Trigema Burladingen
: Welchen Rat seines Vaters Wolfgang Grupp junior nie vergisst

Trigema-Co-Chef Wolfgang Grupp junior spricht in einem Podcast über die Fußstapfen seines Vaters, was er von ihm übernommen hat – und sein Ziel für die schwäbische Traditionsfirma.
Von
Florian Dürr
Burladingen
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Wolfgang Grupp junior hat sich in einem Podcast über die Beziehung zu seinem Vater geäußert.

Wolfgang Grupp junior hat sich in einem Podcast über die Beziehung zu seinem Vater geäußert.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Trigema-Co-Chef Wolfgang Grupp jr. will nicht „Vaters Fußstapfen füllen“.
  • Ziel: Firma mit Schwester Bonita „nachhaltig weiterführen“ und „Made in Germany“.
  • In Podcast: In „10 Jahren oder länger“ soll Trigema noch in Deutschland produzieren.
  • Vater gibt weiter Rat; prägender Satz: „Ordnung ist das Wichtigste im Leben.“
  • Politisch: Für jedes neue Gesetz „mindestens zehn“ Vorschriften abschaffen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn Wolfgang Grupp junior über seinen Vater spricht, dann macht er immer wieder klar, keine Kopie des langjährigen Trigema-Chefs sein zu wollen. In einem kürzlich veröffentlichten Podcast „Unternehmer Macher“ sagt er im Gespräch mit Host Christoph Lindemann: „Unser Ziel sollte nicht sein, die Fußstapfen meines Vaters zu füllen.“ Die seien sehr, sehr groß“, sagt Grupp junior: „Mein Vater war der einzige in Deutschland, der in unserer Branche überlebt hat.“

„Die Firma nachhaltig weiterführen“

Stattdessen will er zusammen mit seiner Schwester Bonita Grupp, mit der er Anfang 2024 die Geschäftsführung des Burladinger Textilunternehmens von Wolfgang Grupp senior übernommen hat, „die Firma nachhaltig weiterführen“. Der Trigema-Co-Chef räumt ein: „Ich werde wahrscheinlich nie an das rankommen, was mein Vater geleistet hat.“

Aber das, was die vorherige Generation aufgebaut hat, wollen er und seine Schwester „bewahren und weiterentwickeln“. In der Podcast-Folge verrät der junge Unternehmer auch sein Ziel für den schwäbischen Bekleidungshersteller: „Dass ich in zehn Jahren oder länger noch sagen kann, die Firma Trigema gibt’s immer noch und wir produzieren immer noch in Deutschland.“ Für „Made in Germany“ ist Trigema bekannt.

„Jetzt müssen wir unseren Teil leisten“

Auf dem Weg dorthin möchte er sich aber nicht immer mit dem messen, was sein Vater aus dem Unternehmen gemacht hat. „Man darf nicht immer sagen, man muss besser sein als die vorherige Generation. Man kann auch sagen, die hat ihren Teil geleistet, jetzt müssen wir unseren Teil leisten“, ist Grupp junior überzeugt.

Vaters Rat ist immer noch gefragt

Sein Vater sei aber nach wie vor präsent im Unternehmen. Auch nach dem Suizidversuch am 7. Juli des vergangenen Jahres und dem anschließenden Krankenhausaufenthalt, der aber in der Podcast-Folge nicht thematisiert wird. „Wir machen das immer noch zusammen, er ist auch noch da, gibt uns seinen Rat“, verrät Grupp junior: „Das ist schön, viele würden von ihm sicherlich gerne Beratung bekommen. Wenn ich eine Frage habe, kann ich jederzeit zu ihm. Und das nutze ich auch.“

„Das vergesse ich nie“

Er habe viel von seinem Vater gelernt – und etwa dessen „Werteprinzip“ übernommen. „Als ich noch ganz klein war und mit ihm im Auto saß, hat er immer gesagt, Ordnung ist das Wichtigste im Leben. Das vergesse ich nie“, erzählt er. Neben seiner Arbeit noch politisch aktiv zu sein wie seine Schwester in der CDU, kann er sich selbst nicht vorstellen.

Bürokratische Hürden abbauen

Doch als Unternehmer weiß er, wo es klemmt: Bürokratische Hürden oder hohe Energiekosten etwa würden verhindern, dass sich mehr Unternehmen zu „Made in Germany“ bekennen, und lieber im Ausland produzieren. Deshalb weiß er sofort eine Antwort, als ihn der Podcast-Host Lindemann danach fragt, was er per Knopfdruck politisch verändern würde: „Für jedes neue Gesetz, das kommt, muss man mindestens zehn Gesetze oder Vorschriften abschaffen.“

Dieser Artikel erschien zuerst bei der „Stuttgarter Zeitung“.