Stummfilmabend in Hechingen-Stetten: Abkühlung im Klosterkeller

Beim Stummfilmabend in Stetten freuten sich Jürgen Detel (links) und Pianist Hans-Jörg Lund (rechts) über einen vollbesetzten Klosterkeller.
Hannes Reis- Stummfilmabend im Klosterkeller Stetten mit Charlie Chaplins „Goldrausch“ begeistert Publikum.
- Pianist Hans-Jörg Lund untermalte Film live am E-Piano, Publikum spendete großzügig.
- Veranstaltungsort bot 12 Grad Temperaturdifferenz zur Außentemperatur, ideales Sommerprogramm.
- Zehnjährige Tradition des Stummfilmabends gefeiert, nächste Filme bereits geplant.
- Highlight: Szenen wie Brötchentanz und Schuhessen sorgten für Lachen und Emotionen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stummfilmfans kamen voll auf ihre Spenden. Wer konnte schon an einem hochsommerlichen Samstagabend 12 Grad Temperaturdifferenz, ein zehnjähriges Kultur-, ein 100-jähriges Filmjubiläum in einer 760-jährigen Location bieten? Der Stummfilmabend im rappelvollen Stettener Klosterkeller schaffte das. Und dies mit „Goldrausch“, dem Meisterwerk von Charlie Chaplin. Getoppt noch von Hans-Jörg Lund, dem virtuosen Mann am nagelneuen E-Piano.
„Stettener Esprit“
Ein Stummfilmabend ohne Hans-Jörg Lund und Jürgen Detel als „technischen Direktor“ ist nicht vorstellbar. Das Quellwasser des früheren Hechinger Esprit fließt weiter unter dem Dach des Fördervereins Klosterkirche und verwandelt sich in den Stettener Esprit. Eine wohltuende Mischung.
Jürgen Detel erinnerte an die zehn Stummfilme der vergangenen Jahre, eine wahre Hitliste der Stummfilmszene (siehe Infokasten). Hans-Jürg Lund erzählte die abenteuerliche Entstehungsgeschichte von „Goldrausch“, von den chaotischen Zuständen bei den Dreharbeiten inklusive der Liebesgeschichten Chaplins, die eng mit seinen filmischen Meisterwerken verbunden waren.
Die Fans erlebten eine 90-minütige geniale Komposition von Realität und Traum, Action und Poesie. Die Wechsel zwischen rasanten, stillen und tragikomischen Szenen begleite Hans-Jörg Lund einfühlsam, klangvoll verschmelzend mit den Bildern. Ein paar klassische Szenen und viele berührende Momente aus dem Film werden in Erinnerung bleiben: als der ausgehungerte Chaplin seinen Schuh genießerisch verspeiste…der berühmte „Brötchentanz“ oder die hochdramatische Szene in der schwankenden Hütte am Abgrund. Das ausgelassene Lachen im Klosterkeller war Programm.
Das Leben ist ein Theaterstück
Hannes Reis dankte der Fangemeinde von Herzen für den Besuch samt reichen Spenden. Und besonders würdigte der Klostervereinsvorsitzende Hans Jörg Lund für sein Geburtstagsgeschenk, ohne Gage den Film zu begleiten, mit exquisitem Wein und frischen, selbstgeschleuderten Honig. Ein Zitat von Charlie Chaplin gab Reis den in die oberirdische Hitze zu den kühlen Frankenweinen Entschwindenden mit auf den Weg. „Lebe so, wie du es für richtig hältst und geh, wohin dein Herz dich führt. Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Theaterproben. Darum: singe, lache, tanze und liebe! Und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens, bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht“.
Zehn Jahre Stummfilmabend in Stetten
Diese Filme sind in den vergangenen zehn Jahren über die Leinwand im Stettener Klosterkeller geflimmert:
2015 Nosferatu (Wilhelm Murnau)
2016 Der Zirkus (Charlie Chaplin)
2017 The Kid (Charlie Chaplin)
2018 Ausgerechnet Wolkenkratzer (Harold Lloyd)
2019 3 Ages (Buster Keaton)
2020 abgesagt wegen Corona
2021 Der Sonderling (Karl Valentin) - „Maskerade“ mit Corona-Maskerade
2022 Die Puppe (Ernst Lubitsch)
2023 Der Mieter (Alfred Hitchcock)
2024 Der Kameramann (Buster Keaton)
2025 Goldrausch (Charlie Chaplin)
Für 2026 ist „Der Musterschüler“ von Buster Keaton geplant
