Fasnet
: Zunft steht in den Startlöchern

Die Sulzer Narren möchten in der fünften Jahreszeit ab 5. Januar die Zunftstube mehr nutzen. Das Zunftball-Motto am 2. März lautet „Bauer sucht Frau“.
Von
Cristina Priotto
Sulz

Ein schicker Teppich mit Optimist und Pessimist, gespendet von Andreas Caspar, ziert den Eingangsbereich der Zunftstube der Sulzer Narrenzunft im Backsteinbau. Zunftmeister Thomas Freund, Tobias Breitling (Mitte, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit) und Thomas Kopp (rechts, Programmchef für den Zunftball) stellten am gestrigen Freitag das Programm für die Fasnet 2019 vor.

Cristina Priotto

In der Zunftstube roch es am gestrigen Freitagnachmittag nach Fugenmasse, und Bohrgeräusche waren ebenfalls zu hören – beides kein Wunder: Hanse Mäntele verfüllte die Freiräume zwischen den Küchenfliesen, während nebenan Manfred Maier eine Türschwelle zum Musikvereinslager befestigte. Seit März 2015 werkeln Mitglieder und Ehrenmitglieder der Narrenzunft im Untergeschoss des Backsteinbaus, doch fertig wird die Zunftstube trotz enormer Eigenleistung so schnell wohl trotzdem nicht. „Das ist ein Generationen-Projekt, das wohl erst unsere Enkel vollenden“, sagte Thomas Freund am gestrigen Freitag bei einem Pressegespräch. Mit dem Zwischenergebnis ist der Zunftmeister allerdings zufrieden: „Die Zunftstube ist ein schmuckes Stück geworden“, stellte Freund fest. Der Laminat-Boden ist verlegt, Tische und Stühle gibt es mittlerweile auch – gebrauchtes Inventar eines geschlossenen Rottweiler Lokals. Die Theke stammt ebenfalls aus zweiter Hand, sieht aber mit schicker Backsteinverkleidung sehr ansprechend und wie neu aus.

A propos Backsteine: Thomas Kopp hat bislang Spender für rund 70 symbolische Backsteine zusammengetrommelt. Für 50 Euro wird darauf der Name (oder Spitzname) des Wohltäters eingraviert und die Steine prominent sichtbar an den Wänden angebracht. „Wir haben noch viel Platz“, scherzte Kopp, der noch auf möglichst viele weitere Spender hofft. Denn den Einbau einer Küche musste die Zunft vorerst auf Eis legen, da noch offen ist, ob die Finanzierung über ein Darlehen oder eine Sonderumlage für die Mitglieder erfolgen soll (die SÜDWEST PRESSE berichtete).

Zwar steht noch keine Küche, dafür aber das Programm für die Fasnet 2019: Los geht‘s heute in einer Woche, am Samstag, 5. Januar, mit dem Aktionstag, der bereits zum dritten Mal in der Zunftstube stattfinden soll. Dabei können die Narren Sprung- und Busbändel kaufen, sich für Arbeitsdienste eintragen und bei der Kleidlesbörse ganze Häs oder Ersatzteile den Besitzer wechseln lassen. Die Fasnetseröffnung mit Maskenabstauben und Promiraten steigt am selben Abend um 20 Uhr, erstmals ebenfalls in der Zunftstube. „Es fehlt immer mehr an Lokalen“, begründete Tobias Breitling, bei der Zunft zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, die Entscheidung für den Veranstaltungsort. Alleinunterhalter Marcel Kipp sorgt für Stimmung, eine eingeschränkte Bewirtung gibt es auch.

Vor den Fahrten zu Auswärtsterminen wird die Zunftstube im neuen Jahr erstmals jeweils zwei Stunden vor der Busabfahrt für die Mitglieder geöffnet sein. Auch dabei ist für Bewirtung gesorgt.

16 Breagler in sieben Gruppen

Die Zunftstube ist beim Breagler-Abend am Samstag, 23. Februar, zum ersten Mal auch eines der Lokale, das die 16 Breagler in sieben Gruppen, darunter eine Frau und zwei Jung-Breagler, plus die 18-Stunden-Musiker und die Narrenkapelle, aufsuchen werden. Zwischen Zunftstube, „Bella Vita/Linde“, „Grotte“, „Lamm“, „Hecht“ und „Burg“ müssen Breagler und Musiker so erstmals weite Wege zurücklegen – eineinhalb Kilometer, hat Freund ausgerechnet. Einige der Wirtschaften sind bereits ausgebucht. Auch für die Zunftstube liegen der Narrenzunft schon 60 Reservierungen vor. Platz ist dort für etwa 100 Leute.

Am Schmotzigen (Donnerstag, 28. Februar), gibt‘s nach der Schülerbefreiung ein Weißwurstfrühstück und ein Maultaschenessen in der Zunftstube. Hexentanz und Narrensprung finden abends auf dem Marktplatz statt. Dabei wird zum ersten Mal auch eine Kinderformation auftreten. „Wir wollen die Kinder mehr integrieren“, erklärte Thomas Freund das Ziel.

Ein Höhepunkt wird der Zunftball am Samstag, 2. März, mit dem Motto „Bauer sucht Frau – eine tierische Party“. Moderatorinnen sind Anne Rebholz und Gertrud Freund. Die Band „Hirschbuben“ spielt auf. Am Programm wirken alle Narrengruppen sowie die Narrenkapelle, die 18-Stunden-Musiker und die Pink Pämpärs sowie die Showtanzgruppe der Hofnarrenzunft mit. Als Bauern treten Schäfer Heinrich und der Teststreckenbauer auf, Kandidatinnen sind Tusse Tanja, die geizige Gitta und Tratschweib Trude.

Zum großen Umzug am 3. März haben sich 19 Gruppen mit 1200 Teilnehmern angemeldet, darunter als Musikgruppen die Musikvereine Hopfau und Renfrizhausen. Zuvor gibt es erstmals eine Warm-Up-Party auf dem Marktplatz. Vormittags gestalten Urs Thiel und die „St. Johann-Singers“ die Narrenmesse in St. Johann.

Der Fasnetsdienstag bietet, nahtlos ineinander übergehend, Kinderball, Fleggadapp und Fasnetsabschluss mit dem Zwiegespräch von Optimist und Pessimist. Und am 6. März ist dann schon wieder Aschermittwoch.

Fasnetstermine der Narrenzunft Sulz im Überblick:

5. Januar: Aktionstag (14 Uhr); Fasneteröffnung (20 Uhr, beides Zunftstube)

23. Februar: Breagler-Abend (19 Uhr, Zunfstube, Grotte, Lamm, Hecht, Burg, Bella Vita/Linde)

2. März: Zunftball, „Bauer sucht Frau“ (20 Uhr, Stadthalle)

3. März: Narrenmesse (9.30 Uhr, katholische Kirche); Umzug (13.30 Uhr)

5. März: Kinderball (11.30 Uhr, Stadthalle); Fleggadapp (15.30 Uhr, Innenstadt); Fasnets-

abschluss
(18.30 Uhr, Narrenbrunnen)