Kreis Freudenstadt: Landrat Rückert legt Amt nieder – er will als Seelsorger helfen

Landrat Klaus Michael Rückert legt sein Amt im September nieder.
Karl-Heinz Kuball (Archiv)Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Landrat Dr. Klaus Michael Rückert teilte am Donnerstagmittag den Mitgliedern des Kreistags Freudenstadt sowie allen Mitarbeitenden des Landratsamts mit, dass er Ende September 2025 frühzeitig aus dem Amt des Landrats ausscheiden wird. Über diesen Schritt hatte er zunächst Regierungspräsidentin Sylvia Felder, die drei stellvertretenden Vorsitzenden des Kreistags und alle weiteren Fraktionsvorsitzenden informiert. Anschließend gab das Landratsamt die Entscheidung in einer Pressemitteilung bekannt.
CDU-Mitglied Rückert, der am Freitag 58 Jahre alt wird, ist seit September 2010 Landrat des Landkreises Freudenstadt und befindet sich in seiner zweiten Amtszeit, die regulär noch bis Ende August 2026 laufen würde. Er habe sich über 15 Jahre mit ganzer Kraft und voller Begeisterung der Aufgabe als Landrat gewidmet und werde dies bis zu seinem letzten Arbeitstag auch ohne Abstriche weiter tun, heißt es in der Mitteilung. Einige Erlebnisse im privaten Umfeld hätten ihn aber daran erinnert, dass man nicht zu lange warten sollte, seine Lebensziele anzugehen. Daher sei es für ihn nun an der Zeit, eine neue Aufgabe anzunehmen, die ihn während seiner kompletten beruflichen Tätigkeit nie ganz losgelassen habe.
„Wer mich kennt, weiß wie wichtig mir mein Glaube ist“, wird Rückert in der Mitteilung zitiert. „Deshalb möchte ich nach fast 27 Jahren in Führungsverantwortung in Verwaltung und Kommunal- beziehungsweise Kreispolitik nun Verantwortung vor Gott und den Menschen im kirchlichen Auftrag wahrnehmen, weshalb ich mich auf dem Weg zum Ständigen Diakon im Zivilberuf befinde.“
Er absolviere seit einigen Jahren ein Fernstudium bei „Theologie im Fernkurs“ und befinde sich dort kurz vor dem Abschluss. Dem folgen weitere Ausbildungsabschnitte in der Diözese, begleitet von Praktika in einer Kirchengemeinde, die er ab Oktober durchlaufen wird. Sobald seine Ausbildung abgeschlossen ist, möchte er sich als ehrenamtlicher Seelsorger vor allem den Menschen zuwenden, die am Rande der Gesellschaft leben. Dies liege ihm bereits seit Jahrzehnten sehr am Herzen, habe aber bisher zeitlich zu wenig Platz in seinem Leben einnehmen können. Da diese ehrenamtliche Aufgabe sich aus Zeitgründen mit dem Amt des Landrats nicht vereinbaren lasse, werde er im Hauptamt künftig mit einem Zeitumfang von 50 Prozent einer juristischen Tätigkeit nachgehen.
Rückert dankte seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Mitgliedern des Kreistags für die konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle aller Menschen im Kreis. „Ich war und bin sehr gerne Landrat, gerade im schönsten Landkreis Freudenstadt, und freue mich daher auf meine letzten sechs Monate in diesem schönen, aber auch äußerst herausfordernden Amt. Zugleich freue ich mich aber auch sehr auf meine neue und so ganz andere Aufgabe im Dienst an Gott und den Menschen sowie darauf, als studierter Jurist wieder juristisch tätig sein zu können", sagt er.
Nach Joachim Walter (64/CDU) im Kreis Tübingen und Dr. Wolf-Rüdiger Michel (67/CDU) im Kreis Rottweil ist Rückert bereits der dritte Landrat in der Region, der in jüngerer Vergangenheit seinen Rückzug angekündigt hat. Im Kreis Tübingen sind drei Bewerbungen auf die Stelle eingegangen, bekannt sind die Ambitionen des Rottenburger Bürgermeisters Dr. Hendrik Bednarz (SPD) – im Kreis Freudenstadt beginnt jetzt die Suche.

