770 Jahre Maria Zell
: Volles Haus im Kleinod am Zollerberg

Viele Wegbegleiter feierten das beurkundete 770. Jubiläum der Wallfahrtskirche Maria Zell oberhalb des Hechinger Stadtteils Boll mit dem Förderverein und einem kurzweiligen Programm.
Von
Christian Steinhilber
Boll
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Jubiläum 770 Jahre Maria Zell: Jubiläum 770 Jahre Maria Zell

Viele Gäste feierten das Jubiläum im Wallfahrtskirchlein Maria Zell

Christian Steinhilber
  • 770 Jahre Wallfahrtskirche Maria Zell wurden mit Musik und Gästen gefeiert.
  • Bürgermeister lobte Förderverein für Erhalt und Pflege der Kirche nach Erdbebenschäden.
  • 320.000 Euro sind für die Sanierung der Zufahrt eingeplant, Arbeiten starten im Herbst.
  • Wallfahrten fördern Glaubenserlebnisse und Zusammenhalt der Gläubigen.
  • Abschluss: „Maria Zeller Lied“ und Umtrunk vom Bürgerverein organisiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum Glück passen mit der Empore ins Bollemer Wahrzeichen doch mehr Leute, als es auf den ersten Blick scheint. Denn zur 770-Jahr-Feier von Maria Zell hieß die Ortsvorsteherin und 2. Vorsitzende des Fördervereins, Meta Staudt, am Sonntag viele Gäste willkommen. Als festlicher Auftakt war zuvor schon ein musikalisches Werk, gespielt von Organist Markus Bogenschütz und Trompeter Bernd Locher, erklungen. Außerdem spielte ein Querflötenensemble der Jugendmusikschule Hechingen.

Bürgermeister ist froh, dass es Strom gibt

Im Namen der Eigentümerin, nämlich der Stadt, hieß Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn die Gäste willkommen und zeigte sich froh, dass es elektrischen Strom am Felssporn über Boll gibt. Denn in früheren Tagen hätte er wohl die Besoldung des Orgeltreters übernehmen müssen, merkte er humorvoll an. In diesem Jahr hätte man gleich zwei Jubiläen feiern können, erklärte Hahn. Das 770. geht auf die Erstnennung der Siedlung „Zell“ zurück. Am Silvestertag des Jahres 1255 bezeugte nämlich Werner Schenk von Zell eine Landübergabe des Grafen Friedrich von Zollern ans Kloster Salem. Der Name weist dabei auf die Entstehung der Siedlung aus einer Einsiedelei oder kleinen Klosterzelle hin. Endgültig bewiesen ist dies mit der Erstnennung der Pfarrei im Steuerregister von Konstanz aus dem Jahr 1275 als „Celle“. Ein Jubelfest anlässlich der 750-Jahr-Feier wäre also auch möglich.

Eine große Rolle in der Geschichte der Wallfahrtskirche spielt der Förderverein unter Vorsitz von Peter Beck, der sich, so Hahn, regelmäßig persönlich im Rathaus für das Bollemer Schmuckstück einsetzt. Und so ist es dem Zutun des Fördervereins zu verdanken, dass die Wallfahrtskirche Maria Zell heute so gut dasteht. Die Kirche ist eine Herzensangelegenheit für die Verantwortlichen, die sich mit viel Engagement kümmern, Benefizveranstaltungen und den Öffnungsdienst organisieren. Und auch den Schmerz um die gesperrte Zufahrt nach Maria Zell wusste der Bürgermeister noch zu lindern. So ist die Vergabe der Baumaßnahmen zur Sanierung Thema in den Sitzungen des Ortschaftsrates und des Bauausschusses. Für die Maßnahmen sind im Haushalt 320.000 Euro eingestellt, und wenn die Arbeiten im frühen Herbst beginnen, könnten diese auch noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Kurzweilig hielten es auch die beiden geistlichen Vertreter der katholischen Kirchengemeinde, Dekan Michael Knaus und Pfarrer Prof. Achim Buckenmaier. Sie gaben einen kurzen Einblick in die Herkunft und das Warum von Wallfahrten, wie sie beispielsweise auf einem der Bildnisse des kleinen Kirchleins zu sehen ist.

Wallfahrten, um den Glauben zu erleben

Wallfahrten, so die Geistlichen, spielen in allen abrahamitischen Religionen eine Rolle. So ist überliefert, dass der jugendliche Jesus schon selbst mit seinen Eltern Wallfahrten nach Jerusalem unternahm. Grund dafür ist und bleibt wohl die Zusammenkunft der Gläubigen, den normalen Trott zu verlassen und den Glauben „zu erleben“. Und auch für die Einzigartigkeit des kleinen Kirchleins im Stadtgebiet hatte Pfarrer Buckenmaier eine Erklärung: „Weil sie einzigartige Freunde hat.“

Jubiläum 770 Jahre Maria Zell: Jubiläum 770 Jahre Maria Zell, Fördervereinsvorsitzender Peter Beck

Fördervereinsvorsitzender Peter Beck bei seiner Ansprache.

Christian Steinhilber

Fördervereinsvorsitzender Peter Beck ging nochmals darauf ein, dass es die Wallfahrtskirche heute auch gar nicht mehr geben könnte. Denn nach den Zerstörungen durch das Erdbeben 1970 war der Bollemer Gemeinderat gegen einen Erhalt. Erst die Eingliederung in die Gemeinde Hechingen und die Gründung eines ersten Fördervereins ermöglichten diesen. Dafür veranstalteten die Bollemer Vereine auch ein viertägiges Fest. Nach einem weiteren Erdbeben 1978 wurde das Kirchlein dann 1982 wieder eröffnet. Unter Geläut der alten Glocke wurde den bereits verstorbenen Unterstützern gedacht.

Zum Finale das „Maria Zeller Lied“

Becks Dank galt den Anwesenden: Mitgliedern der beiden Fördervereine, städtischen Verantwortlichen, Geistlichen, Handwerkern, Künstlern, Vereinen, Firmen, Unternehmen, und allen, die sich um den Erhalt von Maria Zell bis heute verdient gemacht haben. Ein besonderes Dankeschön übergab Meta Staudt an Karola Beck. Die Ehefrau des Fördervereinsvorsitzenden hält diesem nämlich stets den Rücken frei und kümmert sich um den Blumenschmuck der Kirche. Zum Abschluss wurde selbstverständlich noch das „Maria Zeller Lied“ gesungen, bevor es zum vom Bürgerverein organisierten Umtrunk ging.