Empfingen/Mühlheim/Stuttgart · Verkehr
: Zehn schwere Unfälle haben sich in den vergangenen 15 Jahren auf der kurvigen Gefällstrecke zwischen

Hartmut Polet schreibt Verkehrsminister Winfried Hermann wegen der unfallträchtigen Kreisstraße zwischen Mühlheim und Empfingen und kündigt eine Protestaktion mit dem ADAC an.
Von
Cristina Priotto
Empfingen/Mühlheim/Stuttgart

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Nicht gesetzt

Zehn schwere Unfälle haben sich in den vergangenen 15 Jahren auf der kurvigen Gefällstrecke zwischen Empfingen und Mühlheim (K5509/K4767) ereignet, zuletzt krachte es dort im Juni gleich dreimal innerhalb weniger Tage.

Zwar wurde die Fahrbahn erst 2013 aufwendig für 850000 Euro saniert, um die Kreisstraße besser befahrbar zu machen, der kurvige Verlauf mit mehreren unübersichtlichen Stellen lässt sich jedoch aus topographischen Gründen nicht ändern. Etlichen Motorrad-, Auto- und Lastwagenfahrern wurde dies bereits zum Verhängnis. Die fünf Kurven sowie das Gefälle sind nicht das einzige Problem. Erschwerend hinzu kommt, dass die knapp einen Kilometer lange Strecke zwischen den zwei Landkreisen Rottweil und Freudenstadt und damit auch zwischen der Zuständigkeit der Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe verläuft: Rund 250 Meter liegen unter dem Namen „Mühlheimer Straße“ auf Empfinger Gemarkung und damit im Kreis Freudenstadt, die übrigen zirka 750 Meter gehören als „Empfinger Straße“ zu Mühlheim im Kreis Rottweil.

Gravierend aus verkehrsrechtlicher Sicht ist, dass trotz der vielen, teils engen und unübersichtlichen Kurven und des Gefälles keine dem Verlauf angepasste Höchstgeschwindigkeit gilt. Verkehrsteilnehmer dürfen lediglich nicht schneller als 100 Stundenkilometer fahren, wie auf allen Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften.

Bezüglich der Zuständigkeiten für eine mögliche Geschwindigkeitsreduzierung verhält es sich kompliziert: Formal sind die Straßenbehörden der Landkreise Freudenstadt und Rottweil sowie die Stadt Horb verantwortlich, allerdings muss erst eine Verkehrsschau stattfinden. Diese war Anfang der Woche, wobei ein Tempolimit im Vorfeld nicht als beste Option gesehen wurde. Als sinnvoller wurden Warnhinweise auf die kurvige Strecke erachtet. Der Empfinger Bürgermeister Ferdinand Truffner würde eine Tempo-Beschränkung befürworten.

Hartmut Polet aus Mühlheim verfolgt das häufige Unfallgeschehen auf der Strecke schon lange. Neben einem Leserbrief verfasste Polet am gestrigen Freitag auch eine E-Mail an Verkehrsminister Winfried Hermann. Darin schreibt Polet: „Die Straße von Mühlheim nach Empfingen liegt auf dem Kreisgebiet Freudenstadt und Rottweil. Unfälle und Tote gibt es aber auf dem Kreisgebiet Rottweil. Die Landkreise haben es in den vergangenen 65 Jahren nicht fertig gebracht, die Straße verkehrssicher zu gestalten. Nach dem Neubau der Straße auf Gemarkung Mühlheim ist es eine Raserstrecke geworden“, beschreibt Hartmut Polet die Situation und fordert eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Teil, der im Kreis Freudenstadt liegt.

Des Weiteren schreibt der Mühlheimer: „Es gab seit dem Ausbau der Straße drei Unfälle am gleichen Punkt. Das Landratsamt Rottweil bekommt den Unfallschwerpunkt nicht in den Griff“ . Der Bürger erinnert an einen Unfall mit zwei Toten an dieser Stelle in den 1970er-Jahren.

„Was muss auf dieser Strecke noch passieren, bis sich die Landesregierung in diese Fehlplanung einschaltet?“, adressiert Polet den Verkehrsminister und kündigt an: „Wenn nichts passiert, befasse ich mich mit einer Protestaktion und auch Einschaltung des ADAC“. Kopien des Schreibens schickte Hartmut Polet an Truffner sowie an die beiden Lokalzeitungen.