürgermeister von Glatten und folgt auf Tore-Derek Pfeifer.
  • Teufel erhielt 834 Stimmen, deutlich vor Jerry-Lee Matt mit 192 und Daniel Bieryt mit 69.
  • Amtsantritt am 1. Januar – eine Stimme ging kurios an Jürgen Klopp.
  • Glatten ist schuldenfrei, hat rund 20 Millionen Euro Rücklagen und plant einen ausgeglichenen Haushalt.
  • Förderprogramme finanzieren Sanierungen und ein Nahwärmenetz, zugleich belasten höhere Kosten und eine gestiegene Kreisumlage.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Valentin Teufel wird neuer Bürgermeister von Glatten. Der 27-Jährige holte bei der Wahl 834 Stimmen und landete damit deutlich vor seinen Konkurrenten Jerry-Lee Matt (192) und Daniel Bieryt (69). Kurios: Auch der in Glatten aufgewachsene Bundestrainer Jürgen Klopp erhielt eine Stimme.

Teufel tritt am 1. Januar die Nachfolge von Tore-Derek Pfeifer an. Pfeifer hatte im Februar bekannt gegeben, nach 24 Jahren als Bürgermeister nicht mehr für eine vierte Amtszeit kandidieren zu wollen. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, doch er habe sie frühzeitig und in aller Klarheit treffen wollen, sagte Pfeifer damals.

Erneuerung wichtiger Grund zu gehen

Erneuerung sei ein enorm wichtiger Grund für ihn, weshalb er zur Überzeugung gekommen sei, zu einer Zeit zu gehen, die sehr viele Menschen vermutlich als den Höhepunkt seiner Bürgermeisterkarriere bezeichnen würden. Eine Gemeinde lebe von Menschen, die Verantwortung übernehmen, ein Bürgermeister müsse dafür begeistern können und Raum geben, dass Neues entstehe, so Pfeifer. Er spüre, dass es nach 24 Jahren an der Zeit sei, den Weg freizumachen, damit Glatten einen neuen Aufbruch bekomme.

Gleich drei Kandidaten brachten sich in Stellung, um in der Heimatgemeinde von Landrat Andreas Junt und Fußball-Bundestrainer Jürgen Klopp für diesen Aufbruch zu sorgen: Daniel Bieryt (46), Jerry-Lee James Matt (34) und Valentin Teufel (27).

Schuldenfrei und Millionenrücklagen

Dass die Gemeinde Bewerber anziehen würde, war zu erwarten, nicht zuletzt aufgrund der finanziell vergleichsweise entspannten Situation. Glatten hat rund 20 Millionen Euro Rücklagen, ist schuldenfrei, plant mittelfristig wieder mit einem ausgeglichenen Haushalt – und die Gewerbesteuer sprudelt nach wie vor. Weil die Gemeinde in guten Zeiten vorgesorgt habe, könne sie wichtige Großprojekte stemmen, so Bürgermeister Pfeifer bei der Einbringung des Haushalts 2026.

Glatten ist dazu „Modellgemeinde Nachhaltige Strukturentwicklung“ (Mogena) – das Förderprogramm stellt vier Millionen Euro zur Verfügung, zwei Millionen für private Projekte. Nachdem in den vergangenen Jahren in Glatten und Neuneck saniert wurde, ist seit 2025 auch Böffingen im Landessanierungsprogramm; für den Ortskern steht ein Förderrahmen von rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. 4,24 Millionen Euro bringt das Förderprogramm BEW für das Nahwärmenetz, an dem seit Februar 2025 gebaut wird und in das die Gemeinde insgesamt rund elf Millionen Euro investiert.

Vorfreude auf neue Aufgabe

Aber nicht immer geht es in der Gemeinde nur ruhig zu. 2024 regte sich in der Bevölkerung deutlicher Widerstand gegen das vorgesehene Containerdorf. Im September 2025 schrieb die Gemeinde Schlagzeilen, als sie Opfer eines Hackerangriffes wurde. Durch den Angriff kam der Telefon- und E-Mail-Betrieb der Verwaltung komplett zum Erliegen. Im Rathaus ging ein Erpresserschreiben ein.

Und: Auch Glatten bleibt von hohen Kosten und einer gestiegenen Kreisumlage nicht verschont. Pfeifer spricht von einer „Systemkrise“ – wenn es so weitergehe, sei auch in Glatten spätestens 2029 die Finanzierung von Pflichtaufgaben und Projekten gefährdet.

Jetzt überwiegt bei Nachfolger Valentin Teufel aber erst einmal die Vorfreude auf die neue Aufgabe.