Fasnet
: Pointen, Stimmung und Tänze

Der Breagler-Abend bot Neues, Überraschendes und Lustiges. Alle sieben Lokale waren ausverkauft. Ein toller Einfall waren die „Kischda-Breagler“.
Von
Cristina Priotto
Sulz

Überall waren die Breagler am Samstag willkommen. Zwei der närrischen Spötter traten erstmals als „Kischda-Breagler“ auf.

Cristina Priotto

In allen Sulzer Restaurants und Kneipen sämtliche Tische und Stühle belegt - das gibt’s vermutlich nur am Samstag vor dem Schmotzigen beim Sulzer Breagler-Abend. „Lamm“, „Hecht“, „Grotte“, „Burg“, „Bella Vita (Linde)“, „Rebstöckle/Trattoria Bella Italia“ und erstmals auch die Zunftstube im Backsteinbau beherbergten den ganzen Abend über hunderte närrisch kostümierte und gesinnte Menschen. Die Gäste bekamen gleich im doppelten Sinn ein schmackhaftes Menü aus Witzen und Kulinarischem serviert.

Übers Jahr hatten die närrischen Spötter allerlei Peinlichkeiten in ihren Büchern notiert. Erstmals seit Jahren blieb dabei allerdings die gesamte Rathausmannschaft von Frotzeleien verschont. Dabei hätten aufmerksame Beobachter des kommunalpolitischen Geschehens etliche Steilvorlagen beisteuern können.

Doch auch ohne politische Anspielungen war der Breagler-Abend sehr unterhaltsam. Ein besonderer Hingucker waren die „Kischda-Breagler“ mit ihren „Breagler-Kischda“: Nach 20 Jahren hatte die Staffelei ausgedient, dafür waren zwei der insgesamt 17 närrischen Spötter mit Bauchladen und allerlei Zubehör unterwegs, um die erzählten Geschichten optisch besser darstellen zu können. Salzstreuer, Glocke oder Taxi standen dabei stellvertretend für allerlei Kuriositäten.

„Sparterrorist“ und Nudel-Deko

Pech unterwegs hatte ein Urlauber, der wegen eines vergessenen Flugtickets erst zwei Tage nach seiner Frau Kuba erreichte. Ein anderer wurde als „Sparterrorist“ wegen vermeintlicher Bomben im Koffer am Airport verhört, dabei handelte es sich um Pumpen.

Für alle, die am Samstag zum Zunftball unter dem Motto „Bauer sucht Frau - eine tierische Party“ gehen wollen, hatten die Breagler einen Vorbereitungs-Test. Dabei durfte das Publikum mitmachen und verschiedene Tiergeräusche wie Wolf, Huhn oder Kuh imitieren, was bestens klappte.

Herzhaft mitlachen konnten auch die Opfer des Spotts, etwa die sparsame irische Wirtin, die die braunen Teile der Thuja-Hecke kurzerhand mit grüner Farbe übersprüht. Auch eine andere Gastronomin erkannte sich in einer lustigen Anekdote wieder, in der es um eine missglückte Wespenjagd ging.

Reichlich Häme ertragen mussten auch die vielen Sulzer, die an der falschen Stelle gespart hatten, etwa die zwei befreundeten Paare, deren gesamter Proviant für den Urlaub schon vor der Fahrt ins Skigebiet weggefuttert war. Daneben gelangt hat beim Essen auch eine Besucherin des Streetfood-Festivals: Anstelle der frischen Asia-Box griff die junge Frau aus Versehen zur Deko.

Nicht fehlen durften verschiedene Malheurs, die sich auf der Toilette ereignet hatten und an die Öffentlichkeit gelangt waren.

Die Stimmung in den Lokalen war überall bestens, es wurde gesungen, geschunkelt und teilweise sogar getanzt. 17 Breagler in sieben Gruppen teilten nicht nur Spott aus, sondern hatten auch Stadtpläne und Süßigkeiten dabei. Die Narrenkapelle und die 18-Stunden-Musiker als Guggenmusik sorgten in den Wirtschaften ebenfalls für närrische Laune.

Weitere Fasnetstermine:

Donnerstag, 28. Februar: Hexentanz und Narrensprung (19.30 Uhr, Marktplatz)

Samstag, 2. März: Zunftball „Bauer sucht Frau“ (20 Uhr, Stadthalle)

Sonntag, 3. März: Narrenmesse (9.30 Uhr, katholische Kirche);

Umzug (13.30 Uhr)

Dienstag, 5. März: Kinderball (11.30 Uhr, Stadthalle); Fleggadapp (15.30 Uhr, Innenstadt); Fasnets-

abschluss (18.30 Uhr,

Narrenbrunnen)