Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald: 16.750 Arbeitslose – das ist der höchste Stand in einem April seit 26 Jahren

Der Nordschwarzwald berappelt sich wenig. Die Arbeitslosenquote im Arbeitsagenturbezirk Nagold-Pforzheim, der auch für den Landkreis Freudenstadt zuständigt ist, liegt unverändert bei 4,5 Prozent, im gesamten Bezirk sogar bei 4,8-
Tim Wegner/epd- Im Nordschwarzwald sind 16.750 Menschen arbeitslos – Quote stagniert bei 4,8 Prozent.
- Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt, Unternehmen stellen zurückhaltend ein, so Martina Lehmann.
- Nur 618 neue Stellen im April gemeldet, der Bestand fällt auf 3396 offene Stellen.
- Qualifikationslücke: Gesucht sind Fachkräfte, zwei Drittel der Arbeitslosen ohne Abschluss.
- Ausbildungsmarkt: mehr Stellen (1562) als Suchende (1256), aber weniger Meldungen seit Jahresbeginn.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Zahl der Arbeitslosen im Nordschwarzwald ist von März auf April um elf (0,1 Prozent) zurückgegangen, gegenüber April 2025 aber um 424 oder 2,6 Prozent gestiegen. Mit 16.750 Arbeitslosen wurde der höchste Stand in einem April seit 2010 erreicht. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – blieb den dritten Monat in Folge unverändert bei 4,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent. „Ein wesentlicher Grund für die verhaltene Entwicklung ist die geringere Nachfrage nach Arbeitskräften. Unsere Unternehmen agieren derzeit aufgrund der bekannten wirtschaftlichen Herausforderungen spürbar zurückhaltender bei Neueinstellungen“, so die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, Martina Lehmann.
Im April wurden dem Arbeitgeberservice lediglich 618 neue Stellen gemeldet, 112 (15,3 Prozent) weniger als im März und 151 (19,6) weniger als im April 2025. Auch im Jahresverlauf zeigt sich ein rückläufiger Trend: In den ersten vier Monaten des Jahres wurden bereits mehr als 400 Stellen weniger gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Gesamtbestand ist gegenüber dem Vorjahr um 58 (1,7) auf 3396 gemeldete Stellen zurückgegangen.
Gesucht werden überwiegend Fachkräfte mit mindestens einer abgeschlossenen Ausbildung. Gleichzeitig verfügen etwa zwei Drittel der Arbeitslosen über keine entsprechende Qualifikation. Am regionalen Ausbildungsmarkt gibt es noch mehr unbesetzte Ausbildungsstellen (1562) als Bewerberinnen und Bewerber, die noch eine Ausbildungsstelle suchen (1256). Im April meldeten sich 3691 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos, 112 (3,1 Prozent) mehr als im März. Gleichzeitig konnten in den letzten vier Wochen 3707 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden, sechs (0,2) weniger als im Vormonat.
Kurzarbeit weiterhin in 142 Betrieben
Nach einer ersten Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit für den Monat Dezember 2025 haben im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 2314 Beschäftigte in 142 Betrieben kurzgearbeitet. Zum Vergleich: Im Dezember 2024 waren es 3738 Beschäftigte in 160 Betrieben.
Im Bereich der Agentur für Arbeit ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 53 (0,6 Prozent) zurückgegangen, gegenüber dem Vorjahr jedoch um 594 (7,7) auf 8355 gestiegen. Bei den Jobcentern ist die Arbeitslosigkeit von März auf April um 42 (0,5) gestiegen, gegenüber dem Vorjahr um 170 (2,0) auf 8395 zurückgegangen. Unter den sieben Geschäftsstellen der Agentur hat Nagold mit 3,4 Prozent die geringste Arbeitslosenquote. Es folgen Calw mit 3,8 Prozent, Mühlacker mit 4,3 Prozent, Freudenstadt und Horb mit jeweils 4,5 Prozent sowie Bad Wildbad und Pforzheim mit je 5,5 Prozent.
Arbeitslosenquote von 4,5 im Kreis Freudenstadt
Die Arbeitslosenquote im Kreis Freudenstadt liegt unverändert bei 4,5 Prozent (Vorjahr: 4,3). 3228 Menschen waren arbeitslos gemeldet, davon 1568 (48,6) in der Arbeitslosenversicherung und 1660 (51,4) in der Grundsicherung. Im April wurden 168 Stellenangebote gemeldet, 42 weniger als im Vormonat und 69 weniger als im April 2025. Aktuell sind 959 offene Stellenangebote im Bestand, 54 weniger als vor einem Jahr.
Im Nachbarlandkreis Calw blieb die Arbeitslosenquote mit 4,0 Prozent ebenfalls unverändert. Aktuell sind hier 868 offene Stellenangebote im Bestand, das sind 14 mehr als vor einem Jahr. Im gesamten Bezirk der Agentur waren Mitte April 3396 offene Stellen gemeldet, 161 weniger als im März. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist weiter zurückgegangen. Im Oktober 2025 – neuere Daten liegen nicht vor – waren im Agenturbezirk 223.046 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 2809 (1,2 Prozent) weniger als im Oktober 2024.
340 Ausbildungsstellen weniger
Von Oktober 2025 bis April 2026 wurden dem Arbeitgeberservice 2748 Ausbildungsstellen gemeldet, 340 (11 Prozent) weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um 96 oder 3,9 Prozent auf 2381 zurückgegangen. 1562 der gemeldeten Berufsausbildungsstellen sind noch unbesetzt, 104 weniger als vor einem Jahr. Gesucht werden besonders Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer/Verkäuferinnen, Köche/Köchinnen, Fachkräfte für Lagerlogistik, Industriemechaniker und Industriekaufleute.
1256 Bewerberinnen und Bewerber sind aktuell noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle, 17 weniger als im April 2025. Gefragt sind vor allem folgende Berufe: Kraftfahrzeugmechatronik, PKW-Technik, Kaufmann/Kauffrau im Büromanagement, Industriekaufleute, Medizinische Fachangestellte und Fachinformatiker und -informatikerin.
Wie die Agentur weiter mitteilt, ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell unterzeichnet, es werden schätzungsweise rund fünf Prozent Ausbildungsstellen zu wenig ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse bei der Bundesagentur. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden.
