Kreis Freudenstadt
: Diese Unternehmen sind heimliche Weltmarktführer

Das Magazin Wirtschaftswoche hat auch in diesem Jahr eine Liste mit 500 „heimlichen Weltmarktführern“ veröffentlicht. Mit dabei sind wieder mehrere Unternehmen aus dem Kreis Freudenstadt.
Von
Niklas Ortmann
Kreis Freudenstadt
Jetzt in der App anhören
Der Stammsitz der Unternehmensgruppe Fischer in Waldachtal-Tumlingen – hier kam es zu einem Arbeitsunfall. (Archivbild)

Der Stammsitz der Unternehmensgruppe Fischer in Waldachtal-Tumlingen. (Archivbild)

fischer
  • Wirtschaftswoche listet mehrere „heimliche Weltmarktführer“ aus dem Kreis Freudenstadt.
  • Arburg bleibt führend bei Spritzgießmaschinen, spart Personal und stellte „Allrounder Trend“ vor.
  • Fischer führt bei Dübeln und Befestigungssystemen, nennt 2025 1,05 Mrd. Euro Umsatz und Jürgen Klopp.
  • Homag hält Weltmarktführung im Dürr-Verbund, dämpft Kosten und investiert in Środa Wielkopolska.
  • Schmid, Schmalz und Robert Bürkle gelten als Weltmarktführer in ihren Nischen, investieren und wachsen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Hohe Energiekosten, eine schwächelnde Nachfrage, bürokratische Hürden – die schwierigen Rahmenbedingungen machen auch vor den Unternehmen im Kreis Freudenstadt nicht Halt. Trotzdem beweist der Landkreis nach wie vor wirtschaftliche Stärke: Er ist Heimat von gleich mehreren Weltmarktführern, wie aus dem aktuellen Ranking der „Wirtschaftswoche“ hervorgeht.

Dabei betont das Magazin, dass Weltmarktführer „kein Titel auf Lebenszeit“ ist – gerade in diesem Jahr sei die Liste besonders stark in Bewegung geraten. Die Unternehmen aus dem Kreis Freudenstadt haben ihre Vormachtstellung dagegen ausnahmslos verteidigt.

Arburg

Dass der Loßburger Maschinenbauer Arburg schon bessere Tage erlebt hat, lässt sich allein an den Zahlen ablesen. Der Umsatz ging 2025 noch einmal um vier Prozent auf rund 575 Millionen Euro zurück, nachdem er im Jahr zuvor bereits um 23 Prozent eingebrochen war. Durch ein Abfindungsprogramm ist die Mitarbeiterzahl von 3700 auf 3400 Beschäftigte gesunken. Nichtsdestotrotz bleibt Arburg Weltmarktführer bei Spritzgießmaschinen für die Kunststoffverarbeitung.

Eine Antwort der Firma auf die Krise heißt „Allrounder Trend“. Die vergangenes Jahr vorgestellten „Trend“-Maschinen bedienen laut Arburg „die weltweit steigende Nachfrage nach preiswerteren und schnell verfügbaren elektrischen Maschinen“.

Trend

Arburg will mit „Trend“ die Nachfrage nach günstigeren Maschinen bedienen. (Archivfoto)

Niklas Ortmann

Daneben sorgte Arburg im Juli dieses Jahres mit der Übernahme der Stork Plastics Machinery (Stork IMM) für Aufsehen. Die Firma ist im Premiumsegment für ihre großen, schnellen Spritzgießmaschinen für Dünnwandverpackungen bekannt.

Fischer

Die Unternehmensgruppe Fischer aus Waldachtal kann sich freuen: Mit Jürgen Klopp hat sie den neuen Fußball-Bundestrainer als Markenbotschafter an ihrer Seite.

Aber auch wirtschaftlich steht die Gruppe stabil da: Fischer erzielte 2025 einen Umsatz von 1,05 Milliarden Euro, was trotz des Verkaufs der Automotive-Sparte nur einem leichten Rückgang gegenüber 2024 (1,11 Milliarden) entspricht.

Enge Verbundenheit: Jürgen Klopp (links) und Klaus Fischer, Inhaber der Unternehmensgruppe Fischer.

Enge Verbundenheit: Bundestrainer Jürgen Klopp (links) und Klaus Fischer, Inhaber der Unternehmensgruppe Fischer. (Archivfoto)

Fischer

Die breite internationale Aufstellung ermöglicht es der Unternehmensgruppe nach eigenen Angaben, weitgehend unabhängig von negativen geopolitischen Einflüssen zu agieren. Weltmarktführer ist Fischer im Kerngeschäft: Dübel und Befestigungssysteme. Die Mitarbeiterzahl liegt bei rund 4800.

Homag

Der Dürr-Konzern aus Bietigheim-Bissingen ist Weltmarktführer in den Bereichen Lackier-, Auswucht-, Befüll- und Reinigungstechnik sowie Holzverarbeitungsmaschinen. Letzteres ist der Tochterfirma Homag aus Schopfloch zu verdanken.

Homag hat nach wie vor mit einer schwächelnden Nachfrage zu kämpfen. „Der Investitionsstau bei den Möbelherstellern betrifft unsere gesamte Branche“, zog der Vorstandsvorsitzende Daniel Schmitt zum ersten Halbjahr 2026 Bilanz. Der Umsatz ging im ersten Halbjahr 2026 um rund neun Prozent auf 626 Millionen Euro (Vorjahr: 687 Millionen) zurück; beim Ergebnis profitierte die Firma von ihren Sparmaßnahmen. Diese spiegeln sich auch in der Mitarbeiterzahl wider, die sich in einem Jahr von rund 6930 auf 6700 verringert hat.

Das Management der Dürr AG und der Homag Group AG sowie die lokale Geschäftsführung bei der offiziellen Eröffnung des neuen Standorts

Homag eröffneten kürzlich einen neuen Standort im polnischen Środa Wielkopolska. (Archivfoto)

Homag

Dennoch investiert Homag kräftig: Der neu eröffnete Standort im polnischen Środa Wielkopolska ist Teil des nach Unternehmensangaben größten Investitionsprogramms der Firmengeschichte mit einem Volumen von mehr als 200 Millionen Euro.

Schmid

Die Firma Schmid aus Freudenstadt ist in diesem Jahr neu in der Liste und wird als Weltmarktführer im Bereich Automationssysteme und Prozesslösungen für die Photovoltaikindustrie angeführt.

Hauptsitz der Schmid Group in Freudenstadt (Archivfoto)

Hauptsitz der Schmid Group in Freudenstadt (Archivfoto)

Müller

2025 erzielte Schmidt einen Umsatz von rund 66,95 Millionen Euro. Das 1864 gegründete Unternehmen beschäftigt heute rund 800 Mitarbeiter weltweit.

Schmalz

Die Glattener Firma Schmalz bleibt Weltmarktführer im Bereich Vakuumtechnologie in der Automatisierungs-, Handhabungs- und Aufspanntechnik. Der Umsatz des Familienunternehmens lag im Geschäftsjahr 2024 bei 203,2 Millionen Euro.

Herr Dr. Kurt Schmalz und Herr Wolfgang Schmalz. – Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg. Aufgenommen am 27. März 2026 in Stuttgart.

Kurt und Wolfgang Schmalz bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg (Archivfoto)

Ilkay Karakurt

Im Juli weihte die Firma einen Solarpark ein, der jährlich 6,4 Millionen Kilowattstunden Strom liefern soll. Darüber hinaus wurden die Brüder Kurt und Wolfgang Schmalz in diesem Jahr mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet.

Robert Bürkle

Weltweit führend bei Pressen- und Beschichtungsanlagen für die Möbel-, Holz- und Bauindustrie ist nach wie vor die Firma Robert Bürkle aus Freudenstadt.

Jürgen Schröer (links) und Oberbürgermeister Adrian Sonder im Bürkle-Werk in der Stuttgarter Straße

Bürkle-Geschäftsführer Jürgen Schröer (links) neben Oberbürgermeister Adrian Sonder im Bürkle-Werk in der Stuttgarter Straße (Archivfoto)

Süzgec/Robert

Derzeit investiert das Unternehmen Millionen in seine Zentrale in der Stuttgarter Straße. Geplant ist eine große Modernisierung, verbunden mit einem Neubau. Die Bauarbeiten sollen Ende 2027 abgeschlossen werden.