Güterverkehr
: Der Bau des Kombi-Terminals Horb schreitet voran

Die CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schindele bezeichnet das im Horber Heiligenfeld geplante Container-Terminal als „großen Gewinn für die Region“.
Von
NC
Horb/Empfingen

Auf der Baustelle für das Kombi-Terminal Horb (KTH) und das Intermodale Servicezentrum im Horber Heiligenfeld herrscht seit Monaten –hier ein BIld vom März 2022 –große Betriebsamkeit.

Karl-Heinz Kuball

Auf Einladung der Baiersbronner CDU-Landtagsabgeordneten Katrin Schindele trafen sich ihr Fraktionsvorsitzender Manuel Hagel aus dem Alb-Donau-Kreis mit Investor Kurt Plathe bei der ebenfalls am Projekt beteiligten Unternehmengruppe Gfrörer in Empfingen. Plathe skizzierte einleitend die Rahmenbedingungen des Kombi-Terminals Horb (KTH): „Horb liegt im Zentrum der Europäischen Union. Zu den größten Häfen Europas sind es Luftlinie rund 500 Kilomenter. Hamburg ist zirka 575 Kilometer entfern, Triest 495, Rotterdam 490, d nach Antwerpen sind es gar nur 435 Kilometer.“

Unter anderem die geographische Lage prädenstiniert den Standort für einen Container-Umschlagplatz Straße–Schiene. Gerade die Verbindung nach Triest berge großes Potenzial, da sie den Transportweg von und nach Asien gegenüber der Route via Nordsee und Atlantik deutlich verkürzt. Die arbeite, wie Schindele ausführte, dem Bestreben zu, nachhaltiger zu wirtschaften: „Die Unternehmen in der Region, die teilweise stark auf Im- und Exporte angewiesen sind, werden direkt an die Lebensader der europäischen Wirtschaft angeschlossen und ihr Zugang zu den wichtigen Seehäfen und den internationalen Transportrouten wird stark verbessert.“ Mit Blick auf Engpässe in Lieferketten spiele auch der Zeitgewinn durch kürzere Wege eine wichtige Rolle.

Die Zustimmung aus der Wirtschaft zum Kombi-Terminal und Intermodalen Servicezentrum im Industriegebiet Heiligenfeld ist enorm. Güter müssen dank des Schienenzugangs in Horb nicht mehr auf der Straße von und zum Verladeterminal in Kornwestheim nördliche von Stuttgart transportiert werden. Das verringert das Verkehrsaufkommen und unmittelbar nachgelagert die Belastung der steuerfinanzierten Straßen-Infrastruktur und der Umwelt.

Kombi-Terminal Horb als Standortfaktor

„Der Anschluss an die Schiene, eine gute ausgebaute physische und digitale Infrastruktur, sowie Energiepreise sind für die Unternehmen der Region essentiell“, stellte Hagel fest. Es gebe genügend Beispiele für Unternehmen in anderen Landesteilen, die wegen mangelhafter Rahmenbedingungen Investitionen zurückgestellt oder anderswo umgesetzt haben. Das Kombi-Terminal werte den Standort Horb und die Region Nordschwarzwald deutlich auf und steigere das unternehmerische Interesse, hier zu investieren, indem sie ihren Standort erweitern oder gar hierher verlegen. Hagel sieht darin einen Gewinn an Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen für die Region: „Gemeinsam mit dem Interkommunalen Gewerbegebiet von Horb mit Empfingen sehe ich hier ein sehr großes Potenzial.“ Er erwartet größere Unterstützung von Bund und Land, um die Ortschaften zu entlasten, die eine weitere Zunahme des Verkehrs befürchten.

Das Kombi-Terminal und das Intermodale Servicezentrum zur Lagerung und Reparatur von Containern werden an das bestehende Schienennetz angeschlossen, wie Plathe erläuterte. Mehrverkehr enstehe nicht: „Die Container, die dort verladen werden, sind heute schon auf der Straße.“ Das Kombi-Terminal helfe, einen großen Teil des mit Containern verbundenen Verkehrs auf die Schiene zu verlagern, was Ressourcen spare. „Selten lassen sich wirtschaftliche und umweltpolitische Interessen so stark miteinander verbinden.“

Die Reduktion des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes und weiterer Umweltbelastungen sind Treiber und eines der Hauptargumente für das Kombi-Terminal und das Intermodale Servicezentrum. Die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene leiste einen großen Beitrag für die Umwelt, die Nachhaltigkeit der regionalen Wirtschaft und der Transportwege, formuliert es eine Pressemitteilung aus Schindeles Büro.

Kleine Maßnahmen – große Auswirkungen

„Mit einer vergleichsweise einfachen Maßnahme können wir eine große Wirkung erzielen“, sagte Uwe Gfrörer zum Abschluss. Weitere Maßnahmen im Sinne der Umwelt seien geplant, so zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen. „Bereits in unserem Schotterwerk haben wir den Leitsatz, dass wir alles höher kultiviert hinterlassen, als wir es vorgefunden haben.“, schilderte Gfrörer. Diesen Anspruch setze das Unternehmen beim Recycling von Baumaterialien um –und nun auch bei diesem Verkehrsprojekt.

Von links: Uwe Gfrörer, Sven Wannenmacher, Manuel Hagel, Katrin Schindele, Kurt Plathe. Privatbild

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