Fasnet: Kuppelshow mit Kühen, Komik und Kalauer

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Nicht gesetztEin Scheunenfest feierte die Sulzer Narrenzunft am Samstagabend in der vollbesetzten Stadthalle. Für den Zunftball unter dem Motto „Bauer sucht Frau - eine tierische Party“ hatten die Narren die Halle mit Leiterwagen, Gattern und Tieren ansprechend dekoriert.
Bevor die fünf Kandidaten (fast) unter die Haube kommen durften, präsentierten sich alle Zunftfiguren mit Masken: Die Narrenkapelle marschierte als Schwarzwaldmaries verkleidet ein, bevor die Hexen in großer Zahl folgten und um den Kessel tanzten. Große und kleine Narros und Salzsieder tanzten vereint als Narrenformation, während der Sulzer Narrenmarsch erklang.
Zur Einstimmung auf die nachfolgende Kuppelshow präsentierten beim „Tanz der Übriggebliebenen“ Bienchen und Blümchen eine urkomische Choreografie.
Mindestens so schräg wie in der Original-TV-Serie moderierten Gertrud Freund als Inka Bause und die herrlich einfältige Assistentin und Düngeexpertin Gretel (Anne Rebholz) die tumben Landwirte auf Brautschau an. Die Parallelen zu stadtbekannten realen Bauern, zumindest, was die Tierhaltung betraf, sorgten für Lacher.
Schweinebauer Gregor (Jochen Grabowski) aus Sigmarswangen suchte eine Partnerin „mit em rechta Schinka“ - und bekam dies von der ruhigen Rita (Kathrin Menzel) sogar doppelt: Tot und abgepackt sowie quicklebendig.
Exakt eine Woche, nachdem die Showtanzgruppe Mühlheim mit dem „Unterwasserwelt“-Tanz in Freudenstadt beim Showtanzwettbewerb den ersten Platz erreicht hatte, zeigten die jungen Frauen die unglaublich schnelle Choreografie mit aufwendiger Kulisse und Glitzerkostümen zu hämmernden Beats auch in Sulz.
Der nächste Kandidat, Büffelbauer Jürgen aus Dürrenmettstetten (Thomas Kopp), war von der dominanten Dora (Laura Kobel) und der ralligen Rosa (Rosa Grabowksi), die sich den Bauern buchstäblich zur Brust nahm, eingeschüchtert und suchte das Weite.
Da war der Bergfelder Hühnerzüchter Gregor (Frank Dittrich) aus Bergfelden schon erfolgreicher: Auf der Suche nach einem „verrückten Huhn“ buhlten Tusse Tanja (Anita Munz) und die scharfe Susi (Katrin Domonell) um den Landwirt und versprachen mit einem Eierkocher anzüglich „harte Eier“ oder „warme Eier“ dank selbstgehäkelten Eierwärmers.
„Schönheit vergeht, Hektar besteht“ lautete das Brautschau-Motto des Teststreckenbauers kritischer Christian (Tobias Breitling). Zwischen der kecken Käthe (Kathrin Menzel) und der rasenden Renate (Laura Kobel) hatte der fesche Bauer die Qual der Wahl und ließ sich von der Bewerberin mit Traktor abschleppen.
Zunftmeister Thomas Freund durfte Heinrich, den Schäfer vom Neckartal, verkörpern. Tratschweib Trude (Anita Munz) ließ dem Landwirt mit ihrem pausenlosen Geplapper die Ohren klingeln, die geizige Gitta (Gitta Unterreiner) war ebenfalls nicht für ein Schäferstündchen geeignet.
Wieviel Engagement allein für die schauspielernden Akteure in dem Ball steckt, zeigte sich, als sich alle Beteiligten beim gemeinsamen Schlusslied „Zehn kleine Bauern“ singend und tanzend auf der Bühne verabschiedeten.
Wer nicht fündig geworden ist auf der Suche nach dem Partner fürs Leben, für den bestehen vielleicht Chancen bei „Kuhship“, wie die lustige „Parship“-Landliebevariante im Werbeblock hieß.
Die Besucher hatten sich sehr einfallsreich kostümiert. Neben einer stattlichen Anzahl von Kühen tummelten sich auch einige gackernde Hühner, grunzende Schweine und sogar ein paar (geruchsfreie) Misthaufen beim Ball.
Die „Hirschbuben“, schon seit einigen Jahren Stimmungsgaranten beim Sulzer Zunftball, animierten die Gäste immer wieder zu Schunkelrunden.
Die Halle zum Beben und das närrische Volk zum Tanzen auf den Bänken brachten aber vor allem zwischendurch die „18-Stunden-Musiker“ und als krönender Abschluss die „Pink Pämpärs“, die aus Sicht der Besucher gerne noch länger hätten spielen dürfen.