Horb · Bundestagswahl: Michael König will nach Berlin

Die Kandidaten für die Bundestagswahl Michael König (Mitte) und Ralf Grabow (rechts) stellten sich den Fragen der Freidemokraten.
Sabine StadlerFür die kommende Wahl zum 20. Deutschen Bundestag im Herbst 2021 nominierte die FDP im Wahlkreis Calw-Freudenstadt ihren Kandidaten. In geheimer Abstimmung erhielt Michael König 19 von 23 abgegebenen Stimmen. Drei Stimmen entfielen auf seinen Gegenkandidaten, Ralf Grabow aus Wildberg.
Nach Begrüßung durch den Calwer Kreisvorsitzenden der FDP, Herbert Müller und Durchlaufen sämtlicher Formalitäten zur Vorbereitung des Wahlvorgangs, hatten die beiden Kandidaten Michael König und Ralf Grabow Gelegenheit, sich der Bezirkskonferenz als Wahlkreisbewerber für die kommende Bundestagswahl vorzustellen und Fragen zu beantworten.
Zunächst trat der 27-jährige Horber Michael König vor die Versammlung. Er ist seit 2019 FDP-Mitglied und zog im letzten Mai in den Horber Gemeinderat ein. „Ich bin selber noch nicht lange politisch aktiv“, erklärte König, dessen Eltern 1987 als Aussiedler von Polen nach Deutschland kamen, zunächst als Arbeiter tätig waren und zwischenzeitlich auf dem Horber Kasernengelände ein Gesundheits- und Fitnesszentrum mit Kosmetikstudio führen. In das Unternehmen auf 1000 Quadratmetern Fläche sind neben Michael König auch sein Bruder Patrick sowie beide Elternteile involviert.
Michael König ging den schulischen Weg über die Hauptschule und der sich anschließenden Mittleren Reife, um danach die Physiotherapie-Schule zu besuchen, die er 2013 erfolgreich abschloss. Seit November 2016 ist er im Familienbetrieb mit mittlerweile 60 Angestellten tätig und hat dabei seine Ziele fest im Blick. Er nannte dabei Integration, Fleiß, Aufstiegschancen ebenso wie Visionen und Zukunftspläne, für die auch seine Partei, die FDP stehe, für die er kandidiere. Beim Thema Integration und seiner Einstellung hierzu, allen Menschen mit Respekt zu begegnen, prasselte kräftiger Applaus auf den jungen Bewerber ein.
Seinen Fokus bei der bevorstehenden Bundestagswahl werde er, sofern er gewählt werde, auf die Unterstützung von Familien ebenso legen, wie auf ein erstklassiges Bildungssystem mit einer guten Ausstattung sowohl der Lehrer als auch der Schüler durch Tablets und Smartphones statt schwerer Schulrucksäcke. König sprach sich daneben ebenso aus für Chancengleichheit von Städten und ländlichem Raum, aber auch für glasfaserbasiertes schnelles Internet. Bezüglich seiner ersten Kandidatur um ein Bundestagsmandat klang Bewerber König verhalten optimistisch. Noch rechne er nicht mit einem Wahlerfolg, hoffe aber auf ein tolles Ergebnis für den Wahlkreis und auf die notwendige Unterstützung.
Voller Einsatz im Wahlkampf
Ralf Grabow, Jahrgang 1957 ist selbstständiger Informatiker und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Er bezeichnete sich bei seiner Vorstellung als „eine Generation weiter“. Dass er seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der FDP ist, brachte ihm aus seiner Sicht 30 Jahre zu spät Beifall ein. Seine Vorstellung drehte sich rund um die IT-Entwicklung in den Jahren seit 1979. Er habe sein ganzes Leben lang programmiert, sieht die Corona-Pandemie als Krieg, für den es die richtigen Waffen brauche und sich selbst als Kontrast zu dem jungen attraktiven Kollegen.
In der sich anschließenden Fragerunde mussten sich die beiden Kandidaten mit verschiedenen Themen auseinandersetzen, wie Umgang mit Corona, Bürokratieabbau, Schuldenabbau und Familienpolitik. Die anwesenden FDP-Mitglieder wollten auch wissen, welchen zeitlichen Anteil beide Bewerber auf die Wahlkampfphase verwenden wollen. Während Grabow die Hälfte seiner Arbeitszeit hierfür verwenden möchte, sagte König, dass er sich mit familiärer Unterstützung komplett aus dem Unternehmen rausnehmen kann und zu 100 Prozent zur Verfügung stehe. Nachdem auch noch das Thema Verteidigungspolitik angesprochen worden war, schritten die anwesenden FDP-Mitglieder des Kreises Calw und Freudenstadt zur Urne. Von den 23 abgegebenen Stimmen entfielen 19 auf Michael König und drei auf Ralf Grabow. Ein Mitglied enthielt sich der Stimme. König nahm die Wahl an.
Der an der Versammlung teilnehmende bildungspolitische Sprecher, Timm Kern, MdL, dankte beiden Bewerbern für ihre Kandidatur und begrüßte das eindeutige Wahlergebnis. Kern bezog anschließend noch Stellung zu Corona und zum Bildungssystem, ebenso zur Digitalisierung