Nach tödlichem Streit im Schwarzwald: Zweijährige erwacht aus Koma – Spendenaktionen für Familie

Ermittler sichern Spuren an dem Haus in Salzstetten.
Bernd Weißbrod/dpa- Zweijährige überlebt Familientragödie in Salzstetten – erwacht aus Koma und erholt sich langsam.
- Vater tötete Partnerin, verursachte Unfall, bei dem er und sein Sohn starben – Motiv unklar.
- Spendenaktionen sammeln über 18.000 Euro für Familie – große Anteilnahme in der Region.
- Beratungsstellen bieten Hilfe bei häuslicher Gewalt – Hilfetelefon rund um die Uhr erreichbar.
- Ermittlungen zur Tragödie dauern an – viele Fragen zur Tat bleiben offen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehr als eine Woche nach der dem tödlichen Streit in Salzstetten (Waldachtal) sind weiterhin viele Fragen offen. Die Polizei geht davon aus, dass ein 37-Jähriger zunächst seine 34-jährige Partnerin tötete und dann seinen Wagen mit den beiden Kindern absichtlich in den Gegenverkehr lenkte. Der Mann riss seinen drei Monate alten Sohn mit in den Tod, die zwei Jahre alte Tochter kämpfte im Krankenhaus ums Überleben. Dazu wurde eine 29-Jährige schwer verletzt, die im Auto saß, mit dem der Wagen des Mannes kollidierte.
Am vergangenen Sonntag ist die Zweijährige aus dem Koma erwacht. Das berichtet Andrea Borg der SÜDWEST PRESSE. Die Zweijährige habe auf die Stimme und die Streicheleinheiten ihrer Oma reagiert. Die beiden hätten gar schon eine Runde im Buggy drehen können, berichtet Borg, die der Familie sehr nahesteht. „Die Kleine erholt sich“, sagt Borg. Noch befinde sie sich aber auf der Intensivstation. Der Vater der getöteten Frau arbeitete über 25 Jahre in der Umzugsspedition der Familie Borg. „Das war wie eine Familie.“ Die 34-Jährige war sogar das Patenkind von Borgs Mann.
Andrea Borg hat nach der Tat schnell reagiert und im Internet eine Spendenaktion gestartet: „Mir war sofort klar, dass wir da was machen müssen.“ Die Familie sei traumatisiert, gar nicht in der Lage, selbst so etwas zu organisieren. „Deshalb haben wir das übernommen“, sagt Borg. Bis Dienstagmorgen sind schon mehr als 13.000 Euro gespendet worden. Sie sollen der Familie helfen, die Kosten zu decken, die jetzt unerwartet auf sie zukommen.
Von Anteilnahme überwältigt
Es gibt auch eine zweite Aktion auf der Plattform „Gofundme“: „In dieser schweren Zeit bitten wir um eure Unterstützung, um eine würdevolle Beerdigung für diese erstaunliche Frau und ihr Baby zu ermöglichen“, schreibt die Altensteigerin Julia Kupser, die die andere Aktion organisiert, und offenbar eine Freundin der Getöteten war. Dort sind schon fast 5000 Euro zusammengekommen (Stand: Dienstag, 9.20 Uhr).
„Die Familie ist überwältigt von der riesigen Anteilnahme, dem Mitgefühl und der unglaublichen Spendenbereitschaft“, berichtet Andrea Borg auf der Spendenplattform und übermittelt dort auch den Dank der Familie, die über den Gang an die Öffentlichkeit informiert und damit auch einverstanden sei.
Bleibt die Frage, weshalb die Frau sterben musste und der Mann auch noch eines seiner Kinder mit in den Tod riss? Andrea Borg sagt: „Wir wissen nicht, was der Grund war, wir wissen es einfach nicht.“
Hilfe bei negativen Gedanken und Depression
Wenn Sie sich in einer persönlichen Krise befinden und Hilfe brauchen, reden Sie darüber. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, die es Ihnen ermöglichen, anonym mit Menschen über Ihre Situation zu sprechen.
- Bei der Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de) geht das online, telefonisch oder vor Ort. Sie erreichen die Telefonseelsorge unter den Telefonnummern 0800 1110 111 und 0800 1110 222.
- Auch im Chat oder via E-Mail finden Sie dort Unterstützung.
- Außerdem gibt es mit der App „Krisen Kompass“ eine Art Notfallkoffer für Krisensituationen. Die App erhalten Sie kostenlos im Apple App Store und bei Google Play.
Hilfe bei Gewalt gegen Frauen
Der Verein Frauen-Hilfe Freudenstadt bietet eine telefonische und persönliche Beratung in akuten Krisensituationen in einem geschützten Raum bei häuslicher und sexueller Gewalt. Telefon: 07441 520 30 70. Die Beratungsstelle ist erreichbar von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung.
Für Notfällen gibt es das bundesweite Hilfetelefon unter der Nummer 116016. Das Hilfetelefon ist an allen Tagen 24 Stunden besetzt und berät in 18 Sprachen kostenfrei und anonym.
