Der Arbeitsmarkt im März
: Im Nordschwarzwald ist fast jeder 10. Arbeitslose jünger als 25 Jahre

Die Arbeitslosigkeit im Nordschwarzwald ist leicht gesunken, aber besonders viele junge Menschen haben in der wirtschaftlich schwierigen Zeit ihre Beschäftigung verloren. Von Arbeitslosigkeit in der Region sind auch jene stark betroffen, die formal nicht ausreichend qualifiziert sind.
Von
NC
Kreis Freudenstadt
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(ohne Überschrift): Vorsicht: Dieses Foto ist möglicherweise nur für den einstigen Verlag Schwäbisches Tagblatt verwendbar. Martina Lehmann Agentur für Arbeit  Horb 3.11.2022.Bild: Karl-Heinz Kuball

„Eine duale Ausbildung ist daher nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit“, betont die Chefin der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim, Martina Lehmann.

Karl-Heinz Kuball (Archiv)
  • Nordschwarzwald: Arbeitslosigkeit sank im März leicht, Quote bleibt bei 4,8 Prozent.
  • 16.761 Arbeitslose, davon 9,1 Prozent unter 25 – viele gering Qualifizierte betroffen.
  • 730 neue Stellen gemeldet, über 3500 offen – Qualifizierung soll Matching verbessern.
  • Ausbildungsmarkt: 1621 unbesetzte Stellen treffen auf 1304 suchende Jugendliche.
  • Kreis Freudenstadt 4,5 Prozent, Calw 4,0 – Nagold mit 3,5 Prozent niedrigste Quote.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist von Februar auf März um 143 (0,8 Prozent) auf 16.761 zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit im Nordschwarzwald dagegen um 442 (2,7) gestiegen. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – blieb gegenüber Februar unverändert bei 4,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent.

„Die Lage am Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald ist nach wie vor geprägt von wirtschaftlichen Unsicherheiten. Umso erfreulicher ist es, dass es gelungen ist, die Arbeitslosigkeit leicht zu reduzieren“, bilanziert Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim wurden im März 730 neu zu besetzende Stellen gemeldet, 40 (5,2) weniger als im Februar. Gleichzeitig zeigen die mehr als 3500 gemeldeten Arbeitsstellen aber auch, dass die Unternehmen in der Region weiterhin Arbeits- und insbesondere Fachkräfte suchen.

Um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen, setzt die Agentur auf Qualifizierung. „Wir unterstützen Arbeitssuchende und Beschäftigte mit individueller Beratung und gezielten Förderangeboten. Qualifizierung ist ein entscheidender Faktor, um Fachkräftebedarfe zu decken und Beschäftigung nachhaltig zu sichern“, so die Agenturchefin. Am regionalen Ausbildungsmarkt suchen derzeit noch 1304 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Ihnen gegenüber stehen 1621 noch unbesetzte Berufsausbildungsstellen.

„Duale Ausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit“

Im März meldeten sich 3579 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos, 34 (1 Prozent) mehr als im Februar. Gleichzeitig konnten in den vergangenen vier Wochen 3713 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 53 (1,4)  mehr als im Vormonat. Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im März unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen gegenüber dem Vorjahr reicht von minus 1,9 Prozent bei Ausländern bis plus 6,4 Prozent bei Deutschen.

Inzwischen ist fast jeder zehnte Arbeitslose (9,1 Prozent) in der Region unter 25 Jahre alt. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verlieren jüngere und formal nicht-qualifizierte Menschen als Erste ihren Job. „Eine duale Ausbildung ist daher nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit“, betont Lehmann.

Nach einer ersten Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit für den Monat November 2025 haben im Bezirk Nagold-Pforzheim 3619 Beschäftigte in 183 Betrieben kurzgearbeitet. Zum Vergleich: Im November 2024 waren es 6954 Beschäftigte in 217 Betrieben. Die Kurzarbeiterquote, also der Anteil der Kurzarbeitenden an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, lag im Nordschwarzwald im November 2025 bei 1,6 Prozent und im November 2024 bei 3,1 Prozent.

Unter den sieben Geschäftsstellen hat Nagold mit 3,5 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Es folgen Calw mit 3,9 Prozent, Mühlacker mit 4,3 Prozent, Freudenstadt mit 4,4 Prozent, Horb mit 4,6 Prozent, Bad Wildbad mit 5,4 Prozent sowie Pforzheim mit 5,6 Prozent.

Arbeitslosenquote im Kreis Freudenstadt liegt bei 4,5 Prozent

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Freudenstadt ist von Februar auf März um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr lag sie bei 4,3 Prozent. Insgesamt waren 3229 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1571 (48,7 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1658 (51,3) in der Grundsicherung. Im März wurden 210 Stellenangebote gemeldet. Das waren 85 (28,8) weniger als im Vormonat und neun (4,1) weniger als im März 2025. Aktuell sind 973 offene Stellenangebote im Bestand, 73 (7) weniger als vor einem Jahr.​

Im Nachbarlandkreis Calw ist die Arbeitslosenquote von Februar auf März um 0,1 Prozentpunkte auf 4 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,3 Prozent. Insgesamt waren 3767 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 2075 (55,1) in der Arbeitslosenversicherung und 1692 (44,9) in der Grundsicherung. Im März wurden 187 Stellenangebote gemeldet. Das waren 30 (13,8) weniger als im Vormonat und 15 (8,7) mehr als im März 2025. Aktuell sind 896 offene Stellenangebote im Bestand, 56 (6,7) mehr als vor einem Jahr.

Mitte März waren im Bezirk der Agentur 3557 offene Stellen gemeldet, 111 (3) weniger als im Februar und elf (0,3) weniger als vor einem Jahr. Gute Beschäftigungschancen gibt es insbesondere in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Gesundheit und Pflege, Logistik, Hotellerie und Gastronomie und Handwerk.

Jetzt auf einen Ausbildungsplatz bewerben

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist weiter zurückgegangen. Im September 2025 – neuere Daten liegen nicht vor – waren im Agenturbezirk 223.003 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1635 (0,7) weniger als im September 2024. Die Zahl der Beschäftigten mit einem ausländischen Pass erhöhte sich um 582 (1,3) auf 47.041. Die Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Deutscher ist gleichzeitig um 2217 (1,2) auf 175.962 zurückgegangen.

In den ersten sechs Monaten des Berufsberatungsjahrs 2025/2026 wurden der Agentur 2652 Ausbildungsplätze gemeldet, 367 (12,2) weniger als im Vorjahr. Die Agentur weist jedoch darauf hin, dass die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell unterzeichnet sei, es würden schätzungsweise rund 5 Prozent zu wenig ausgewiesen. Hintergrund seien veränderte Prozesse in Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit, die noch in die statistische Erhebung integriert werden müssten.

Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber um eine Berufsausbildungsstelle ist um 110 (4,7) auf 2254 zurückgegangen. Ende März standen den noch 1621 unbesetzten Ausbildungsstellen 1304 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. „Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, kann sich gerne unter der kostenlosen Rufnummer 0800 4 5555 00 mit unserer Berufsberatung in Verbindung setzen“, so Lehmann.