Maifest: Viel Trubel an idyllischem Ort

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Nicht gesetztEs kann heiß oder kalt sein, stürmen oder regnen: Die Leute kommen am 1. Mai trotzdem auf den Kirchberg zum Klosterfest. So war es auch am gestrigen Dienstag: „Es lief sehr ruhig an, aber jetzt füllt es sich“, stellte Dagmar Kötting, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, bereits gegen halb zwölf zufrieden fest. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt durften auch alle, die mit dem Auto gekommen waren, eine kleine Wanderung von den schnell knapp werdenden Parkplätzen zum Klosterareal unternehmen. Für die zahlreichen Fußgänger und Fahrradfahrer war der Weg deutlich unkomplizierter.
Auf dem Gelände verteilten sich die Besucher, die teils von weit her angereist waren, aber, schließlich war überall etwas geboten: Beim Kunsthandwerkermarkt zeigten Hobbykünstler Hübsches und Nützliches aus Holz, Stoff, Papier oder Wolle sowie Stein- und Silberschmuck. Seifen, Liköre und Honig von Siglinde und Otto Gönner dufteten mit der Kirchberger Maibowle und den Forellen aus den Weihern um die Wette. „Es ist immer reichlich Interesse dar“, stellte der Vorsitzende des Bezirksbienenzuchtvereins zufrieden fest. Ebenfalls aus dem Kreis Rottweil dabei war die Stiftung Sankt Franziskus aus Heiligenbronn mit Bürsten, die Blinde hergestellt hatten. Wer auf der Suche nach besonderen Geschenken oder Dekorativem für den Garten war, der hatte an den Ständen reichlich Auswahl.
Für Kinder Einiges geboten
Während die Eltern bummelten, waren die Kinder in Sichtweite gut aufgehoben: Bei Heidemarie Messner bearbeiteten Jungen und Mädchen Specksteine, am Labyrinth versorgte der „Circus Elleboge“ von Martin Wetzler die Kleinen mit Tieren und Hüten aus Luftballons oder lud zum Einradfahren ein. Viel Abwechslung für den Nachwuchs bot zudem die Spielstraße auf der Brücke, und am Eiswagen kamen Familien auch kaum ohne Kauf vorbei.
Wem der Trubel draußen zuviel wurde, der fand bei der „Kleinen Orgelmusik“ mit Kantor David Bosch oder beim Mittagsgebet sowie beim Mai-Singen mit Matthias Gössling in der Johanniskirche etwas Besinnung.
Mit einer Mischung aus Neugier und Respekt verfolgten den ganzen Tag über Klein und Groß Lothar Müllers Schauschmieden. Mutige durfte sogar selbst Teile auf dem Amboss bearbeiten.
Für Kunstfreunde war die Sammlung Helmuth Uhrig in der Unteren Scheuer geöffnet. Historisches hören konnten Jung und Alt bei Klosterführungen. Zuhören war auch bei Sigrid Schneider-Hertkorn angesagt, die in der Ackerbauschule traditionelle Märchen erzählte.
Flohmarkt-Fans hatten Auswahl bei den Haushaltswaren in der Oberen Scheuer, wo erstmals auch der Pflanzenmarkt mit Selbstgezogenem aus der Kloster-Gärtnerei integriert war oder konnten beim bestens sortierten Bücher-Markt in der Elisabethkapelle gedruckte oder auf Vinyl gepresse Raritäten entdecken.
Kleidung von einem anderen Kontinent – aus dem südamerikanischen Ecuador – bot Luzie Bazlen im Rauchfang.
Auf dem Weg dorthin kamen die Besucher an Infoständen der Stadt Sulz, von „Oikocredit“ und der Initiative „Ein-Dollar-Brille“ vorbei. Kathrin Link, die den Sulz-Stand betreute, verteilte neben Broschüren zu Wanderungen und Rundgängen auch Äpfel.
Als sich die Sonne am frühen Nachmittag durch die Wolken gekämpft hatte, herrschten beste Bedingungen für Qi Gong im Kreuzgang, das Anette Niethammer bot.
Wer wissen wollte, wie der Verein Berneuchener Haus vor 60 Jahren zum Träger des Klosters Kirchberg wurde, erfuhr beim Vortrag „Wagnis Kirchberg“ von Adolf Klek mehr (die SÜDWEST PRESSE berichtete am 6. April). Das eigentliche Jubiläum wird am Pfingstmontag, 21. Mai, gefeiert.
Wenn nach einem ausgiebigen Rundgang über das Klosterfest noch ein paar Münzen im Geldbeutel klimperten, konnten diese in Lose investiert werden: Durch die Tombola erhoffte sich der Verein weitere Mittel für den geplanten Umbau der Oberen Scheuer.