Alternativer Wolf- und Bärenpark: Neuzugang im Bärenpark

Die italienische Bärin JJ4 ist im Schwarzwald angekommen. Der Transport verlief reibungslos.
Alternativer Wolf- und Bärenpark Schwarzwald- Wildbärin JJ4 erreicht nach geheimer Überführung den Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald.
- Nach mutmaßlicher tödlicher Attacke in Italien wurde Abschuss in lebenslange Gefangenschaft umgewandelt.
- Neuer Prototyp „Guard“ überwacht Vitalzeichen während des Tiertransports – dient der Forschung.
- JJ4 wird in einer Vorbox beobachtet, bis sie in die neu gesicherte Freianlage darf.
- Park bietet verhaltensgerechte Unterbringung für 9 Bären, 3 Luchse und 5 Wölfe im Schwarzwald.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Sonntagmorgen hat die Wildbärin JJ4 den Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald erreicht. Das teilt der Park mit. Gegen 9.30 Uhr wurde sie in die Vorbox ihrer Freianlage entlassen. Dort befindet sie sich, bis sie so weit ist, in ihre Freianlage entlassen zu werden.
Dabei kommt es ganz auf das Tempo der Bärin an – durch genaue Beobachtung wird ihr die Zeit gegeben, die sie benötigt. Die Anlage ist neu entstanden und mit erhöhten Sicherheitsstandards ausgestattet, speziell für Tiere aus der freien Wildbahn konzipiert. Der Fall JJ4 soll wissenschaftlich aufgearbeitet werden, um den zukünftigen Umgang mit Wildbären – auch in Hinblick auf Deutschland als Bärenerwartungsland – effektiver gestalten zu können.
Die Überführung aus dem italienischen Trentino wurde im Vorfeld geheim gehalten, da Demonstrationen und Übergriffe italienischer Aktivisten befürchtet wurden. Die Bärin JJ4 wurde im April 2023 eingefangen, nachdem durch einen mutmaßlichen Angriff ein junger Mann zu Tode kam. Aktivsten legten Einspruch gegen den ursprünglich verhangenen Abschussbefehl ein, sodass eine lebendige Entnahme aus der Natur angeordnet wurde. Die Forstbehörde stellte eine Anfrage zur Übernahme der Bärin an den Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald aufgrund der vorhandenen Erfahrung und der Fakt, dass die Einrichtung ein Tierschutzprojekt ist und kein Zoo.
JJ4 ist Nachwuchs der Bärin Jurka, die ebenfalls im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald lebt, und Schwester des 2006 in Bayern erschossenen Bruno (JJ1). Jurka selbst wurde in der freien Wildbahn in Slowenien geboren und im Rahmen des Artenschutzprogramms Life Ursus Ende der 1990er Jahre nach Italien umgesiedelt.
Transport verläuft tadellos
Life Ursus sollte die Wildbärenpopulation in der Region stärken, was auch relativ zügig eintrat. Aktuell leben fast 100 Bären im Trentino. Im Laufe der letzten 20 Jahre spaltete sich die Bevölkerung in zwei Lager auf, Bärenbefürworter und Bärengegner. Beide Seiten radikalisierten sich, es kommt immer wieder zu Ausschreitungen. Mittlerweile ist das Thema Bär ein kontroverses Politikum geworden, das in dem dramatischen Zwischenfall im April 2023, als der junge Italiener Andrea Papi im Wald tot aufgefunden wurde und Spuren einer Bärenattacke aufwies, endete. Der anschließende DNA-Test führte zu der bereits behördlich bekannten Bärin JJ4. Da ab diesem Punkt eine Gefahr für die Bevölkerung bestand, wurde, wie im Wildtiermanagementplan der Region festgelegt, ein Abschuss angeordnet. Dieser wurde durch die Gegenklage von Aktivisten in lebenslange Gefangenschaft umgewandelt.
Am vergangenen Samstag brach das Team um Einsatzleiter Bernd Nonnenmacher Richtung Trentino auf. Gegen 18 Uhr erreichte es die Forstbehörde in Castellar, Trentino, wo sich JJ4 befand. Nach einer Narkotisierung und einem veterinärmedizinischen Check wurde die Bärin verladen. Nachdem sie wieder bei vollem Bewusstsein war, trat das Team die Rückfahrt in den Schwarzwald an. Zum ersten Mal kommt Prototyp zum Einsatz, welche die Vitalzeichen der Bärin übermittelt und aufzeichnet und bei diesem Einsatz vor allem die Realdaten für die weitere Forschung aufzeichnet. Dies dient zur Optimierung des Tiertransports.
„Nun braucht die Bärin Zeit und Ruhe“
Entwickelt wurde der Prototyp im Rahmen eines Forschungsprojekts mit WildlifePro, einem Netzwerkpartner der „Stiftung für Bären“. Das Ziel ist ein speziesunabhängig einsetzbares, multi-sensorbasiertes System für transportbegleitendes Monitoring für Tierwohl, kurz „Guard“. Entwickler hinter dem KI- basierenden, autark funktionierenden Geräts sind die „International Research & Project Development GmbH“ sowie das Fraunhofer Institut/TU Berlin.
Die Fahrt in den Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald verlief nach Angaben ohne weitere Komplikationen, sodass Tier und Mensch am frühen Morgen des vergangenen Sonntags gesund ankamen. „Nach der Entlassung in die Vorbox ihrer Freianlage, benötigt JJ4 nun in allererster Linie Ruhe und Zeit. Zum Ankommen, zum Einleben. Diese geben wir ihr. Nun heißt es für uns, sie ganz genau zu beobachten und im Tempo der Bärin Schritt für Schritt weitermachen“, heißt es abschließend.
„Verhaltensgerecht untergebracht“
Der Bärenpark ist ein Tierschutzprojekt, getragen von der gemeinnützigen „Stiftung für Bären“. Zurzeit befinden sich 9 Braunbären, 3 Luchse und 5 Grauwölfe in den 10 Hektar großen, naturbelassenen Freianlagen im Schwarzwald. „Wir gewähren eine verhaltensgerechte Unterbringung für misshandelte Bären und schaffen durch Interaktionen zwischen Wolf und Bär eine tiergerechte Rehabilitierung. Die Events sollen mit Freizeitspaß gleichzeitig Aufklärung und Bildung vermitteln“, teilt der Projektleiter des Parks, Raoul Schwarze, mit.

