Katastrophenschutz: Hochwasser-Infoabend hatte wenig Zulauf

Großzügige Stellwände informierten über verschiedene Hochwasserszenarien aller gefährdeten Teilorte.
Manuel FuchsDie Stadt Horb hatte sich für den Donnerstagabend Großes vorgenommen: 50 Personen hätten in der Mensa des Martin-Gerbert-Gymnasiums leicht Platz gefunden, um sich eine Flut von Informationen über Hochwasserprävention in Horb anzueignen: Referenten, Broschüren und großformatige Ausdrucke waren vorbereitet. Doch die Besucherzahl tröpfelte im einstelligen Bereich, worüber sich Bürgermeister Ralph Zimmermann in seiner Begrüßung recht enttäuscht zeigte.
Michaela Kronenbitter von der Stadtverwaltung und Feuerwehrkommandant Markus Megerle referierten. Ihre Präsentation über „Hochwasserrisikomanagement“, so der etwas sperrige Formalbegriff, stellte zunächst die im Wasserhaushaltsgesetz verankerte Pflicht zur Eigenvorsorge in den Vordergrund. Die Feuerwehr helfe bei akuter Gefahr, sei jedoch nicht für die Gebäudesicherung zuständig. Auch das Auspumpen von Kellern beispielsweise erledige sie gegen Kostenersatz.
Um vernünftig Eigenvorsorge betreiben zu können, müssen sich Bürger und Gewerbetreibende zunächst informieren, welche Gefahren ihnen und ihren Liegenschaften bei welcher Hochwasserlage drohen. Hierzu dienen sogenannte Hochwassergefahrenkarten, die im Internet frei einsehbare sind. Eine Elementarschadenversicherung ist in jedem Fall angeraten; eine an das Risiko angepasste Nutzung der Räumlichkeiten kann helfen, die Auswirkungen eines Hochwasserschadens gering zu halten: keine wertvollen Geräte in gefährdeten Stockwerken lagern, Steckdosen in Kellerräumen oberhalb der Hochwassermarke installieren.
Um im Notfall Ruhe zu bewahren, hilft es, einen eigenen Notfallplan vorzubereiten, um zum Beispiel dringende Aufgaben nicht erst in der Stresssituation verteilen zu müssen. Papiere und Medikamente, die bei einer Evakuierung mitgenommen werden müssen, sollten vorab in einer Liste zusammengestellt werden.
Aktuelle Informationen bei Hochwassergefahr liefern Nachrichten in Zeitung, Radio und Fernsehen sowie die Smartphone-App Nina, die für die gängigen Betriebssysteme kostenfrei verfügbar ist. Unter dem Suchbegriff „Hochwasser“ fließen auf der Website www.horb.de viele Informationen und weiterführende Links zusammen.