Zollernstraße Hechingen
: So viel Sanierung war noch nie – und bislang läuft alles nach Plan

Seit sechs Wochen ist Großbaustelle in der Oberstadt mit heftigen Umleitungen. Die gute Nachricht: Alles ist im Zeitplan! Das will durchaus etwas heißen, wenn man sich umschaut in der weiten Region.
Von
swp
Hechingen
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Die Tiefbau-Spezialisten der Balinger Stumpp haben schon bei der Erschließung des riesigen Baugebietst "Killberg IV" gezeigt, dass sie liefern. Mit viel Maschineneinsatz ist das Unternehmen auch im Hechinger Zylinderviertel zugange.

Die Tiefbau-Spezialisten der Balinger Stumpp haben schon bei der Erschließung des riesigen Baugebiets "Killberg IV" gezeigt, dass sie liefern. Mit viel Maschineneinsatz ist das Unternehmen auch im Hechinger Zylinderviertel zugange.

Thomas Jauch
  • Die Zollernstraße in Hechingen wird saniert, die Arbeiten sind im Zeitplan.
  • Zufahrten zur Tiefgarage und zum Fürstengarten sollen Ende Juni wieder frei sein.
  • 8,1 Mio. Euro Gesamtkosten; 3,48 Mio. Euro an Fördermitteln.
  • Schwammstadtkonzept für bessere Wasserversorgung der Bäume.
  • Fertigstellung geplant für Ende 2026.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Zeitplan, das bedeutet vor allem auch, dass ab Ende Juni die Zufahrten zur Tiefgarage beim „Museum“ Parkhaus und zum Fürstengarten wieder frei sind. Das unterstreicht die Stadt Hechingen in einer Pressemitteilung zum Stand der Dinge im ersten Abschnitt zwischen Stadthalle „Museum“ und Villa Eugenia. Bis dahin sind die Parkplätze unter Tage gar nicht zu nutzen, und die Parkbewohner und -nutzer müssen Umwege fahren, um zur Behelfseinfahrt am Weißen Häusle zu gelangen.

Man kann es derweil nicht oft genug wiederholen: Die Sanierung der Zollernstraße ist nicht allein das größte Straßenerneuerungsvorhaben der Stadtgeschichte, es ist ebenso die derzeit größte Baustelle der Stadt – und die teuerste sowieso. „Wir sind gut im Zeitplan“, erklärt Markus Jäschke, der Projektleiter im städtischen Fachbereich Bau und Technik. Gefragt wurde der Experte am Rande des wöchentlichen „Jour fixe“, der Lagebesprechung, bei der rund zehn Vertreter der beteiligten Planungs- und Baufirmen sowie der Ver- und Entsorger teilnehmen. Neben Jäschke sind vor allem Diplom-Ingenieur Christian Müller vom Büro Gauss Ingenieurtechnik GmbH in Rottenburg und Polier Rüdiger Schlotterbeck von der Tiefbaufirma Stumpp aus Balingen gefordert. Letzterer koordiniert den Einsatz der Stumpp-Mitarbeiter inklusive zweier großer Bagger, eines Radladers und schwerer Lastwagen.

Die Baustelle läuft, die Verantwortliche haben gut lachen (von links): Steven John vom städtischen Eigenbetrieb Entsorgung, Diplom-Ingenieur Christian Müller von der Gauss Ingenieurtechnik GmbH in Rottenburg, welche die Generalplanung hat, und Markus Jäschke vom städtischen Fachbereich Bau und Technik.

Die Baustelle läuft, die Verantwortliche haben gut lachen (von links): Steven John vom städtischen Eigenbetrieb Entsorgung, Diplom-Ingenieur Christian Müller von der Gauss Ingenieurtechnik GmbH in Rottenburg, welche die Generalplanung hat, und Markus Jäschke vom städtischen Fachbereich Bau und Technik.

Thomas Jauch

Angesichts dessen, was beim Neuaufbau einer Straße samt allen Ver- und Entsorgungsleitungen alles verlegt werden muss, ist eine exakte Planung unabdingbar. Ganz unten, in rund zwei Meter Tiefe steht in der Zollernstraße zudem schon das Gestein an, das meistens noch mit der Baggerschaufel abgeräumt werden kann.

Ganz unten: der Abwasserkanal

Zu unterst wird der Abwasserkanal verlegt, darüber die Gas- und Wasserleitungen, dann kommen die Kabel für Strom, Breitband und die Straßenbeleuchtung – alles sauber getrennt und eingebettet. Erst danach beginnt der Aufbau des Straßenbelags, zuerst werden die Schächte für die Straßenentwässerung gesetzt.

Nur Kanal und ein bissle Leitungen? Von wegen! Im Bild einer der großen Rigolenkörper, die aus Steinwolle-Platten zusammengesetzt sind und das abfließende Regenwasser speichern. Dies kommt den Bäumen und dem Begleitgrün zugute.

Nur Kanal und ein bissle Leitungen? Von wegen! Im Bild einer der großen Rigolenkörper, die aus Steinwolle-Platten zusammengesetzt sind und das abfließende Regenwasser speichern. Dies kommt den Bäumen und dem Begleitgrün zugute.

Thomas Jauch

Eine Besonderheit ist das sogenannte Schwammstadtkonzept. Die Voraussetzung ist eine getrennte Regen- und Schmutzwasserkanalisation, wie sie in der Zollernstraße realisiert wird. Das Regenwasser wird nicht abgeleitet, sondern in sogenannte „Rigolenkörper“ geführt. Diese bestehen aus Steinwolle und speichern das Wasser. Verknüpft sind die Rigolen mit den Baumbeeten, die in regelmäßigen Abständen geplant sind. Das Schwammstadtkonzept zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit von städtischen Gebieten gegenüber extremen Wetterereignissen zu stärken, gleichzeitig kommt es der Wasserversorgung der Bäume und des Begleitgrüns zugute.

Nanu? Ist da der Schotter ausgegangen? Natürlich nicht. Der dunkle, mit Erde aufgefüllte Bereich wird einmal ein Baumbeet.

Nanu? Ist da der Schotter ausgegangen? Natürlich nicht. Der dunkle, mit Erde aufgefüllte Bereich wird einmal ein Baumbeet.

Thomas Jauch

Wenn nach sechs Wochen noch alles im Plan ist, wird es hoffentlich auch so weitergehen. In etwa fünf Wochen, also Ende Juni, soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Bisher spreche nichts dagegen, betont die Stadt Hechingen. Dann wird die Straße so weit fertiggestellt sein, dass die Zufahrt zum Parkhaus Stadthalle und die Zufahrt in den Fürstengarten frei ist.

Richtig fertig mit Endbelag

Bis dorthin sei die Straße wirklich fertig, schreibt die Stadtverwaltung. Selbst der Endbelag soll dann eingebaut sein. Das ist, so staunt der Laie, eher ungewöhnlich. Aber vor lauter Belag sollte man jetzt nicht auf falsche Gedanken kommen: Weiter als bis zur Einfahrt in den Fürstengarten wird man nicht fahren können, denn es wird ja im Anschluss weitergebaut. Das geschieht in relativ kurzen Abschnitten, der nächste reicht dann bis ungefähr zur Frankstraße. Das hat seine Gründe: „Die kurzen Bauabschnitte kommen insbesondere den Anliegern zugute“, betont Markus Jäschke. Denn die können dann umso früher wieder zu ihrem Grundstück fahren.

Rote Farbe mit viel Aussagekraft: Der rote Strich zeigt das schlussendliche Straßenniveau.

Rote Farbe mit viel Aussagekraft: Der rote Strich zeigt das schlussendliche Straßenniveau.

Thomas Jauch

Insgesamt wird die Straße bis zur Kreuzung mit dem Bulochweg erneuert. Das ist die Straße, die hinunter nach Heiligkreuz führt. Der Knotenpunkt dort wird vom Zollernalbkreis, der sich dem städtischen Bauprojekt angeschlossen hat, so umgebaut, dass vor allem der Radfahrverkehr Verbesserungen erfährt, erklärt die Stadt in ihrer Pressemitteilung.

Als die Millionen noch fast übrig waren

Ob Hechingen angesichts der höchst maroden Haushaltslage nochmal beschließen würde, so viel Geld für eine Straße auszugeben? Eine Frage, die man stellen kann, um deren Beantwortung sich aber jedermann drücken dürfte. Die Fertigstellung des gesamten Straßensanierungsvorhabens ist für Ende 2026 vorgesehen. Für die Stadt entstehen Kosten in Höhe von 5,8 Millionen Euro. Weitere 2,3 Millionen Euro kommen für die Ver- und Entsorgungsleitungen der Städtischen Werke hinzu. Das ergibt, man darf es getrost zusammenzählen, 8,1 Millionen Euro. Hui! Dem entgegen stehen laut Stadt „beachtliche“ 3,48 Millionen Euro an Fördermitteln und Baukostenzuschüssen. Erstmals, so die Stadt final, werde damit eine Straßenbaumaßnahme in Hechingen „signifikant mit Fördermitteln finanziert“.