Kreis Rottweil/Sulz/Vöhringen · Entsorgung
: Neue Mülltonnen ab November

Die etwa 70000 Behälter für Rest- und Biomüll im Landkreis Rottweil werden in den nächsten Wochen für alle Gebäude ausgetauscht. Die neuen Tonnen verfügen über Transponder und sollen ab 1. Januar 2020 jede Leerung digital erfassen.
Von
Cristina Priotto
Kreis Rottweil/Sulz/Vöhringen

Die Transponder erfassen, wie oft eine Mülltonne geleert wird. Dies hilft bei der Abrechnung mit dem Abfuhrunternehmen.

Nicht gesetzt

Nach teils 20 Jahren sind die bisherigen Rest- und Biomüllbehälter im Landkreis Rottweil selbst reif für die Tonne. Wie das Abfallwirtschaftsamt am gestrigen Montag morgens der Presse und nachmittags dem Kreistag mitteilte, werden in einem zweistufigen Verfahren ab Ende Oktober in allen Kreis-Gemeinden moderne Behälter aufgestellt und die zirka 70000 alten Tonnen abgeholt. Um Platzprobleme, besonders in den Innenstädten, zu vermeiden, soll die Zeitspanne, in der alte und neue Tonnen gleichzeitig vor den Häusern stehen, so kurz wie möglich gehalten werden.

Der Start ist in Schramberg am 29. Oktober, als letzte Orte beim Behälteraustausch sind laut Terminplan Deißlingen und Wellendingen am 20. Dezember geplant. Im nördlichen Landkreis erfolgt der Tonnenwechsel in Dornhan zwischen 7. November und 13. Dezember, in Sulz und den Stadtteilen vom 28. November bis 6. Dezember, und Vöhringen ist dann am 11. und 12. Dezember dran.

Der Ersatz hat zwei Gründe: Zum einen werden die bisherigen Behälter bereits seit bis zu 20 Jahren genutzt, weshalb die Kosten wegen Verlusten zunehmen. Zum anderen hatte der Rottweiler Kreistag 2017 beschlossen, ab 1. Januar 2020 ein elektronisches System zur Erfassung der Leerungshäufigkeit beim Rest- und Bioabfall einzuführen. 30 von 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg nutzen dies bereits.

Gleich groß, gleiche Deckelfarbe

Optisch unterscheiden sich neue und alte Restmüll- und Biomülltonnen kaum: Die künftigen Behälter haben die gleiche Größe und die gleiche Deckelfarbe wie die bisherigen Tonnen. Die Neubehälter weisen indes zwei besondere Kennzeichen auf: Einen Aufkleber mit Code mit der Anschrift des jeweiligen Grundstücks und einen Transponder in der Kammleiste, in die die Tonnen beim Leeren eingehängt werden. „Durch dieses Element lässt sich nachverfolgen, wann und wie oft die Tonne geleert wurde“, erklärt Daniel Großbach. Der Chip selbst strahlt keine Funksignale aus, beruhigt der Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsamts. Beim Leeren werden die Daten von einem Lesegerät, das an der Schüttstelle des Mülllastwagens installiert ist, auf dessen Bordcomputer übertragen und an die Abrechnungsstelle des Abfuhrunternehmens übermittelt. „Die Zählung der Leerungshäufigkeit hat mit der Müllgebühr nichts zu tun“, betont Großbach. Hilfreich sein kann das Transponder-System aber, damit die Abfuhrfirma die Touren optimieren kann oder zur Nachverfolgung von Reklamationen ungeleerter Behälter.

Kein Einfluss auf Müllgebühren

Der Landkreis Rottweil hat mit der Firma Alba einen neuen Vertrag für die Abfallabfuhr ab 1. Januar 2020 geschlossen. Der Dunninger Entsorger muss dafür allerdings auch die Fahrzeugflotte umstellen, denn die Mülllaster benötigen UMTS-Antennen, GPS-Maus, Reader (Lesegerät), Touchpanel und Kammantenne, um die Transponder auslesen zu können.

Den Austausch der Behälter übernimmt die Firma Meyer Service und Logistik aus Hachenburg. Der Betrieb aus dem Rhein-Main-Gebiet hatte bei der Neuausschreibung der Müllentsorgung durch den Kreistag das günstigste Angebot abgegeben. Die neuen Tonnen für Rest- und Biomüll werden bereits seit Anfang vergangener Woche angeliefert. Die alten Behälter werden recycelt und zu Granulat aufbereitet, aus dem unter anderem neue Mülltonnen hergestellt werden.

Die Altpapiertonnen und -container werden nicht ausgetauscht, da es bei diesem Müll keine unterschiedlichen Leerungsrhythmen gibt, die Behälter nicht so alt sind und nicht so schnell verschleißen.

Alle Haushalte erhalten jeweils etwa zwei Wochen vor dem Termin für die Behälterauslieferung per Post ein Anschreiben. Eine Woche vor dem Austausch informiert das Abfallwirtschaftsamt in den Amtsblättern. Zudem klemmt das Abfuhrunternehmen bei der Auslieferung der neuen Tonnen an jeden Deckel ein Infoblatt.

Wenn alte und neue Behälter parallel stehen, können theoretisch bis zur nächsten Leerung beide Tonnen befüllt werden. Sinnvoller aus Sicht des Landratsamts wäre aber, nur die Neuen zu nutzen, denn die alten Behälter müssen leer bereitgestellt werden.

Terminplan Abholung:

Sulz:

Sulz Kernstadt: 28. November

Bergfelden: 5. Dezember

Dürrenmettstetten: 6. Dezember

Fischingen: 5. Dezember

Glatt: 28. November

Holzhausen: 6.Dezember

Hopfau: 6. Dezember

Mühlheim: 5. Dezember

Renfrizhausen: 5. Dezember

Sigmarswangen: 5.Dezember

Vöhringen:

Vöhringen: 11. Dezember

Wittershausen: 12. Dezember

Die Abholung der alten Tonnen

erfolgt an den Terminen ab 6.30 Uhr.